Josua - der Kämpfer

Josuas Name wird erstmals im Zusammenhang mit einem Kampf genannt, denn uns wird berichtet: **„Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Refidim. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, zieh aus und kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich oben auf dem Hügel stehen mit dem Stab Gottes in meiner Hand. Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, und kämpfte gegen Amalek. Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Höhe des Hügels. Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hand sinken ließ, siegte Amalek. Aber Mose wurden die Hände schwer; darum nahmen sie einen Stein und legten ihn hin, dass er sich daraufsetzte. Aaron aber und Hur stützten ihm die Hände, auf jeder Seite einer. So blieben seine Hände erhoben, bis die Sonne unterging. Und Josua überwältigte Amalek und sein Volk durch des Schwertes Schärfe. Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man seiner nicht mehr gedenke. Und Mose baute einen Altar und nannte ihn: Der HERR mein Feldzeichen. Und er sprach: Die Hand an den Thron des HERRN! Der HERR führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind“ (**2.Mose 17,8-16). 

Amalek war ein hinterhältiger Feind, der plötzlich über die Israeliten herfiel. Amalek war aber auch ein grausamer Feind, denn uns wird gesagt, dass die Amalekiter „alle Nachzügler erschlugen, alle die Schwachen, die zurückgeblieben waren und müde und matt waren“ (5.Mose 25,17-18).

Doch wie konnte Amalek überwältigt und besiegt werden?

Mose stand oben auf dem Berg und betete für den Sieg! Josua stand unten im Tal und kämpfte gegen Amalek.

Aber Josua erkannte sehr schnell, dass es dabei nicht auf seine Strategie und Kampfkraft ankam!

Nur wenn Moses seine Hände gen Himmel reckte, konnte Josua das feindliche Heer niederringen!

Sobald Mose müde wurde und seine Arme sinken ließ, gewann Amalek die Überhand!

Erst durch die Unterstützung zweier Männer, die Moses Arme stützten, gelang es Josua, Amalek zu besiegen!

So war deutlich geworden, wem der Sieg gebührte! Der Herr hatte Krieg geführt gegen Amalek und ihn überwunden!

Was aber hat der Kampf gegen Amalek mit uns zu tun? Und gegen wen haben wir zu kämpfen?

Warum wird uns Josua nicht zuerst als der Diener Moses vorgestellt, der er „von seiner Jugend an“ war? (4.Mose 11,28)

Gott hatte Josua nicht dazu berufen, dass er die Israeliten aus Ägypten herausführt! Josua sollte die Israeliten in das verheißene Land hineinbringen!

Josua sollte einnehmen und verteilen, was Gott SEINEM Volk verheißen und zum Besitz gegeben hatte (Jos.1,6).

Das aber war nur durch viel Kampf zu erreichen, denn das Land, das Gott SEINEM auserwählten Volk verheißen hatte, war von sieben Völkern bewohnt, die zuvor besiegt und unterworfen werden mussten, und von denen der Herr gesagt hatte, dass sie „größer und stärker waren“ (5.Mose 7,1).

Als die Israeliten schließlich den Jordan durchschritten hatten und in das Jordantal einmarschierten, wird uns berichtet: „An vierzigtausend zum Krieg gerüstete Männer gingen vor dem Herrn her zum Kampf ins Jordantal von Jericho“ (Jos.4,13).

Bald danach standen diese gerüsteten Kämpfer vor Jericho, einer Stadt, deren Mauern bis zum Himmel aufragten, die uneinnehmbar schien und erobert werden musste (Jos.6,1).

Somit können wir erkennen, dass Josua schon früh lernen musste, zu kämpfen, zu erobern und einzunehmen!

Er sollte aber auch schon früh lernen und erkennen, wer der wahre Heerführer Israels war, nämlich Gott, der Herr der Heerscharren, der Ewige und Allmächtige, der Ägyptenland erschüttert und Pharaos Heer im Roten Meer begraben hatte.

Ich erinnere mich daran, dass ich schon am ersten Tag meines neuen Lebens mit Christus kämpfen und Widerstand leisten musste, denn wenn ich es nicht getan hätte, hätte der Teufel über mich triumphiert!

Nachdem ich Jesus Christus in mein Herz und Leben aufgenommen hatte, ging ich glückselig zur Kaserne, wo ich meinen Wehrdienst leistete und untergebracht war. Meine drei Zimmerkollegen waren noch nicht da, als ich mich in mein Bett legte und vor Freude in mein Kissen biss. Ich wusste, dass mir meine Sünden vergeben worden waren und ich nie mehr allein sein würde!

