11. - 12. August

„David sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Heeres Israel, den du verhöhnt hast.“ 1.Samuel 17,45

 

Sein Vater hatte ihn ins Heerlager Israels geschickt. David sollte sich nach dem Wohlergehen seiner drei Brüdern erkundigen, die Saul und seinen Männern in den Kampf gegen die Philister gefolgt waren. Dort angekommen wurde der Sohn Isais sogleich Zeuge eines Ereignisses, das sich seit nunmehr vierzig Tagen morgens und abends wiederholte: Ein hünenhafter Mann löste sich aus den Reihen der Feinde und trat vor das Heer Israels, um es herauszufordern und zu verspotten. Die Bibel beschreibt die Rüstung des Kriegers so: „Der hatte einen ehernen Helm auf seinem Haupt und einen Schuppenpanzer an, und das Gewicht seines Panzers war fünfhundert Lot Erz, und hatte eherne Schienen an seinen Beinen und einen ehernen Wurfspieß auf seiner Schulter. Und der Schaft seines Spießes war wie ein Weberbaum, und die eiserne Spitze seines Spießes wog sechshundert Lot, und sein Schildträger ging vor ihm her.“

 

Wie lässt sich das damalige Geschehen im Licht des Neuen Testaments deuten? Gibt es auch in unserem Leben einen Feind, der uns täglich bedroht, verhöhnen und in den Boden stampfen will?

 

In seinem Brief an die Gläubigen in Rom sprach der Apostel Paulus von einem Gegner, der ihm überlegen war und den er aus eigener Kraft nicht zu bezwingen vermochte. Er nannte diesen übermächtigen Feind, der seine Seele bedrohte, „das Gesetz der Sünde und des Todes“. Doch Jesus, unser Herr und Retter, will nicht, dass wir diesem Widersacher unterliegen. Er bietet uns Sieg an über ihn und erwartet, dass wir ihm, so wie einst David dem Goliath, „den Kopf abschlagen“, sobald er sich uns in den Weg stellt.

 

Warum wird ein Gegenstand, der unseren Händen entgleitet, unweigerlich nach unten gezogen? Weil in diesem Moment ein Gesetz in Kraft tritt – das Gesetz der Schwerkraft. Diese Tatsache ist allseits bekannt und wird von keinem bestritten. Wer aber weiß, dass auch in uns selbst, in unserer gefallenen menschlichen Natur, ein Gesetz wirkt? Es ist das Gesetz der Sünde und des Todes!

 

Woher kommt das unstillbare Verlangen, stets das besitzen zu wollen, was ein anderer hat? So neiden wir einander materielle Güter oder private und berufliche Erfolge. Sogar besondere Charaktereigenschaften, die wir bei anderen entdecken, können unsere Missgunst erwecken. Jakobus sagt: „Woher kommt der Kampf unter euch, woher der Streit? Kommt's nicht daher, dass in euren Gliedern die Gelüste gegeneinander streiten? Ihr seid begierig und erlangt's nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft ...“.

Starke Worte, die einen Kampf beschreiben, den jeder von uns kennt und der in unserm Innern tobt. Lüste und Begierden, die uns umtreiben, verursachen unzählige Konflikte, bewirken Feindschaften. Und doch lautet Gottes Gebot: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus ... noch alles, was dein Nächster hat“. Was aber geschieht, wenn wir dem göttlichen Gebot gehorsam sein wollen? Wir stellen fest, dass in unseren Gliedern Kräfte wirken, die stärker sind als unsere guten Absichten. Nur so ist es zu erklären, dass wir Gedanken anhängen oder Dinge tun, die wir im Grunde unseres Herzen verabscheuen. Auch der Apostel Paulus litt unter diesem unseligen Widerspruch, denn er sagte: „Ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich ... Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“

Wo liegt die Ursache solch widersprüchlichen Handelns? Der Apostel sagte weiter: „Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht ... Ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinen Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.“

 

Jakobus beschreibt, wie uns das Gesetz der Sünde zu Fall bringt: „Ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“

Wenn wir Gottes Gebot zuwidergehandelt haben, sind wir traurig und deprimiert. Dann ist unser Gewissen belastet. Wir fühlen uns schuldig.

