„Wen ich erwählen werde, dessen Stab wird grünen.“  4.Mose 17,20

 

Während Mose die Kindern Israel durch die Wüste führte, gab es einige namhafte Leute, die am Priestertum teilhaben wollten. Verständlich, dass solch ein Verlangen unter den Israeliten zu großer Unruhe führte und Verwirrung stiftete. Als Mose und Aaron deshalb zum Herrn schrien, gab er ihnen folgende Anweisung: „Rede mit den Kindern Israel und nimm von ihnen zwölf Stäbe, von jedem Fürsten ihrer Sippe je einen, und schreibe eines jeden Namen auf den Stab ... Und lege sie in der Stiftshütte nieder vor der Lade mit dem Gesetz, wo ich mich euch bezeuge. Und wen ich erwählen werde, dessen Stab wird grünen. So will ich das Murren der Kinder Israel, mit dem sie gegen euch murren, stillen.“

 

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er nach größerem Einfluss und mehr Machtbefugnissen strebt. Dahinter verbirgt sich nicht selten der Wunsch nach Bestätigung und Anerkennung! Ist ein Mensch dann auch noch kühn genug und verfügt er über besondere Fähigkeiten, wird ihm der ersehnte Erfolg auch nicht verwehrt bleiben. Doch gelten solche Maßstäbe auch im Reich Gottes? Welche Qualifikationen sind hier gefragt?

 

Geistliche Vollmacht ist nicht das Ergebnis eigener Willenskraft und Stärke. Sie ist auch nicht das Resultat menschlicher Vortrefflichkeiten. Man kann sie weder erwerben, noch in einer Schule erlernen – sie wird uns von Gott gegeben. Geistliche Vollmacht hängt von unserer Beziehung zu dem ab, der sie uns verleiht.

 

Zwölf Stäbe sollten eine ganze Nacht im Allerheiligsten vor dem Herrn liegen. Die Schrift sagt uns: „Am nächsten Morgen, als Mose in die Hütte des Gesetzes ging, fand er den Stab Aarons vom Hause Levi grünen und die Blüte aufgegangen und Mandeln tragen. Und Mose trug die Stäbe alle heraus von dem Herrn zu allen Kindern Israel, dass sie sahen, und ein jeder nahm seinen Stab.“

 

Möchtest du anderen Menschen im Glauben vorangehen? Dann darfst du sicher sein, dass es eine „Nacht“ geben wird, in der du vor Gott liegen wirst – wie einst die Stäbe.

Gott wird zulassen, dass wir in Situationen geraten, die unseren eigenen Mangel offenbaren. Auch die Fundamente, auf die wir gebaut haben, wird er prüfen und, wenn er es für notwendig erachtet, erschüttern. Diese Tatsache bestätigt er, indem er sagt: „Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel. Dieses ‚Noch einmal’ aber zeigt an, dass das, was erschüttert werden kann, weil es erschaffen ist, verwandelt werden soll, damit allein das bleibt, was nicht erschüttert werden kann.“

 

Petrus war ein Mann der Tat, voller Selbstvertrauen. Auch war er fest davon überzeugt, dass er Jesus niemals untreu werden würde. Bis eine Stunde kam, in der er seinen Herrn und Meister dreimal verleugnete. Plötzlich war es um Petrus Nacht geworden! Doch gerade in dieser Zeit, während Petrus sein Versagen erkannte und bitterlich weinte, konnte Jesus sein Herz in einer tieferen Weise berühren. Als er danach vor dem ihm stand und ihn der Auferstandene fragte: „Simon, des Johannes Sohn, hast du mich lieb?“, antwortete er kleinlaut: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“

Danach gab ihm Jesus den Auftrag: „Weide meine Schafe!“ Jetzt war Petrus qualifiziert, die Schafe Jesu zu weiden.

 

Hat Christus etwas gewonnen, wenn wir ihm zwar willig dienen, doch dabei nur unsere eigene Wesensart zum Ausdruck bringen? In diesem Fall wären wir nur ein „toter Stock“. Was aber würde geschehen, wenn wir in diesem Zustand der Herde Gottes vorangingen? Früher oder später wären wir nur „Treiber“ der Herde. Ja, wir würden sogar auf die Schafe Christi einschlagen. Davor aber will Gott uns und seine Herde bewahren!

Gott, unser Vater, schlägt nicht auf seine Kinder ein. Im Gegenteil – es war sein geliebter Sohn, den er für uns schlagen ließ. Daher hat der „Stecken des Treibers“ im Neuen Bund keine Existenzberechtigung. Als Jesaja weissagte: „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“, verhieß er auch: „Denn du hast ... den Stecken ihres Treibers zerbrochen.“

 

Warum willst du Christus dienen? Was sind deine Beweggründe? Gott wird deine Motive und Absichten prüfen, während du „vor ihm liegst“ und es „Nacht“ geworden ist. Er wird deine eigene Stärke berühren! Du selbst bist nur ein „toter Stab“, der Auferstandene will die Kraft und Schönheit deines Lebens sein.

 

Auch Paulus berichtete von Stunden, in denen er und seine Mitarbeiter von Gott gereinigt wurden. Sie waren verzagt und meinten, sie müssten sterben. Später schrieb der Apostel: „Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.“ Und er bekannte: „Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.“

 

Geistliche Autorität kann man auch nicht festhalten – wem sie heute gegeben wurde, dem kann Gott sie vielleicht schon morgen wieder nehmen. Johannes der Täufer war sich dieser Tatsache bewusst. Als man ihm sagte: „Meister, der bei dir war jenseits des Jordan, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm“, antwortete er: „Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.“

 

Jeder von uns wird früher oder später erleben, was der Psalmist bezeugte: „Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie da Silber geläutert wird; du hast uns in den Turm werfen lassen, du hast auf unsern Rücken eine Last gelegt, du hast Menschen über unser Haupt kommen lassen, wir sind in Feuer und Wasser geraten. Aber du hast uns herausgeführt und uns erquickt.“

 

Erinnere dich in den Stunden der „Nacht“ an das, was Paulus den Korinthern schrieb: „Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, damit auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch.“

 

Deine eigene Kraft und Stärke wurde mit Christus gekreuzigt und begraben. Er allein befähigt dich, Gott und Menschen zu dienen. Lass ihn Schönheit und Ausdruck deines Handelns sein!

 

Hebr.12,26-29; Mt.26,31-35.69-75; Jh.21,15-17; Jes.9,5.3; 2.Kor.1,8-9; 3,5-6; Jh.3,26-27; Ps.66,10-12; 2.Kor.4,10-12

 
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