ADAM
Jeder von uns hat bis zum heutigen Tag unter einer Entscheidung zu leiden, die ein Mensch traf, nachdem er auf den Versucher gehört hatte!
Gottes Wort sagt: „Wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben“ (Röm.5,12).
Und: „Durch den Ungehorsam des einen Menschen sind die Vielen zu Sündern geworden“.
Und: „Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist“ (Röm.5,17).
Dabei hatte alles „sehr gut“ angefangen!
Uns wird berichtet: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht: Und Gott schuf den Menschen zu (in) SEINEM Bilde, zum (im) Bilde Gottes schuf ER ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht …Und Gott sah an alles, was ER gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1.Mose1,26-28+31).
Wir wissen, dass Gott den Menschen nicht am ersten Tag erschuf, als die Erde noch „wüst und leer“ war und es „finster war auf der Tiefe“.
Adam wurde am sechsten Tag erschaffen, als das Licht schon über die Dunkelheit herrschte, fruchtbare Bäume wuchsen, die voller Früchte waren und die Erde Gras und Kraut hervorbrachte, in denen ihr Same war (1.Mose 1,2-3).
Adam war nicht, so wie die Engel, als ein Diener Gottes erschaffen worden!
Von ihnen sagt die Schrift: „Er macht seine Engel zu Winden und SEINE Diener zu Feuerflammen“ (Hebr.1,7).
Adam war im Bilde Gottes erschaffen worden!
Er sollte Gottes Gegenüber sein und dessen Ausdruck!
Adam war zur Herrschaft berufen über alles, was sich auf Erden regte!
Der Mensch besaß einen Verstand, sodass er Gottes Gedanken verstehen konnte!
Er besaß Gefühle und Empfindungen, sodass er Gottes Liebe spüren konnte!
Er besaß einen Willen, um sich für das Gute entscheiden und Gottes Willen tun zu können!
Darüber hinaus besaß der Mensch etwas, das aus Gott gekommen war, denn nachdem der Menschen aus Erde erschaffen worden war, blies ihm Gott den Oden des Lebens in die Nase!
Damit besaß der Mensch nicht nur einen Leib, durch den er auf der Erde wandeln und handeln konnte!
Adam besaß auch einen menschlichen Geist, mit dem er ewige, himmlische Dinge verstehen, erkennen, erfassen und ergreifen konnte. Und der ihn zur Gemeinschaft mit Gott befähigte!
Das war es, was ihn zu einer „lebendigen Seele“ machte!
Schließlich segnete Gott Adam und seine Frau und „machte sie fruchtbar“, sodass der Mensch die Erde füllen und über sie herrschen konnte (1.Mose 1,28).
Auch der Lebensraum, den Gott für den Menschen geschaffen hatte, war „sehr gut“, denn der Herr hatte für Adam und dessen Frau „einen Garten“ gepflanzt, in dem Früchte aller Art wuchsen und von dem „ein Strom ausging, den Garten zu bewässern“ (1.Mose 2,8-10).
Der Mensch war somit aufs Beste gerüstet, um Gottes Gegenüber zu sein und über die ganze Erde zu herrschen, über alles, was auf der Erde wuchs und über alle Tiere, die auf der Erde lebten.
Zu beachten ist auch, dass Gott, nachdem ER dies alles getan hatte, den Menschen nicht sich selbst überließ, sondern abends, wenn es kühl geworden war, kam, um mit Adam und dessen Frau Gemeinschaft zu haben (1.Mose 3,8).
Das Angebot Gottes lautete: „Du darfst essen von allen Bäumen im Garten – aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du von ihm issest, musst du des Todes sterben“ (1.Mose 2,16-17).
Man bedenke, dass Gott dem Menschen nur diese Beschränkungen gegeben hatte: „von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen“.
Diese Entscheidung wollte Gott uns nicht überlassen!
ER wollte entscheiden, was uns nützt und was uns schadet!
ER wollte entscheiden, was für uns gut und was für uns böse ist!
Wertschätzung und Liebe kann man nicht einfordern oder erzwingen!
Wertschätzung und Liebe verlangen danach, eine Wahl zu treffen!