Einerseits möchten wir Gottes Geboten entsprechen, andererseits stellen wir fest, dass die Sünde, die in unserer gefallenen menschlichen Natur wohnt, stärker ist als unser Wille zum Guten. Verständlich, dass Paulus an dieser Stelle ausrief: „Ich elender Mensch!" Dann aber fragt er: "Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe (Leib des Todes)?“

 

David war mit dem Kriegshandwerk nicht vertraut. Doch er konnte und wollte nicht akzeptieren, dass ein Philister das Heer des lebendigen Gottes verhöhnte. So erklärte er sich zum Kampf gegen ihn bereit. Als Saul davon erfuhr, ließ er den jungen Schafhirten rufen und sagte zu ihm: „Du kannst nicht hingehen, um mit diesem Philister zu kämpfen; denn du bist zu jung dazu, dieser aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf.“

Nun berichtete David von seinen Erlebnissen bei den Schafen, davon, wie er den Bären und den Löwen überwunden hatte. Saul gab seine Einwilligung nur zögernd, nachdem er dem jungen Mann seine eigene Rüstung angezogen und ihm sein Schwert umgebunden hatte. Doch David erkannte schnell, dass er mit diesem Kriegsgerät nicht umzugehen verstand. Es würde ihn nur behindern. So legte er es von sich und griff nach seiner Schleuder. Dann suchte er in einem Bach fünf Kieselsteine, die er in seine Hirtentasche tat. So ausgerüstet trat er dem Philister entgegen.

Für jeden Beteiligten, der Zeuge des damaligen Geschehens wurde, muss es ein unvergesslicher Anblick gewesen sein: Hier stand der junge David, ein Teenager und Schafhirte. In seiner Hand hielt er eine Steinschleuder. Ihm gegenüber hatte sich der Philister aufgebaut, ein Hüne, der alle Anwesenden um Haupteslänge überragte, ein erfahrener Kriegsmann, bis an die Zähne bewaffnet und bestens gerüstet. Verständlich, dass sich der Riese von den Israeliten verhöhnt fühlte, als ihm der Junge entgegentrat. Dann hörte er ihn sagen: „Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Heeres Israel ... Heute wird dich der Herr in meine Hand geben." Und "Der Krieg ist des Herrn, und er wird euch in unsere Hände geben.“

 

David wusste sehr wohl, dass er gegen den hünenhaften Krieger allein keine Chance hatte. Doch die Auseinandersetzung, in der sich die Israeliten befanden, war nicht nur ihr Kampf – es war auch der Kampf des lebendigen Gottes. Auch er war von dem Philister verhöhnt und herausgefordert worden. Deshalb war sich David der Hilfe und des Beistands des Gottes Israels sicher. Wer aber würde ihm widerstehen können, wenn der Herr der Heerscharen an seiner Seite focht?

Als David zu dem Philister sagte: „Ich komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth“, rechnete er mit der vollen Unterstützung seines Gottes. Mehr noch: Er wusste sich eins mit ihm! Sehen konnte der Philister nur einen Jüngling, nicht aber den Herrn der Heerscharen, der ihm zur Seite stand. Hätte Goliath ihn erkannt, wäre er um sein Leben gerannt.

 

Im achten Kapitel des Römerbriefs wird uns gezeigt, wie wir „Goliath“ besiegen können. Hier lesen wir: „Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.“

Gott kennt unsere verzweifelte Lage. Er weiß um unseren aussichtslosen Kampf gegen die Macht der Sünde und des Todes. Weil wir seine gerechten Forderungen nicht erfüllen konnten und zu schwach waren, dem Begehren der Sünde zu widerstehen, sandte er Jesus, seinen geliebten Sohn auf diese Erde. Er war es, der an unserer Statt alle gerechten Forderungen Gottes erfüllt hat. Am Kreuz verdammte Gott schließlich die Sünde im Fleisch, sie wurde gekreuzigt, gerichtet und ihrer Macht entkleidet.

