„Steig herauf – ich will dir zeigen …“

Es gibt Lebensumstände, die uns nicht gefallen; Befindlichkeiten, in denen wir uns nicht wohl fühlen!

Auch Johannes, ein Jünger Jesu, den „der Herr lieb hatte“ (Jh.13,23), war in hohem Alter in einer Lebenssituation, die ihm sicherlich nicht gefiel und die er sich nicht selbst ausgesucht hatte: Er war ein Verbannter auf einer abgelegenen Insel, seiner Freiheit beraubt, mundtot gemacht und ins Nirgendwo abgeschoben, dorthin, wo er mit anderen Gläubigen keine Gemeinschaft haben und Jesus Christus nicht bezeugen konnte!

Daher grüßte er alle mit den Worten: „Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel Patmos, um des Wortes Gottes Willen und des Zeugnisses von Jesus“
Offb.1,9

Doch während Johannes bedauern mochte, dass er kein freier Mann war, stand der, von dem er zuvor gesagt hatte „siehe, ER kommt mit den Wolken und es werden IHN sehen alle Augen und alle, die IHN durchbohrt haben, und es werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter der Erde“, dieser Gott und Herr, dieser Allmächtige, stand plötzlich vor IHM und offenbarte sich ihm so machtvoll und herrlich, dass Johannes „wie tot zu SEINEN Füßen fiel“
Offb.1,10-17

Das aber ist das erste, was wir erkennen sollen: Unser wunderbarer Erretter ist immer nur eine „Herzenswendung“ von uns entfernt, denn wir lesen: „Als ich mich wandte, sah ich …!“

Danach wird uns berichtet: „Und siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte wie eine Posaune, die mit mir redete, sprach: Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss. Sogleich war ich im Geist: Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer“
Offb.4,1-2 Elberfeld

Es gibt in unserem Leben vieles, das wir nicht selbst bestimmen und ändern können!

Wir, die Irdischen, sind an die Erde gebunden, bis unser Leib wieder zu Erde werden wird!

Doch durch den Glauben an Jesus Christus sind wir zu „himmlischen Menschen“ geworden, denn Gottes Wort sagt: „Der erste Mensch (Adam) ist von der Erde und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. Wie der irdische ist, so sind auch die irdischen; und wie der himmlische ist, so sind auch die himmlischen“
1.Kor.15,47-49

Was bedeutet das?

Ein Teil von uns ist irdisch: unser Leib, der sterblich ist, verweslich und vergänglich!

Ein Teil von uns ist himmlisch: unser wiedergeborener Geist, in dem Christus wohnt und lebt!

Mit diesem wiedergeboren Geist können wir aufsteigen – himmlische Sphären erklimmen, ewige Wirklichkeit sehen, Herrlichkeit erkennen und Unvergängliches betrachten!

„Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen …“

Unsere Seele kann von Ängsten und Befürchtungen beherrscht werden, doch sobald wir uns Christus zuwenden, der in uns lebt, und IHM im Glauben „anhängen“, sind wir, wie Gottes Wort sagt, „ein Geist mit dem Herrn“
1.Kor.6,17

Dann wird aus Dunkelheit Licht, denn „Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag. Finsternis ist wie der Tag“
Ps.139,12

Ja, solange wir in diesem Leib leben, „seufzen wir und sind beschwert“
2.Kor.5,4

Ja, wir sind in begrenzt Zeit und Raum, eingeschränkt im Sehen und Erkennen, limitiert in unseren Fähigkeiten und in dem, was für uns machbar ist.

In unserem sterblichen Leib fühlen wir uns angreifbar und verletzlich! Hier altern wir! Hier sind wir von Schwachheit umgeben! Hier können wir krank werden!

Hier können wir nur das sehen, „was vor Augen ist“
1.Sam.16,7

Doch in Christus Jesus sind wir nicht begrenzt durch Zeit und Raum! Hier regiert die Ewigkeit! Hier ist das, was wir sehen und erkennen, unvergänglich, unsterblich, unverweslich, unzerstörbar!

Hier sind wir auch nicht schwach und ohnmächtig! Hier ist Christus unsere Kraft und Stärke, durch den wir „alles vermögen“ und „alles überwinden“ können
Phil.4,13; Röm.8,17

Wäre ich nur irdisch, bliebe mir der Himmel ewig verschlossen!

Doch weil Christus, der himmlische Adam, in mir wohnt und lebt, deshalb kann ich dort sein, wo ER ist, denn die Schrift sagt: „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat uns in SEINER großen Liebe, mit der ER uns geliebt hat, mit Christus lebendig gemacht … mit IHM auferweckt – mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus“
Eph.2,4-6

Jesus Christus kam dahin, wo ich war (Lk.10,33), um mich dorthin zu bringen, wo ER seit ewigen Zeiten war, wo ER ist und immer sein wird!

