Josua – der Anbeter

Uns wird weiter berichtet: „Mose aber nahm das Zelt und schlug es draußen auf, fern von dem Lager, und nannte es Stiftshütte. Und wer den Herrn befragen wollte, musste herausgehen zur Stiftshütte vor das Lager. Und wenn Mose hinausging zur Stiftshütte, so stand alles Volk auf, und jeder trat vor seines Zeltes Tür und sah ihm nach, bis er ins Zelt hineinging. Und wenn Mose ins Zelt hineinging, so kam die Wolkensäule hernieder und stand am Eingang des Zeltes, und der HERR redete mit Mose. Und alles Volk sah die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen, und sie standen auf und neigten sich, ein jeder in seines Zeltes Tür. Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet. Dann kehrte er zum Lager zurück; aber sein Diener und Jünger Josua, der Sohn Nuns, wich nicht aus der Stiftshütte“
2.Mose 33,7-11

Zur Zeit des Alten Bundes war die Stiftshütte „die Hütte Gottes bei den Menschen“, denn der Herr hatte gesagt: „Ich will meine Wohnung unter euch haben .. ich will unter euch wandeln und will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein“
3.Mose 26,11; 2.Kor.6,16

Ein Israelit, der zur Stiftshütte kam, wollte Gott um Rat fragen! Der aber, der in ihr verweilte, konnte Gottes Gegenwart erfahren und genießen! Dass dies nicht nur das Vorrecht Moses und der von Gott erwählten Priesterschaft war, sondern auch das seines Dieners Josua, ist bemerkenswert, denn damit war dieser junge Mann in den Augen aller Israeliten einer, der neben Mose, Aaron und seinen Söhnen, Gott näher war, als jeder andere von ihnen!

Denken wir daran, was der zwölfjährige Jesus sagte, als ihn seine Eltern nach einer dreitägigen Suche schließlich im Tempel fanden. ER sagte: „Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist“
Lk.2,43-49

Wir dürfen also annehmen, dass sich auch Josua seinem Gott nahe wusste und geborgen fühlte, während er in der Stiftshütte verweilte.

Doch wo muss man heute hingehen, wenn man Gott nahe sein will? Wo wohnt und wandelt Gott heute?

Bevor Jesus, Gottes Sohn, ein Mensch geworden war, war die Wohnstätte Gottes in Jerusalem, im Tempel!

Doch als Jesus gekommen war und unter den Menschen wandelte, war ER Gottes Wohnstätte auf Erden, denn Johannes sagte: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnt (zeltete) unter uns …“
Jh.1,14

Doch was geschah, nachdem der Menschensohn das Erlösungswerk vollbracht hatte und auferstanden war?

Was geschah, nachdem „der zweite Adam zum Geist geworden war, der lebendig macht“?
1.Kor.15,45b

Seither wohnt der dreieine Gott in Menschen, die in Jesus Christus ihren Herrn und Erretter erkannten und IHN in ihr Herz und Leben aufgenommen haben
Jh.1,12

Seither sind wir Gottes Haus, SEIN Tempel und SEINE Wohnstätte. Davon sprach Paulus, als er die Korinther fragte: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt“
1.Kor:3,16

Auch der Schreiber des Hebräerbriefs bezeugte diese Tatsache, denn er sagte: „SEIN Haus sind wir!“
Hebr.3,6

Doch wo genau wohnt Gott in uns? Wohnt ER in meinem Verstand? Wohnt ER in meinen Gefühlen? Wohnt Gott in meinem Willen? Wenn dies der Fall wäre, wie könnte ich dann noch nichtigen Gedanken anhängen, von negativen Gefühlen beherrscht werden oder gar Dinge tun, die Gott zuwider sind?

Wo also wohnt Gott in mir?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Der dreieinen Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, wohnt in unserem wiedergeborenen Geist. Diese Wahrheit ist für uns bedeutsam, denn wenn wir Gott so anbeten wollen, wie ER es will, dann müssen wir IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten!

Eine samaritische Frau hatte Jesus gefragt: „Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr (Juden) sagt in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll“.

Welche Antwort gab 2der Herr dieser Frau? ER sagte: „Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die IHN anbeten, die müssen IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten“
Jh.4,20-24

Es ist eine betrübliche Tatsache, dass es heute immer noch Menschen gibt, die der Meinung sind, dass sie zu einem besonderen Ort kommen müssen, wenn sie Gott anbeten wollen! Der Ort aber, an dem Gott wohnt und an dem ER angebetet werden will, ist nicht außerhalb von uns – ER ist in uns, denn es ist unser wiedergeborener Geist, in dem Gottes Geist wohnt.

