„Indem er sagt, ‚einen neuen Bund’, erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist seinem Ende nahe.“  Hebräer 8,13

 

Zur Zeit des Alten Testaments schloss Gott, der Herr, vier Bündnisse mit den Menschen. Seine erste Vereinbarung besiegelte der Allmächtige mit Noah, nachdem der die Arche verlassen hatte und seinem Retter ein Dankopfer darbrachte. Die Schrift sagt: „Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier bei euch ... Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll durch die Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe ... Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde ... Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“

Jeder Mensch kann erkennen, dass Gott sein Versprechen, das er Noah gab, bis zum heutigen Tag treu gehalten hat: Die Sonne spendet uns ihr wärmendes Licht. Und auch der Regen bleibt nicht aus. Er feuchtet die Erde, damit sie Frucht hervorbringen kann.

 

Seinen zweiten Bund schloss der Herr mit Abraham, denn er verhieß ihm: „All das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden.“ Und wir lesen weiter: „An dem Tag schloss der Herr einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom Ägyptens an bis an den Strom Euphrat.“

Auch diesen Bund hat Gott treu gehalten. Und er wird auch weiterhin zu seiner Verheißung stehen, wie sehr die Widersacher Israels auch toben mögen. Hier gilt das Wort: "Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen."

 

Einen weiteren Bund schloss der Herr mit David, als er ihm versprach: „Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein ... Dein Haus und dein Königtum sollen bestätigt sein in Ewigkeit vor mir, und dein Thron soll ewiglich bestehen.“

Als Petrus an Pfingsten das Wort ergriff, ließ er seine Zuhörer wissen: „David ... da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte, hat er's vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tode überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen.“ Auch diese Zusage wurde von Gott eingehalten, denn Jesus, der Spross Davids, sitzt heute, hoch erhöht, auf dem Thron des Königs. Seine Herrschaft wird ewig währen und niemals enden.

 

Diese drei Bündnisse, die Gott mit Noah, Abraham und David schloss, haben eins gemeinsam: Der Herr gab seine Zusagen, ohne sie an Bedingungen zu knüpfen. Was aber ist der „Alte Bund“? Gemeint ist der Bund, den Gott mit Mose schloss – am Berg Horeb. Dort sagte der Herr: „Werdet ihr meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern.“ Dieses Bündnis war zeitlich begrenzt. Da es zudem an Bedingungen geknüpft war, glich es einem Vertrag, den zwei Geschäftspartnern miteinander aushandeln: Gott, der Herr, bot seinem Volk Befreiung vom Joch aller seiner Feinde an, zudem ein Land, darin Milch und Honig flossen. Ob die Israeliten in Freiheit leben würden und ihren Widersachern trotzen konnten, hing jedoch von ihrem Verhalten ab. Würden sie ihrem Gott die Treue halten, war ihnen sein Segen gewiss, dann sollte ihr Acker vollen Ertrag bringen. Sobald sie sich aber von Gott abwenden und anderen Göttern dienen würden, würde Gottes Zorn entbrennen und das Verderben über sie hereinbrechen. Wer die Geschichte Israels kennt, weiß, wie schnell die Israeliten ihren Gott verließen und wie oft sie anderen Göttern nachliefen. Bekannt ist auch, wie sehr die Israeliten unter dem Gericht Gottes zu leiden hatten, mit dem er ihre Abtrünnigkeit bestrafte.

Schließlich kam der Tag, an dem der Herr durch den Mund des Propheten Jeremia eine Verheißung gab, die alle vorhergehende überstrahlte. Er sagte: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: 'Erkenne den Herrn', sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetaten vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“

 

Während im Alten Bund der Buchstabe regiert und von uns ein fehlerloser Wandel erwartet wird, regiert im Neuen Bund der Geist – Gottes Geist. Der Buchstabe, einst in Stein geschrieben, fordert unsere ungeteilte Hingabe. Jedes Versagen wird von ihm verurteilt und mit dem Tod bestraft. Deshalb führt dieser Bund zur Verdammnis! Der Geist aber macht lebendig! Er bringt uns die Gerechtigkeit Jesu Christi und reicht uns seine Lebensfülle dar. Der Alte Bund schrieb nur in steinerne Tafeln, in Menschenherzen, die unfähig waren, Gottes Forderungen zu erfüllen. Im Neuen Bund schreibt Gottes Geist in fleischerne Tafeln des Herzens. Er wirkt das Wesen und die Natur Jesu in uns ein und macht uns so zu Menschen, die, wie Gott verheißt, „in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun“.

 

Vier Bündnisse, die Gott zur Zeit des Alten Testaments mit den Menschen schloss. Drei haben ihre Gültigkeit bis zum heutigen Tag behalten. Ein Bund aber, der Alte Bund, wurde ersetzt, da er sich als schwach und untauglich erwiesen hatte. Deshalb sagte der Schreiber des Hebräerbriefs, als er der Verheißung Gottes durch Jeremia gedachte: „Indem er (Gott) sagt, 'einen neuen Bund', erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist seinem Ende nahe.“

Ein Mensch, der am Alten Bund festhält, befindet sich unter dem Fluch, denn die Schrift sagt: „Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!“ Ein Mensch aber, der im Genuss des Neuen Bund steht, empfängt den überfließenden Segen Gottes.