In meinem wiedergeborenen Geist, in dem Christus wohnt und lebt, kann ich auffahren wie mit Flügeln des Adlers (Jes.40,31), kann ich laufen, ohne zu ermüden, kann ich dort sein, wo es keine Nacht, keinen Streit, kein Geschrei und keine Tränen gibt!

Täglich ruft mir mein Herr und Retter zu: „Komm hier herauf!“ Komm in mein Licht (Jh.8,12). Komm zu meiner Ruhe (Hebr.4,9-11). Komm und finde Frieden an meiner Brust (Jh.13,23). Komm und genieße meine Liebe (Jh.15,9). Komm und „setze dich zu meinen Füße“ (Lk.10,39). Komm und empfange „Worte des ewigen Lebens“ (Jh.6,68). Komm und erfreue dich an mir und an dem, was ich für dich vollbracht habe
Jh.16,22

„Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen … Sogleich war ich im Geist: Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.“

Auf der Erde können wir viele Throne sehe, die heute aufgerichtet werden und morgen fallen!

Der Thron aber, der im Himmel steht, wird niemals fallen (Klagl.5,19). Er ist nie verwaist! Auf diesem Thron sitzt einer – der, dem alle Gewalt gegeben wurde – im Himmel und auf der Erde!

Von diesem Thron geht Macht und Herrlichkeit aus!

Hier sitzt der Menschensohn, dessen Name über alle Namen erhoben worden ist! ER ist der von Gott eingesetzte König
Ps.2,6

Hier sitzt der, der alle Mächte und Gewalten der Finsternis besiegt und den Tod überwunden hat!

Hier sitzt der, „der uns liebt und uns mit SEINEM Blut gewaschen hat“
Offb.1,5

Hier sitzt der, „der uns zu Königen und Priestern gemacht hat – vor Gott, seinem Vater“
Offb.1,6

Hier sitzt der, der zu unserer Gerechtigkeit gemacht worden ist und allezeit für uns einsteht
1.Kor.1,30; Hebr.7,25

Hier sitzt der, der unser Leben ist (Phil.1,21) und mit dem uns Gott alles geschenkt hat, was ER uns zu geben vermochte
Röm.8,32

Hier sitzt der, der die Geschicke des Himmels und der Erde lenkt und bestimmt, was wann und wie geschehen wird
Apg.17,26-27

„Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe au dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel. Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, ausgesandt in alle Lande. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldenen Schalen voller Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen. Uns sie sangen ein neues Lied. Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden“
Offb.5,1-10

„Weine nicht! Siehe!“

Sieh das Lamm in der Mitte des Himmels stehen!

Sieh das erwürgte Lamm, dass deine Sünden hinweggetragen und dich mit SEINEM Blut erkaut hat!

Sieh den Löwen von Juda, der vollbracht hat, was du nicht vollbringen konntest!

Betrachte den, der überwunden hat, was du nicht überwinden konntest!

Betrachte den, durch dessen Hand Gottes Plan gelingen wird
Jes.53,10

Nimm dir täglich Zeit und betrachte das Löwenlamm Gottes!

Nimm dir Zeit und höre die Stimme derer, die da rufen: „Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob“.

Stimme in diesen Lobpreis ein! Sing das neue Lied! Erhebe den in deinem Herzen, den Himmel und Erde preisen!

„Weine nicht! Siehe!“

„Steig herauf – ich will dir zeigen …“

Ich muss heute nicht auf der Erde festkleben! Ich kann aufsteigen!

Ich muss nicht in meiner Traurigkeit verharren! Ich kann ablegen, was mich beschwert!

Ich kann die Freude Jesu Christi ergreifen und mich in IHM freuen – allewege
Phil.4,4

Ich kann die Liebe Christi erkennen und mit der ganzen Gottesfülle erfüllt werden
Eph.3,19

Ich muss nicht Gefangener meiner Angst sein, nicht Sklave meiner Sorgen und Befürchtungen!

Ich muss nicht negativen Gedanken anhängen, die mich belasten und mutlos machen!

Betrachten wir einige Glaubenshelden, die, wie wir, Anfechtungen und Niederlagen erlebt haben!