Würde der Mensch Gottes Gebot befolgen und sich mit „allen Bäumen des Gartens“ zufriedengeben, oder würde er nach dem Verbotenen greifen und selbst entscheiden wollen, was gut und böse ist, richtig oder fasch!
Doch die Lügen, die der Versucher säte, ließen im Herzen des Menschen Fragen aufkommen; sie bewirkten Misstrauen, Unzufriedenheit und Begehrlichkeiten!
Am Ende dieses Tages hatten Adam und seine Frau nicht nur das Kostbarste verloren, da sie besaßen: Gott selbst, seine Gegenwart, SEINE Versorgung und SEINEN Schutz, sie fürchteten sich auch, fühlten sich nackt und betrogen und versuchten, ihren Ungehorsam zu entschuldigen (1.Mose 3,10.12-13).
Die Fragen, die Gott Adam stellte, lauteten: „Wo bist du? Was hast du gegessen? Warum hast du das getan?“ (1.Mose 3,9.11.13)
Danach erfahren wir, dass Adam und seine Frau den Garten der Wonne mit einem Acker vertauschen mussten, der Dornen und Disteln tragen würde!
Anstelle der Fülle, die sie bisher genießen konnten, erwartete Adam nun ein Leben in Schweiß und Mühsal.
Seine Frau würde „mit Schmerzen Kinder gebären“ und er „würde ihr Herr sein“!
Der Geist des Menschen aber, der dazu geschaffen worden war, das ewige Leben Gottes zu beinhalten, dieser Geist war gestorben – diese kostbare Lebensader war zerstört!
Der Mensch war „tot in Sünde und Übertretung“ (Eph.2,1).
Nur „Erde“ war geblieben, die wiederum zu „Erde“ werden würde (1.Mose 3,16-19).
Wenn wir uns fragen, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte, müssen wir zuerst die „List der Schlange“ anführen, denn wir lesen: „Aber die Schlange war listiger …“
Der Teufel, der sich hinter der Schlange verbarg, war nicht nur „listiger als alle Tiere auf dem Felde“; er war auch listiger als der Mensch, der keine Lüge kannte!
Die größere Unwissenheit des Menschen aber bestand darin, dass Adam und seine Frau, Gott, den Herrn, nicht wirklich kannten!
Wie sonst konnten sie glauben, dass Gott etwas behauptet, das nicht wahr ist?
Wie sonst konnten sie glauben, dass Gott ihnen etwas, das gut für sie ist, nicht geben wollte?
Wie sonst konnten sie glauben, dass Gott sie in Unwissenheit lassen wollte, damit ER allein Gott sein konnte?
So gesehen sollte jeder von uns ein wichtiges Ziel vor Augen haben: Ich will dich, mein Herr und Gott, kennenlernen, damit niemand und nichts mich von dir wegzuführen kann!
Gott, der Herr, war in den Garten gekommen und hatte Adam gesucht!
Man stelle sich vor: Adam und seine Frau waren sich ihres Ungehorsams bewusst und fürchteten Gottes Strafe!
Sie wussten, was geschehen würde, wenn sie von der Frucht des verbotenen Baumes essen würden: „An dem Tag, an dem du von ihm essest, wirst du des Todes sterben“ (1.Mose 2,17).
Doch bevor Gott, der Herr, mit Adam über die Folgen seines Ungehorsams sprach, wandte ER sich der Schlange zu und sprach einen Fluch über sie aus: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen“ (1.Mose 3,15).
Adam stand daneben, als diese Verheißung ausgesprochen wurde – die erste Verheißung aus dem Munde Gottes, die ein Menschenohr erreichte: Der Same der Frau würde der Schlange den Kopf zertreten!
Von welcher Frau sprach Gott, der Herr?
Für Adam gab nur die Frau, die neben ihm stand – seine Frau!
Wie und wann sich diese Verheißung Gottes erfüllen würde, wusste Adam nicht – er wusste nur, dass sie sich gewiss erfüllen würde!
In dem, was Gott, der Herr, danach zu Adam und seiner Frau sagte, war nichts Schönes, nichts Erbauliches, nichts Ermutigendes zu finden, denn ER sprach von Schmerzen, Mühsal, Dornen, Disteln und Schweiß!