 

Was geschah, nachdem Mose auf dem Berg die Tafeln des Bundes empfangen hatte? Noch während der Herr mit seinem Diener sprach, hatten sich die Kinder Israel bereits von ihm abgewandt. Sie tanzten um ein goldenes Kalb und sprachen: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat!" Zu Mose aber sagte der Herr: "Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe.“ Die Bibel berichtet uns, dass an jenem Tag dreitausend Mann in der Wüste niedergestreckt wurden und starben.

Doch was geschah am Tag der Pfingsten, als das Evangelium der Gnade verkündigt wurde? Dreitausend Menschen wurden gerettet! Sie empfingen Vergebung ihrer Sünden, dazu die Gabe des Heiligen Geistes und das ewige Leben. Sie wurden dem Machtbereich Satans entrissen und in das Reich Gottes versetzt. Sie alle wurden Nutznießer eines besseren Bundes!

 

Der Alte Bund gebietet, einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn zu steinigen, ebenso denjenigen, der seine Eltern schlägt oder ihnen flucht. Auch wer den Sabbat entheiligt, indem er eine Arbeit verrichtet, muss des Todes sterben, ebenso der Mensch, der Ehebruch begeht oder Geister beschwört. Da das Gesetz außerdem für jeden Lebensbereich Vorschriften und Bestimmungen beinhaltet, kann man verstehen, warum sich ein Mensch ständig angeklagt und verdammt fühlt, wenn er Gott im Alten Bund dienen will. Die Furcht, von Gott bestraft zu werden, wird für ihn allgegenwärtig sein und dazu führen, dass er keinen Frieden findet. Ganz anders aber der Neue Bund! Hier verheißt der Herr: „Ich will ihnen ihre Missetaten vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.“

Wo immer das Gesetz mit seinen Vorschriften und Satzungen gepredigt wird, weckt es Schuldgefühle, verbreitet es Furcht. Die Gnade Jesu aber schenkt uns Vergebung und gibt uns die Gewissheit, dass Gott unserer Missetaten und Verfehlungen nicht mehr gedenkt. Dabei erfahren wir auch, dass Gott eine Fähigkeit besitzt, die uns Menschen fehlt – er kann vergessen. Wenn du dem Herrn also heute deine Übertretung bekennst, dann darfst du wissen, dass er dir aufgrund seines vergossenen Blutes deine Schuld vergeben und dich von aller Ungerechtigkeit gereinigt hat. Wirst du morgen in der gleichen Angelegenheit noch einmal zu ihm kommen, wird er dir sagen: Ich weiß nicht, wovon du redest. Die Vorkommnisse, von denen du sprichst, habe ich vergessen!

 

Lebe völlig im Neuen Bund! Gott kommt dir heute nicht mit einer Steintafel entgegen, auf der geschrieben steht, was er von dir erwartet. Nein! Der Vater der Herrlichkeit und Gott aller Gnade kommt dir in Jesus Christus entgegen und ruft dich in die Gemeinschaft seines lieben Sohnes. Er ist deine Sühnung! Er ist deine Gerechtigkeit und deine Heiligung! In den Augen Gottes ist er sogar deine Vollendung! Wende ihm deshalb dein Herz und deine Aufmerksamkeit zu. Während du die Herrlichkeit Jesu anschaust, wirst du in sein Bild umgestaltet. Gottes Geist wird die Tugenden Christi in dein Herz schreiben und dich zu einem Menschen machen, der in seinen Geboten wandelt. Er hat verheißt: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben.“

Genieße die Tatsache, dass Gott dir deine Schuld vergeben hat. Er gedenkt ihrer nicht mehr! Du bist im Blut Christi gewaschen und ohne Tadel. Der Neue Bund, den Gott mit dir geschlossen hat ist nicht an Bedingungen geknüpft, die du erfüllen musst. Es war Jesus, der alle gerechten Forderungen Gottes erfüllt hat! Auch steht oder fällt der Neue Bund nicht mit deiner Hingabe und Treue, da er auf der vollkommenen Hingabe Jesu gegründet ist. Deshalb ruft dir Gottes Wort heute zu: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“

 

Danke, Herr Jesus, für den Neuen Bund, den du mit mir geschlossen hast!

 

1.Mose 9,8-17; 8,20-22; 12,7; 13,15-16; 15,18; Röm.11,29; 2.Sam.7,12-16; Apg.2,29-32; 2.Mose 19,1-6; Jer.31,31-34; Hebr.8,8-13; Gal.3,10; 2.Mose 31,18; 2.Kor.3,3; 2.Mose 32,4.8.25-28; Apg.2,1-4.16.33.38-39.41; 5.Mose 21,18-21; 2.Mose 21,15.17; 3.Mose 20,10; 2.Mose 31,14; Röm.3,25; 1.Kor.1,30;  2.Kor.3,18; Röm.8,1

 
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