19. - 20. Februar

„Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.“  Offenbarung 2,7

 

In den ersten Kapiteln der Bibel lernen wir Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde kennen: Er ist die Quelle des Lebens und des Lichts. Wir bewundern seine Weisheit und Kreativität, staunen über seine Allmacht und die Kraft seines Wortes. Wo Gott wirkt, keimt Leben auf, dort blüht und gedeiht es. Unter seinen Händen und durch den Hauch seines Mundes wurde der Mensch im Bilde Gottes geschaffen und zu einer lebendigen Persönlichkeit. Wir können erkennen, dass Gott gut ist und uns umsorgen will. Des Weiteren sehen wir Adam und seine Frau – unschuldig und rein. Ihre Gedanken waren ohne Arg, ihr ganzes Sinnen und Trachten war allein auf Gott gerichtet. Nichts schien die Harmonie zwischen Gott und Mensch trüben zu können – bis die Schlange, der Widersacher Gottes, der Versucher und Vater der Lüge, in Erscheinung trat. Mit List entfremdete er das Geschöpf seinem Schöpfer und lockte den Menschen mit Lügen und Verdrehungen ins Verderben.

Als Gott danach zu Adam kam, um ein gerechtes Urteil zu sprechen, wurde der Mensch nicht nur mit dem göttlichen Gericht konfrontiert. Es keimte auch Hoffnung auf, als Gott einen Erlöser verhieß – den Samen der Frau. Er würde der Schlange den Kopf zertreten.

 

Zwei Parteien, die einander gegenüberstanden: auf der einen Seite Gott, der seinen Erretter ankündigte, auf der anderen Seite der Teufel, der sein Haupt frech erhob und das Gericht, das gerade über ihm ausgesprochen wurde, nicht wahrhaben wollte.

Obwohl die geschilderten Ereignisse viele Jahre zurückreichen, haben sie doch direkt und unmittelbar mit dir und mir zu tun. Sie sind ein Teil unserer eigenen Geschichte, denn das, was damals im Garten Eden geschah, überschattet unser aller Leben. Es beeinflusst unser Tagesgeschehen, bestimmt unser Denken, Fühlen und Trachten.

 

Adam und seine Frau waren in einen blühenden Garten gesetzt und vor zwei Bäume gestellt worden. Der Baum des Lebens repräsentiert Gott, den Ursprung und die Quelle des Lebens. Seine Frucht lässt in dir Glauben aufwachsen. Sie stärkt deine Wertschätzung für Gott und deine Liebe zu ihm. In dir entsteht eine tiefe Abhängigkeit zu Gott, ein Wunsch nach herzlicher Gemeinschaft und innigem Vertrautsein, so inniglich, wie sie zwischen dem Vater und seinem Sohn Jesus Christus besteht. Vom Baum des Lebens zu essen, bedeutet, Christus zu erkennen!

Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen verkörpert den Tod. Seine Frucht stärkt deine Unabhängigkeit von Gott. Sie bewirkt, dass deine eigene Kraft und deine Fähigkeiten in den Mittelpunkt rücken. Hier wird dir Selbstverwirklichung angeboten. Der Preis aber, den du dafür zu zahlen hast, ist hoch, zu hoch – er kostet dich das Leben, denn du wirst, wenn du von dieser Frucht isst, von Gott, der Quelle des Lebens, abgeschnitten. Du wirst sterben, zuerst geistlich, danach seelisch und schließlich auch körperlich. Wer vom Baum der Erkenntnis gegessen hat, lebt im Machtbereich des Bösen, wo viele schädliche Begierden gedeihen: Hier wächst Habsucht auf, hier wuchern Neid und Ehrgeiz, hier zeigen Hochmut und Selbstsucht ihre hässlichen Fratzen. Und wenn der Tod schließlich deine Seele beherrscht, wirst du nicht mal mehr erkennen, wie weit du vom wahren Leben entfernt bist, denn der Baum des Todes bewirkt auch Uneinsichtigkeit und Empfindungslosigkeit.

 

Gott hatte Adam und seine Frau aus dem Garten gewiesen, nachdem sie in den Machtbereich des Bösen geraten waren. Nun, durch die Sünde befleckt und mit dem Stachel des Todes infiziert, konnte der Mensch nicht länger mit Gott wandeln. Die ungetrübte, vertrauensvolle Gemeinschaft, die zuvor bestand, war zerstört.

Seither ist der Mensch vom Baum des Lebens abgeschnitten. Und keine seiner Bemühungen vermag ihn dorthin zurückzubringen und seinen großen Schaden zu heilen. Uns Menschen bleibt nur eine Hoffnung – Jesus Christus, der Same des Lebens. Nur wenn wir ihn wählen, kann uns geholfen werden, denn die Schrift sagt: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.“ Lehnen wir ihn ab, heißt es: „Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“

Wer dem Sohn Gottes glaubt und in ihm seinen Retter erkannt hat, wer ihn in sein Herz und Leben aufgenommen hat, der ist zum Baum des Lebens zurückgekehrt! Deshalb heißt es im letzten Kapitel der Bibel: „Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt.“

 

Was ging der Katastrophe, die sich im Garten Eden ereignete, voraus? Kündigte sie sich Monate zuvor an? Kam es zu einer schleichenden Entfremdung zwischen Gott und dem Menschen? Nein! Als der Tag anbrach, an dessen Ende Adam das Kostbarste verloren hatten, das er besaß, nämlich die Gegenwart Gottes, war, wie die Bibel sagte, alles „sehr gut“. Das Verhältnis zwischen Gott und Mensch war ungetrübt, die Harmonie vollkommen. Die Gedanken Adams und seiner Frau waren unbeschwert und sorgenfrei. Ihr Glaube und ihr Vertrauen in ihren Schöpfer waren grenzenlos und ungeteilt. Bis plötzlich Worte an ihre Ohren drangen, die sie zuvor noch nie vernommen hatten. „Ja, sollte Gott gesagt haben ... ihr werdet keineswegs des Todes sterben.“ Und „Gott weiß: an dem Tag, da ihr davon esset (von der verbotenen Frucht), werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“