Warum war darin nichts Schönes enthalten?
Weil in der Sünde nicht Schönes enthalten ist!
Doch als Gott gerade gesagt hatte: „Du bist Erde und sollst zu Erde werden“, wandte sich Adam seiner Frau zu und gab ihr einen Namen, der alles, was Gott gerade gesagt hatte, zu ignorieren schien, denn wir lesen: „Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben“ (1.Mose 3,16-20).
Was hatte Adam zu dieser Aussage bewogen?
Wie kam es, dass er seiner Frau diesen Namen gab: „Mutter aller, die da leben“?
Adam hatte zugehört!
Er hatte gehört, dass der Same der Frau der Schlange den Kopf zertreten würde!
Und er glaubte, was er gehört hatte!
Die Verheißung, die sein Ohr erreicht hatte, war zu seinem Evangelium geworden!
Gott hatte von Leben gesprochen!
ER hatte Zukunft verheißen!
Gottes Verheißung hatte Adam Hoffnung gegeben!
Dieser Hoffnung – der Hoffnung des Lebens – hatte Adam einen Namen gegeben!
Wir können also sagen, dass Adam der Empfänger einer Verheißung wurde, der er geglaubt hat!
Danach bekannte er nicht den Tot – Adam bekannte das Leben, das eine Frau hervorbringen würde!
Er bekannte nicht die Niederlage – Adam bekannte den Sieg über die Schlange!
Was sollen wir aus der Lebensgeschichte Adams lernen?
Wofür soll sie uns als Vorbild dienen?
Zunächst erkennen wir, dass unser Gott uns immer suchen wird, egal, wie weit wir uns von IHM entfernt haben!
Immer wird unser Erretter sagen: „Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen …“ (Hes.34,16).
ER wird uns beim Namen rufen und fragen: „Wo bist du?“
ER wird wissen wollen, womit wir unsere Seele ernährt haben und was dazu geführt hat, dass wir uns vor IHM verstecken!
Anhand dessen, was Adam erlebt hat, können wir auch erkennen, welchen Verlauf unser Leben ohne „den Samen der Frau“ genommen hätte: Wir wären ewig Ausgeschlossene geblieben, ausgeschlossen vom wahren Leben und der Gemeinschaft mit Gott!
Hätte „der Same der Frau“ nicht „die Werke des Teufels zerstört“ (1.Jh.3,8) und dem Tode die Macht genommen“ (2.Tim.1,10), wir alle säßen immer noch „am Ort und im Schatten des Todes“ (Mt.4,16).
Wäre Jesus nicht „für uns zum Fluch geworden“ (Gal.3,13), könnten wir nicht „die Gesegneten des Vaters“ sein (Mt.25,34).
Wäre der Menschensohn nicht gekommen, um unsre Strafe auf sich zu nehmen, könnten wir zu Gott nicht „ABBA, Vater“, sagen, wären wir nicht SEINE „geliebten Kinder“ (Eph.5,1), könnte „der Geist SEINES Sohnes nicht in unsern Herzen wohnen“ (Gal.4,6).
Die Lebensgeschichte Adams lehrt uns aber auch dieses: Wer in seinem Kampf gegen das eigene Versagen, gegen Schmerzen, Mühsal und Schweiß, Sieger bleiben will, der braucht eine Verheißung des Lebens, die ihm nur in Jesus Christus geben werden kann!
Folge deshalb Adams Vorbild!
Höre zu, wenn das Wort Christi verkündigt wird (Röm.10,17; Apg.16,14).
Lerne Jesus kennen, damit dich niemand und nichts von IHM wegführen kann!
IHN erkennen ist das ewige Leben (Jh,17,3).
Ergreife und bewahre in deinem Herzen, was ER dir verheißen hat!
Sei ein Mensch, der eine göttliche Verheißung in seinem Herzen trägt und jeden Tag auf ihre Erfüllung wartet!
Hat Jesus nicht auch zu dir gesagt: „Wenn du an mich glaubst, wie die Schrift sagt, dann werden von deinem Leib Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Jh.7,38)?
Du hast keine Vorstellung davon, was geschehen wird, wenn du diese Verheißung in deinem Herzen bewegen und bewahren wirst!