Am nächsten Morgen aber war ich nicht mehr allein im Zimmer, sondern umgeben von drei Burschen, die derbe Späße liebten und keine Zimperlichkeiten kannten. Jetzt musste ich eine Entscheidung treffen! Also setzte ich mich mitten im Zimmer an den Tisch und begann, mein neues Testament zu lesen, das man mir am Abend zuvor geschenkt hatte. Nachdem einer meiner Zimmergenossen einen Blick auf meine Lektüre geworfen hatte, sagte er grinsend: „Du machst Unsinn, ja?“ Ich antwortete: „Nein! Ich habe gestern Abend Jesus Christus in mein Herz und Leben aufgenommen!“

Es war wichtig, dass ich schon am ersten Tag meines neuen Lebens Christus bezeugte und die Furcht, ausgelacht zu werden, überwandt!

Hätte ich es nicht getan und meinen Erretter verleugnet, hätte ich meinen ersten Kampf gegen die Mächte des Bösen verloren!

Das ist es auch, was von den „jungen Männern in Christus“ gesagt wird, denn Johannes schrieb: „Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch und ihr habt den Bösen überwunden“ (1.Jh.2,14).

Ob es mir gefällt oder nicht, ich muss jeden Tag eine Wahl treffen: Will ich Jesus Christus, meinem Herrn, vertrauen und mich von IHM führen lassen, will ich SEINEM Wort glauben, will ich IHN in alles einbeziehen, was der Tag mit sich bringt – oder will ich es nicht!

Im Kampf gegen „Amalek“ gilt es, eine wichtige Wahrheit „im Gedächtnis zu behalten“: Sobald wir spüren, dass wir bedrängt, attackiert und angegriffen werden, müssen wir wissen, dass nicht Gott gegen uns streitet!

Unser Gott und Vater hat uns ein wichtiges Versprechen gegeben, das wir nie anzweifeln dürfen! ER hat zu dir und mir sagt: „Siehe, wenn man gegen dich kämpft, dann kommt es nicht von mir; wer gegen dich streitet, wird im Kampf gegen dich fallen … Keiner Waffe, die gegen dich bereitet wird, soll es gelingen, und jede Zunge, die sich gegen dich erhebt, sollst du im Gericht schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des Herrn, und ihre Gerechtigkeit kommt von mir, spricht der Herr“ (Jes.54,15+17).

Auch Paulus bezeugte diese kostbare Wahrheit mit den Worten: „Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch SEINEN eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern IHN für uns alle dahingegeben – wie sollte ER uns mit IHM nicht alles schenken?“ (Röm.8,31)

Wenn Gott SEINEN geliebten Sohn, an unserer Statt, verurteilt, gerichtet und bestraft hat, wie sollte ER sich dann gegen uns wenden und uns bekämpfen?

Egal, wann und von wem wir angegriffen werden, es ist nicht Gott, der gegen uns streitet! Es ist nicht unser himmlischer Vater, der gegen uns kämpft!

In seinem Brief an die Gläubigen in Ephesus nannte Paulus die wahren Gegner, gegen die wir kämpfen sollen, denn er schrieb: „Seid stark in dem Herrn und in der Macht SEINER Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Herren der Welt, die in der Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt“ (Eph.6,10-13).

Wir alle wissen, wie es sich anfühlt, wenn der Teufel plötzlich, wie Amalek, über uns herfällt, um uns „das Feld“ zu entreißen! Dann hat er ein Ziel: Er will uns von Christus wegführen (2.Kor.11,3).

Doch wie überwinde ich „die listigen Anschläge des Teufels“ (Eph.6,11)? Wie „behalte ich das Feld“, das ER mir entreißen will?

Wie leiste ich Widerstand, wenn „der Mörder von Anfang“ und „der Vater der Lüge“ „feurigen Pfeile“ auf mich schießt: falsche, lügenhafte Gedanken, mit denen er mich entmutigen, schwächen und von Christus wegführen will? (2.Kor.11,3)

Davon hatte auch Paulus gesprochen, als er den Gläubigen in Korinth schrieb: „Obwohl wir im Fleisch leben, kämpfen wir doch nicht auf fleischliche Weise. Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken (Absichten) und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in (unter) den Gehorsam gegen Christus“ (2.Kor.10,4-5).

Wenn uns der Teufel verklagt und uns unsre Sicht auf Christus verschleiern will, dann dürfen wir nicht passiv bleiben, dann müssen wir, wenn wir „das Feld behalten“ wollen, „Widerstand leisten“ und die „feurigen Pfeile des Bösen auslöschen – mit dem Schild des Glaubens“ (Eph.6,16).

Indem wir Wahrheit denken und die Lügen der Schlange zurückweisen!

Indem wir Christus denken und alle Gedanken gefangen nehmen und zerstören, die IHM und der Gnade widersprechen, die durch IHN in unserem Leben geworden ist!

Kämpfe gegen Gedanken, die dich verklagen, indem du Himmel und Erde wissen lässt, dass Jesus Christus „dich liebt, dich mit SEINEM Blut gewaschen und dich zu einem König und Priester gemacht hat – vor Gott SEINEM Vater“ (Offb.1,5-6).

