13. - 14. Juli

„Es kommt die Zeit und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.“  Johannes 4,23

 

Die Meinungen, wie wir Gott anbeten sollen, sind sehr unterschiedlich und gehen weit auseinander. Die entscheidende Frage aber muss lauten: Wie will Gott, der Herr, von uns angebetet werden? Welche Anbetung stellt ihn zufrieden?

Diese wichtige Frage beantwortete Jesus im Gespräch mit einer Samariterin, die um die Mittagszeit zu einem Brunnen kam, um Wasser zu schöpfen. Der Herr offenbarte ihr, an welchem Ort und auf welche Weise Gott angebetet werden will.

 

Zur Zeit des Alten Testaments gab es für einen Juden diesbezüglich keine Frage, denn Gott hatte seinem Volk durch Mose gesagt: „Dies sind die Gebote und Rechte, die ihr halten sollt, dass ihr danach tut im Lande, das der Herr, der Gott deiner Väter, dir gegeben hat, es einzunehmen, solange du im Lande lebst: Zerstört alle heiligen Stätten, wo die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben ... Ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, so nicht dienen, sondern die Stätte, die der Herr, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, dass er seinen Namen daselbst wohnen lässt, sollt ihr aufsuchen und dahin kommen. Dorthin sollt ihr bringen eure Brandopfer und eure Schlachtopfer.“

 

Zu jener Zeit hatte Gott einen Ort erwählt, an dem er wohnen und sich herrlich erweisen wollte – Jerusalem! Jedem Israelit wurde befohlen, mindestens dreimal im Jahr nach Jerusalem zu kommen, um vor Gott zu erscheinen. Wer dies tat, durfte jedoch nicht mit leeren Händen kommen – er musste eine Opfergabe mitbringen.

Nun aber sprach Jesus davon, dass sich diese Zeit ihrem Ende zuneigte, denn als die Samariterin sagte: „Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll“, antwortete ihr der Herr: „Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“

Diese Aussage Jesu war revolutionär, bahnbrechend! Was bisher galt, sollte in Kürze keine Gültigkeit mehr haben? Gott, der Vater, wollte an einem anderen Ort angebetet werden? Auf andere Art und Weise? Unfassbar!

 

Die Worte Jesu machen deutlich, dass die Anbetung Gottes im Neuen Bund weder an einen besonderen Ort, noch an eine bestimmte Zeit gebunden ist. Vielmehr sucht der Vater Anbeter, die ihn dort, wo sie sich gerade befinden, im Geist und in der Wahrheit anbeten!

Jeder Gläubige, der Christus aufgenommen hat, ist damit auch zu einer Wohnung Gottes geworden, zu einem Tempel des Heiligen Geistes! Zur Zeit des Alten Bundes wohnte Gott im Tempel zu Jerusalem. Heute sind wir seine Wohnstätte! Wir sind der Tempel des Heiligen Geistes!

Welch großartige Tatsache: Gott wohnt in unserem Geist, wo er für uns zu jeder Tageszeit erreichbar ist. Wir beten den Vater im Geist an – in unserem wiedergeborenen Geist! Jesus hat uns verheißen, dass, wenn wir ihn lieben, er und der Vater zu uns kommen und Wohnung bei uns machen werden. Deshalb müssen wir nicht zu einem bestimmten Ort kommen, wenn wir Gott anbeten wollen.  Wir berühren ihn in unserem Geist und werden eins mit ihm.

Der Ort, an dem Gott im Neuen Bund angebetet werden will, ist also nicht außerhalb von uns – es ist unser wiedergeborener Geist, der zur Wohnstätte Gottes wurde. Wie aber beten wir ihn in der Wahrheit an?

 

Man ist schockiert, wenn man hört, was der Herr seinem Volk durch den Mund des Propheten Amos sagen ließ, nämlich: „Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen ... Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören!“

An diesen Worten erkennen wir, dass Gott nicht damit zufrieden ist, wenn wir nur zusammenkommen, um einige Lieder zu singen, ein paar Gebete sprechen und einer Predigt lauschen. Nein! Ihn verlangt nach mehr!

 

Bevor Jesus der überraschten Samariterin offenbarte, dass sich Gott nach einer neue Anbetungsstätte sehnt, bot er der durstigen Frau lebendiges Wasser an. Er sagte: „Wer von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“

Was hat lebendiges Wasser mit wahrer Anbetung zu tun?

 

Seitdem Jesus auferstanden ist, können wir ihn wie erfrischendes, durstlöschendes Wasser trinken und in uns hinein aufnehmen. Wenn wir den Namen des Herrn zum ersten Mal anrufen – im Glauben – und ihm unsere Verfehlungen bekennen und dafür danken, dass er sein Leben für uns hingegeben hat, wenn wir ihn in unser Herz und Leben aufnehmen, dann kommt er als der Geist des Lebens in uns hinein. Damit beginnt in uns eine Quelle lebendigen Wassers zu sprudeln, welche, wie Jesus sagte „in das ewige Leben quillt.“

 

ief in unserem innersten Sein gibt es einen Brunnen lebendigen Wassers. Und sobald wir uns Christus zuwenden und ihn in unserem Geist berühren, sind wir wahrhaftige Anbeter Gottes.

Nicht wir bemühen uns, Gott zufrieden zu stellen. Nein! Er dient uns, indem er uns innerlich mit Christus, dem Wasser des Lebens, erquickt, stärkt und belebt. Wenn wir uns an seinem Sohn erfreuen, ihm danken, ihn loben und preisen und seinen Namen erheben, dann ist der Vater voller Freude! Dann beten wir Gott in der Wahrheit an, die Jesus Christus ist! Wir bringen Gott ein Opfer dar, das vollkommen ist, ihm gefällt und ihn völlig zufrieden stellt!

 

Willst du Gott, den Vater, heute begeistern? Dann komme durch Christus, in Christus und mit Christus zum Thron seiner Gnade! Wenn du dies tust, wird ein Wohlgeruch zum Vater aufsteigen. Gott sucht Menschen, die ihn so anbeten.

 

5.Mose 12,1-6; 16,16; 2.Chr.6,6; Jh.14,23; 1.Kor.3,16; Amos 5,21-24; Hebr.10,5-14; 2.Kor.2,15a

 
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