So wird uns von Hiob folgendes berichtet: Als ihm der Teufel alles genommen hatte: seine Kinder, seinen Besitz und seine Gesundheit, da dachte Hiob, „die Pfeile des Höchsten würden in ihm stecken und die Schrecknisse Gottes seien auf ihn gerichtet“
Hiob 6,4

Hiob verfluchte sogar den Tag seiner Geburt und sagte: „Warum bin ich nicht gestorben bei meiner Geburt?“
Hiob 3,3-11

Bis der Herr sich „über dem Staub erhob“ und „das Geschick Hiobs wendete“ und ihm doppelt so viel gab, wie er zuvor gehabt hatte: Kinder, Besitz, Lebenskraft und Lebenszeit
Hiob 19,25; 42,10-12

Auch Abraham dachte …!

Nachdem er viele Jahre vergeblich auf einen Erben gehofft hatte, sagte Abraham zu Gott: „Siehe, ich gehe dahin ohne Kinder, und mein Knecht Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen … Mir hast du keinen Nachkommen gegeben; und siehe, einer meiner Knechte wird mein Erbe sein“.

ABER GOTT …!

Der Herr ließ Abraham hinausgehen und sagte: „Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“
1.Mose 15,2-5

Auch Jakob dachte …!

Als Jakobs Söhne aus Ägypten zurückgekehrt waren, wo sie Getreide gekauft hatten, und Simeon in der Fremde geblieben war; als er hörte, dass sie nun auch Benjamin mitnehmen wollten, rief er verzweifelt: „Ihr beraubt mich meiner Kinder! Josef ist nicht mehr da, Simeon ist nicht mehr da, Benjamin wollt ihr auch wegnehmen; es geht alles über mich“
1.Mose 42,36

ABER GOTT …!

Jakob wusste nicht, dass Josef in Ägypten zum Herrscher über alles und jeden erhoben worden war und die Zukunft Jakobs und die seiner ganzen Sippe sichern würde!

Auch Elia dachte …!

Als Isebel, die Frau des gottlosen Königs Ahabs, Elia nachstellte und ihn töten wollte, „fürchtete sich Elia, rannte um sein Leben und suchte Schutz in der Wüste“. Dort, unter einem Wachholderbaum wünschte er sich zu sterben und sagte zu Gott: „Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele, ich bin nicht besser, als meine Väter“
1.Kön.19,1-4

ABER GOTT …!

Elia hatte keine Ahnung, dass er in Kürze einen Nachfolger salben würde, auf dem Gottes Geist zweifache stärker ruhen würde, als auf ihm selbst! Elia wusste auch nicht, dass er nicht sterben würde, sondern von einem „feurigen Wagen in den Himmel“ getragen werden würde
1.Kön.19,15-16; 2.Kön.2,9-11

Auch Petrus dachte …!

Was wird Petrus gedacht haben, nachdem er Jesus dreimal verleugnet hatte und die Hoffnung Israels gekreuzigt worden war?

ABER GOTT …!

Petrus ahnte nicht, dass der Auferstandene nur drei Tage später zu ihm sagen würde: „Friede sei mit dir! … Nimm hin den Heiligen Geist … Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich dich“ (Jh.20,19-22). Petrus wusste auch nicht, dass er einige Wochen später in Jerusalem das Evangelium der Gnade verkünden würde und dreitausend Menschen errettet würden?

Auch Saulus von Tarsus dachte …!

Er dachte, die Christen würden eine Irrlehre verbreiten und, dass man sie verfolgen und einsperren muss. Bis ihn vor Damaskus ein Licht umleuchtete, heller als die Sonne, er auf die Erde fiel und eine Stimme hörte, die zu ihm sagte: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“

ABER GOTT …!

An diesem Tag hätte dieser Mann nicht glauben können, dass er „den Namen Jesu vor Könige, das Volk Israel und die Heiden tragen würde“
Apg.9,1-15

Auch Johannes dachte …!

Was wird der Jünger Jesu gedacht haben, als man ihn auf die Insel Patmos verbannt hatte?

ABER GOTT …!

Bis der Herr den Himmel über ihm öffnete und ihn Zukünftiges sehen ließ, das nicht herrlicher und tröstlicher sein konnte!

Es ist wichtig, dass wir unseren Herrn und Retter in SEINER Schönheit, Klarheit und majestätischen Pracht erkennen, denn dann können wir IHN auch anderen Menschen in Klarheit bezeugen.

Dazu hat Gott dich und mich berufen, denn SEIN Wort sagt: „Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi“
2.Kor.4,6 Schlachter

Denke daran, wenn dir die Zukunft verhüllt ist und es dunkel wird vor deinen Augen!

Dann lass die Gegenwart Christi dein Herz erleuchten, damit SEINE Herrlichkeit in dir und durch dich hell erstrahlen kann!

„Steig herauf – ich will dir zeigen …“

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