Sollte Gott etwa anders sein, als er sich bisher gezeigt hatte? Hegte er gar eigennützige Absichten? Verfolgte er eigene Interessen? War der Mensch nur ein Spielball in seiner Hand, eine Marionette gleichsam? Gab es etwas, das er dem Menschen vorenthalten wollte? Die Lüge der Schlange zeigte Wirkung! Es bedurfte keiner großen Anstrengung – zwei Sätze nur und der Böse hatte Zweifel an Gottes guten Absichten gesät. Misstrauen war geboren, der Mensch ging innerlich auf Distanz. Die Worte der Schlange zerstörten die Klarheit, Unbeschwertheit und Schlichtheit, die das Verhältnis Gottes mit dem Menschen bestimmt hatten. Danach war das reine Bild des Schöpfers befleckt, seine Liebe und Fürsorge in Frage gestellt, seine Güte und Freundlichkeit in Misskredit geraten, seine Pläne und Absichten in den Schmutz getreten. Als der Schutzwall des Vertrauens zerstört war, der Adam und seine Frau umgeben hatte, wurden sie von der Macht des Bösen fortgerissen und in den Abgrund gestoßen.

 

Wie schnell lassen wir uns davontragen! Ein Wort der Schlange genügt und schon keimt Misstrauen in uns auf. Dann zweifeln wir an der Güte Gottes, dann stellen wir seine Fürsorge infrage. Plötzlich können wir nicht mehr glauben, dass Gott gut ist und er uns keinen Stein gibt! Ein Gedanke reicht aus und schon sind wir ihm entfremdet. Sorgen und Befürchtungen überfallen uns, Angst vor dem Morgen steigt in uns auf, unser Herz wird mutlos und matt. Oder wir werden von unreinen Gedanken geplagt und von Lüsten und Begierde verzehrt.

Was ist passiert, wenn wir sorgenvoll in die Zukunft blicken, wenn der Friede von uns weicht. Was ist geschehen, wenn wir unzufrieden sind und uns mit anderen vergleichen? Woher kommt es, dass wir plötzlich stolzen und hochmütigen Gedanken anhängen? Die Antwort muss lauten: Wir haben von dem verbotenen Baum gegessen, dessen Frucht uns Tod und Verderben bringt.

Doch hier ist die gute Nachricht: Immer dann, wenn die Schlange triumphiert, weil wir uns in ihrem Machtbereich befinden, ist auch der lebendige Gott nicht fern. Er sucht uns! Er ruft uns beim Namen! Er will uns zu sich ziehen, uns erretten, helfen, wohl tun. Er bietet uns an, vom Baum des Lebens zu essen! Und selig sind wir, wenn wir seinem Angebot folgen!

So schnell, wie die verderbliche Frucht ihre Wirkung zeigt, so schnell wirkt auch die Frucht vom Baum des Lebens. Eine Wendung deines Herzens genügt! Du darfst sagen: Herr Jesus, ich wähle dich! Ich wende dir mein Herz zu! Du bist der Baum des Lebens, voller Frucht des Friedens und der Gerechtigkeit. Ich glaube und vertraue dir! In dir berge ich mich! Du bist mein Heil, die Quelle meines Lebens. Dein Blut reinigt mich von jeder Befleckung. In dir will ich bleiben und durch dich leben, in deiner Liebe untertauchen und in deinem Frieden ruhen! Du bringst Gott zu mir und mich in Gott hinein!

 

Zwei Bäume, die zwei Herrschaftsbereiche repräsentieren, zwei Personen verkörpern, zwei Quellen offenbaren. Wem willst du heute dein Herz zuwenden? Wer darf deine Gedanken regieren, deine Gefühle bestimmen, dein Handeln beeinflussen? Wem wirst du heute glauben – Christus, dem Fürst des Lebens oder Satan, dem Vater der Lügner, der die Gewalt des Todes besitzt?

Du kannst nicht neutral bleiben! Entscheide dich für den Baum des Lebens! Wähle das Leben, das aus Gott ist – zu deinem Heil.

Solltest du gerade unter der verderblichen Frucht des Todes leiden und dich von Christus abgeschnitten fühlen, so kannst du sofort umkehren und eine bessere Wahl treffen. Allezeit ruft dir dein Retter zu: „Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens …“. Je öfter du das Leben wählst und die Liebe Gottes in Christus schmeckst, umso mehr wirst du in der Gnade und Erkenntnis Jesu wachsen.

 

Die Kinder der Welt werden dem Baum des Lebens heute keine Beachtung schenken, nicht von ihm reden, seine Frucht und heilende Wirkung nicht preisen. So aber soll es bei dir nicht sein! Bummele deshalb nicht gelangweilt durch den Tag! Du bist dazu berufen, das ewige Leben zu ergreifen! Eile deshalb „in die Mitte des Gartens“, dorthin, wo der Baum des Lebens steht. Es ist dein Privileg und dein Vorrecht, davon zu essen und an Christus teilzuhaben!

 

1.Mose 1,26-27.31; 2,7-9; 3,1-15.24; Eph.2,1-3; Joh.3,36; 8,44+51; 10,10; Offb.22,14; 2.Kor.11,3; 1.Kor.1,9; 5.Mose 30,15+19; Ps.34,9

 
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