11. - 12. September

„Liebt eure Feinde und bittet für die, so euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und lässt regnen über Gerechten und Ungerechten.“ Matthäus 5,44-45

 

Wenn wir ein Leben in Reinheit und Gerechtigkeit führen wollen, wird dies unserer Umgebung nicht verborgen bleiben. Einige Menschen werden unsere Standhaftigkeit bewundern, andere uns für rückständig erachten. Wir müssen aber auch damit rechnen, dass wir Widerspruch erfahren, denn Petrus schrieb: „Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in dasselbe wüste, unordentliche Treiben, und sie lästern.“

 

Wer beeinflusst diese gefallene Welt? Wer unterstützt und fördert das wüste, unordentliche Treiben der Menschen? Satan, der Feind und Gegner von Reinheit und Gerechtigkeit! Und weil er sein Zerstörungswerk unbehelligt vorantreiben will, stellen diejenigen, die Christus nachfolgen und den Heiligen und Gerechten zum Ausdruck bringen wollen, eine ernste Gefahr für ihn dar. Sie sind, wie Jesus sagte, „Licht der Welt und Salz der Erde“. Zum einen weist ihr Leben in großer Klarheit auf den auferstandenen Herrn und Retter hin, zum anderen sind sie maßgeblich daran beteiligt, dass die Fäulnis in dieser Welt nicht noch schneller voranschreitet.

Der Widersacher wird also nichts versucht lassen, unser Licht zu verhüllen und unsere Salzkraft zu schwächen. So ist es zu erklären, dass uns Menschen verspotten oder verächtlich machen, wenn wir Jesus nachfolgen. Ja, es kann sogar sein, dass wir von der eigenen Familie Ablehnung erfahren oder von Arbeitskollegen attackiert werden. Davon redete der Herr im folgenden Teil seiner Bergpredigt, als er sagte: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn.' Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel ... Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.“

Wer diese Worte Jesu hört, erkennt sehr schnell, wie groß sein Mangel ist, denn welcher Mensch kann Spott, Ablehnung, Hass und Verleumdung ertragen, wenn kein eigenes Verschulden vorliegt? Wer kann seinen Feinden in Liebe begegnen, wenn sie ihm Übles tun? Und wer kann denjenigen segnen, der ihm flucht?

Solch ein Leben wohnt nicht in uns! Deshalb brauchen wir den, der diese Worte gesprochen hat, denn er ist es auch, der dieses Leben in Fülle besitzt. Jesus Christus kann Ungerechtigkeit ertragen; er kann Hohn und Spott erdulden, Widerspruch und Verleumdungen hinnehmen, ohne zurückzuweichen oder zurückzuschlagen.

 

Die Bibel berichtet uns, dass Judas, einer der Jünger Jesu, ein Dieb war: Geld, das ihm nicht gehörte, steckte er in die eigene Tasche. Hättest du ihm die Verwaltung der Finanzen übertragen und die gemeinsame Kasse anvertraut? Jesus tat es! Und wie hättest du diesen Mann behandelt, wenn du gewusst hättest, dass er dich am Ende, für einige Silbergroschen, verraten und an deine Gegner ausliefern würde? Könntest du einem solchen Menschen freundlich begegnen, ihn lieben und ihm dienen? Jesus konnte es!

Von ihm, dem Sohn Gottes und Herr des Himmels und der Erde, wird uns gesagt: „Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Sogar in Nazareth, seiner Heimatstadt wurde er abgelehnt. Dort wollte man den Heiland der Welt sogar einen Abhang hinabzustoßen. Doch er schritt durch die Schar seiner Gegner hindurch. Und so ging er seinen Weg zielstrebig weiter – bis ans Kreuz. Dort hing er, der Heilige und Gerechte, der, der keine Sünde getan hatte und in dessen Mund man keinen Betrug finden konnte. Doch anstatt denen, die ihm Schmerzen zufügten, zu grollen oder Qualen der Hölle anzudrohen, betete er für seine Peiniger. Er sagte: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Jesus konnte sagen: „Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“ Allen, die zu ihm kamen, streckte er seine helfende Hand entgegen. Er entzog sich auch dem nicht, der seine Güte mit Füßen trat. Er nannte Judas sogar „mein Freund“. Die Liebe Jesu erreichte jeden, seine Errettung galt allen – auch denen, die ihn verachteten und hassten.

 

Gottes Wort ermutigt uns: „Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst.“

Denke an den, der selbst Hohn und Spott erduldete und Ablehnung erfahren hat. Denke aber auch daran, dass dieser Wunderbare heute in dir lebt. Lass sein Überwinderleben in deinem Herzen regieren!

 

Der Apostel Paulus fordert uns auf: „Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: 'Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.' Vielmehr, 'wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln'. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

 

Niemals dürfen wir uns dazu hinreißen lassen, selbst Hand an unsere Gegner zu legen. Was erreichte Petrus, als er sein Schwert zog und dem Knecht des Hohenpriesters das rechte Ohr abhieb? Konnte er dem Geschehen dadurch eine Wendung geben und den Angriff des Bösen stoppen? Ganz im Gegenteil: Durch sein Eingreifen wurden neue Wunden geschlagen, die Jesus heilen musste. Daher sollten wir „unser Schwert“ in der Scheide lassen und zurücktreten, um dem Wirken Gottes Raum zu geben.

Das aber bedeutet nicht, dass wir passiv bleiben, wenn uns Menschen hassen, beschuldigen oder beleidigen. Wir sollen für sie bitten und sie segnen! Mehr noch: Wenn unser Widersacher Hunger oder Durst leidet, sollen wir ihm zu essen und zu trinken geben. So werden wir, wie die Schrift sagt, feurige Kohlen auf seinem Haupt sammeln. Doch wer dabei an „Kohlen des Gerichts“ denkt, der irrt. Es ist zuerst und vor allem das Feuer der Liebe Gottes, das durch unsere Fürbitte freigesetzt und entfacht wird, nicht das Feuer seines Zorns. Und wie stark wird es brennen, wenn wir denen freundlich begegnen können, die uns verachten und negativ über uns reden.

 

Wir wissen, dass der Heilige und Gerechte eines Tages alle Bosheit und Ungerechtigkeit richten wird – wir können ihm völlig vertrauen. Heute aber sind wir zum Frieden berufen und aufgefordert, zu segnen – die Guten und die Bösen – , denn auch unser Gott lässt über ihnen regnen und verwehrt keinem von ihnen das Licht des Tages.

 

Was wird geschehen, wenn du für Menschen betest, sie segnest und ihnen wohl tust, die dich um Christi willen ablehnen, schmähen, hassen und verfolgen? Du selbst wirst im Frieden Gottes bewahrt bleiben! Gleichzeitig erweist du dich vor den Augen der sichtbaren und unsichtbaren Welt als Kind deines himmlischen Vaters.

So wirst du für Gott ein Wohlgeruch Christi sein, für die, die errettet werden oder verloren gehen – den einen „ein Geruch des Todes zum Tode“, den anderen „ein Geruch des Leben zum Leben“.

 

1.Petr.4,3-4; Mt.5,13a.14a; Jes.50,6; 53,7; Mt.26,67; Jh.12,6; Lk.22,3-6.47-51; Phil.2,15; Mt.26,14-16; Lk.4,28-29; Jh.1,11; Lk.23,34; Jes.50,6; Mt.26,50; Hebr.12,3; Röm.12,17-21; Mt.26,51-52; Phil.4,7; 2.Kor.2,15-16

 
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