Doch nicht nur Gottes Geist wohnt in uns (Jh.14,17), auch Gottes Sohn wohnt in uns und ebenso unser himmlischer Vater, denn Jesus sagte zu SEINEN Jüngern: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen“
Jh.14,23

Wahrhaftige Anbeter beten Gott im Geist an! Sie beten Gott in und mit ihrem Geist an, denn hier ist Gottes Wohnung auf Erden, und hier ist ER für uns allezeit erreichbar – egal, wo wir uns befinden und egal, zu welcher Zeit wir IHN anbeten wollen!

Von hier aus, von meinem wiedergeborenen Geist, leitet und regiert der dreieinige Gott mein ganzes Sein – meinen Verstand, meine Gefühle und meinen Willen! Davon sprach Paulus, als ER den Thessalonichern schrieb: „Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus“
1.Thess.5,23

Dass unser Geist und unsere Seele zwei unterschiedliche Bereiche unseres Seins sind, bewies der Schreiber des Hebräerbriefs, denn er sagte: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“
Hebr.4,12

Man kann also sagen. dass unser wiedergeborener Geist der Richter unserer Seele ist! Von hier aus regiert Gottes Geist über unsre Gedanken, unsre Gefühle und unsren Willen!

Unser wiedergeborener Geist ist zugleich auch der Quellort lebendigen Wassers für unserer Seele!

Auch davon hatte Jesus gesprochen, als ER zu der Samariterin sagte: „Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt“
Jh.4,14

Wer Gott anbeten will, wie ER es will, der muss IHN „im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

Der Ort, an dem wir Gott nahe sind, IHN berühren und mit IHM eins sein können, ist unser wiedergeborener Geist!

Die Wahrheit aber, mit der wir Gott anbeten, ist Jesus Christus, SEIN wunderbarer Sohn
Jh.14,6

ER ist das lebendige Opfer, das wir Gott in unserem Gebet darbringen!

ER ist die Freude, mit der wir Gott er2freuen!

ER ist der Wohlgeruch, der in unserem Gebet aufsteigt und Gott wohlgefällt!

Wann sollen wir Gott „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten? Nur am Sonntag, wenn wir uns mit den Heiligen und Erlösten treffen? Nur dann, wenn wir Bedrängnisse erfahren? Nein!

Es ist der Wille unseres himmlischen Vaters, dass wir IHN allezeit und an jedem Ort im Geist und in der Wahrheit anbeten!

Wir sollen die Wohnstätte Gottes und den Ort der Versammlung nicht nur dann aufsuchen, wenn wir eine Frage oder ein bestimmtes Anliegen haben!

Wir sollen in Gott wohnen und in IHM wandeln, so wie ER in uns wohnt und in uns wandelt!

Wir sollen „nicht aus der Stiftshütte weichen“ – immer in Christus wohnen, immer in IHM bleiben (Jh.15,5), immer in IHM ruhen, immer in IHM volle Genüge haben!

Davon sprach unser Herr, als ER sagte: „Bleibt in mir und ich in euch … Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun“
Jh.15,4-5

Zu keiner Zeit dürfen wir vergessen, wozu Gott uns berufen hat, nämlich „zur Gemeinschaft mit SEINEM Sohn, Jesus Christus, unserem Herrn“
1.Kor.1,9

Deshalb sagt die Schrift: „Alles aber, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch IHN“
Kol.3,17

Uns wird berichtet, dass, wenn Mose in die Stiftshütte ging, der Herr mit ihm redete – wie mit einem Freund, von Angesicht zu Angesicht!

Wenn Mose die Stifthütte verließ und Josua im Heiligtum zurückblieb, war die Präsenz des Höchsten immer noch spürbar. Obwohl der Herr zu jener Zeit nur mit M2ose redete, wollte ER, dass auch dessen Diener Zeit in SEINER Gegenwart verbrachte.

Wir dürfen gewiss sein, dass die Zeit, die Josua in der Stiftshütte verbrachte, für ihn ein großer Gewinn war, denn hier waren seine Gedanken, sein Sinnen und Trachten, auf den Heiligen, den Höchsten und Mächtigen ausgerichtet.

Verbringe Zeit in der Gegenwart des Höchsten! Betrachte die Lieblichkeit, Einzigartigkeit und Überragenheit Jesu, deines Herrn! Komm zum Thron der Gnade und empfange Barmherzigkeit und Gnade! Trachte nach dem, was droben ist! Ruhe aus von deinen Werken! Komm zur Ruhe Gottes! Tauche ein in die Sphäre himmlischen Segens und himmlischer Geborgenheit!

Und wenn sich die Erlösten Jesu Christi versammeln, dann sei du in ihrer Mitte. Öffne dein Herz und empfange hier Worte ewigen Lebens! Betrachte die Herrlichkeit Jesu Christi in SEINEN Heiligen, und lass dir den Staub von den Füßen waschen! Höre die Worte aus dem Mund deines Erlösers: „Dies ist die Stätte meiner Ruhe. Hier will ich wohnen, denn das gefällt mir“
Ps.132,14

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