Was dir unmöglich war, das hat Gott selbst für dich getan. Weil er dich liebt und dir im Kampf gegen „Goliath“ beistehen will, machte er in deinem Geist Wohnung, wurde er eins mit dir. Deshalb heißt es: „Wer dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm.“

 

Weil Christus heute in dir lebt, bist du kein Schuldner Gottes mehr. Darum, wenn dich jemand angreifen und zu Fall bringen will, dich beschuldigt oder anklagt, dann ruft dir dein himmlischer Vater zu: „Christus ist hier!“ Versuche also nicht, „Goliath“ mit eigener Faust zu besiegen! Auch wenn du die „Rüstung“ eines anderen Menschen anziehst, den du für besonders stark hältst, wirst du nicht gegen die Macht der Sünde bestehen können.

 

Bevor David seinem Gegner entgegeneilte, hatte er fünf glatte Steine aus einem Bach gesammelt und sie in seine Hirtentasche getan. Und schon mit dem ersten Stein streckte er Goliath nieder.

 

Jede Wahrheit, die dir Christus, dein guter Hirte, zugesprochen und durch die er dich gestärkt und getröstet hat ist ein „glatter Steine“ aus dem Strom der Gnade Gottes. Sammle solche „Steine“ sorgsam und bewahre sie in deinem Herzen. Wenn dich dann der Versucher zu Fall bringen will, wirst du nicht ohne „Waffe“ sein. Sagt die Schrift nicht, dass Gottes Wort das Schwert des Geistes ist? Hat nicht auch Jesus den Versucher damit überwunden?

Halte dem Teufel, wenn er dich angreift, die unveränderliche, ewige Wahrheit Gottes vor. Oder „schleudere“ ihm, wenn er dich belügen oder verklagen will, eine göttliche Verheißung entgegen, mit der dich dein Herr und Retter getröstet und ermutigt hat.

Ein „glatter Stein“ ist sicherlich auch der wunderbare Name Jesu, der dir gegeben wurde, um über die Mächte der Finsternis zu triumphieren. Rufe den kostbaren Namen Jesu an, wenn die alte Schlange ihr Gift versprüht und dich unruhig macht.

Auch wenn du anfängst, Christus zu loben und ihm zu danken, für seine Gegenwart, seinen Beistand, seinen Sieg über Satan, die Welt, die Sünde, den Tod und deine gefallenen Natur, ist ein „glatter Stein“, der auf die Stirn deines Widersachers zielt.

In deiner „Hirtentasche“ sollte immer auch dieser „glatte Stein“ vorhanden sein – die Wahrheit, dass dich Christus durch sein vergossenes Blut erlöst und für Gott erkauft hat. Von den Überwindern wird gesagt: „Sie haben ihn (den Verkläger) überwunden … durch des Lammes Blut“.

„Glatte Steine aus dem Bach“ sind die herrlichen, ewigen Wahrheiten Gottes, die dir der Heilige Geist – der Geist der Wahrheit – aus dem Strom der Gnade darreicht und lebendig macht. Wenn du dein Denken damit füllen, wirst du dem Feind jederzeit gewappnet entgegentreten.

 

Der Krieg ist des Herrn! Gemeinsam mit ihm kannst du jeden Feind, die wider deine Seele streiten, überwinden und zu Boden werfen. Lass dich deshalb von keinem „Riesen“ einschüchtern, sondern verkündige allen Mächten und Gewalten, was auch David bekannte: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wenn die Übeltäter an mich wollen, um mich zu verschlingen, meine Widersacher und Feinde, sollen sie selber straucheln und fallen. Wenn sich auch ein Heer wider mich lagert, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.“

Die Schrift verheißt uns: „Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!“

 

Röm.8,2; Jak.1,13-15; 4,1; 2.Mose 20,17; Röm.7,7-8.14-20.22-25; Röm.8,3-4; 1.Kor.6,17; Kol.1,27; Gal.2,20; Offb.12,10-11; Mt.4,4.7.10; Eph.6,17; Apg.4,12; Röm.10,12-13; Offb.12,10-11; Jh.16,13; Ps.27,1-3; Röm.16,20

 
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