Kämpfe gegen negative Gedanken, indem du mit Herz und Mund bekennst (Röm.10,8-13), wer Jesus Christus für dich ist (Mt.16,15-17) und was ER für dich vollbracht, erreicht und erlangt hat!

Kämpfe gegen deine Unzufriedenheit, indem du Himmel und Erde wissen lassen, dass Christus dich in allen Stücken reich gemacht hat (1.Kor.1,5) und all deinem Mangel abhelfen wird (Phil.4,19).

Kämpfe gegen deine üble Laune, indem du proklamierst, dass es nichts gibt, das dich von Gottes Liebe trennen kann (Röm.8,38-39).

Kämpfe gegen schlechte Nachrichten, indem du bekennst, dass Jesus Christus „die Welt überwunden hat“ – und du mit IHM (Jh.16,33; 1.Jh.5,4).

„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, indem du das ewige Leben ergreifst, denn dazu bist du berufen“ (1.Tim.6,12).

Kämpfe, indem du „den Schild des Glaubens ergreifst“, mit dem du „alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen kannst“!

Kämpfe, indem du „an dem bösen Tag feststehst und Widerstand leistest“, um „das Feld behalten zu können“ (Eph.6,10-17).

Kämpfe, indem du „das Schwert des Geistes nimmst, welches das Wort Gottes ist“ (Eph.6,17).

Sagt die Schrift nicht, dass ein Mensch, der den Worten des Lebens nachsinnt, die aus dem Munde Gottes und Christi gehen, glückselig ist?

Lesen wir nicht, dass er „wie ein Baum ist, am Wasser gepflanzt und dass seine Blätter nicht verwelken werden“? (Jer.17,8)

Wird von ihm nicht gesagt, dass er „Frucht bringt zu seiner Zeit“ und dass ihm „gelingen wird, was er tut“? (Ps.1,1-3)

„Die Hand an den Thron des HERRN! Der HERR führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind.“

Es für uns wichtig zu wissen, dass wir im Kampf gegen „Amalek“ nicht auf uns selbst gestellt sind. Der Kampf ist des Herrn! ER streitet in, mit und durch uns gegen „Amalek“!

„Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Refidim. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, zieh aus und kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich oben auf dem Hügel stehen mit dem Stab Gottes in meiner Hand.“

Würde sich jetzt vor unseren Augen der Himmel öffnen, könnten wir dort Jesus, den „himmlischen Mose“ sehen, wie ER, der Gerechte, für dich und mich einsteht (Röm.8,34), für uns bittet (Hebr.7,25), „dass unser Glaube nicht aufhört“ (Lk.22,32).

Was geschah, als Stephanus seine Rede beendet hatte und die versammelte Menge wutentbrannt Steine aufhob, um ihn zu steinigen?

Die Bibel berichtet: „Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz, und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. Er aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach. Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“ (Apg.7,54-56).

Jesus, der Herr, hatte Stephanus die Schleier vor den Augen weggenommen und vor ihm den Himmel geöffnet, sodass er in das Himmlische sehen konnte. Was sah er dort? Er sah die Herrlichkeit Gottes! Er sah Jesus zur Rechten Gottes stehen! Stephanus sah und erkennte, wie sehr Jesus Anteil an dem hatte, was er gerade erlebte!

Könntest du unzufrieden und übellaunig bleiben, wenn du in diesem Augenblick die Herrlichkeit Gottes sehen könntest?

Wärst du weiterhin ärgerlich, beleidigt oder zornig, wenn du mit deinen physischen Augen den Menschensohn Jesus zur Rechten Gottes sehen würdest?

Würdest du dir immer noch Sorgen machen und dich grämen, wenn du sehen könntest, wie sehr Jesus an deinem Wohlergehen Anteil hat?

Doch Jesus ist nicht nur unser himmlischer Fürsprecher vor Gottes Thron! ER ist auch der starke Held (Jes.9,5), dem auf der Erde alle Gewalt und Macht gegeben worden ist (Mt.28,18).

Jesus ist auch der „innewohnende Josua“, der in mir streitet und mir zum Sieg verhilft über die Macht der Finsternis, der Sünde und des Todes.

Getrennt von Christus können wir den Kampf gegen „Amalek“ nicht gewinnen! Sieg gibt uns Gott nur in und mit SEINEM Sohn. Diese Tatsache bezeugte Paulus, als er schrieb: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt in Christus und offenbart den Wohlgeruch SEINER Erkenntnis durch uns an allen Orten“ (2.Kor.2,14). Und den Epheser schrieb er: „Zuletzt, seid stark in dem Herrn und in der Macht SEINER Stärke“ (Eph.6,10).

Von Mose wird uns berichtet, dass ihm, während er den Stab Gottes in die Höhe reckte, die Hände schwer wurden, sodass er Hilfe benötigte, damit er seine Hand nicht sinken ließ!

Dass aber wird Jesus, unserem Herrn, in SEINEM himmlischen Dienst, nicht passieren, denn die Schrift sagt: „Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich“ (Jes.40,28).

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