19. - 20. Januar

„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkünden, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein König ist Gott! Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der Herr nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der Herr hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.“  Jesaja 52,7-9

 

Wir alle kennen Tage, an denen wir den Trümmern Jerusalems vergleichbar sind. Dann läuft nichts zusammen! Dann sehen wir nur das, was zerbrochen ist! Auch unsere Beziehung zu Jesus scheint nur noch aus Bruchstücken zu bestehen! Dann aber ruft uns Gott zu: „Wach auf, wach auf, Zion, zieh an deine Stärke! Schmücke dich herrlich, Jerusalem, du heilige Stadt! ... Schüttle den Staub ab, steh auf, Jerusalem, du Gefangene! Mach dich los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion!“ Er will uns wachrütteln und aufwecken. Er fordert uns auf, sein Werk ernst zu nehmen und nicht lässig zu treiben. Wir, die Geliebten des Vaters, sollen nicht im Staub der Lethargie versinken.

Wie wohltuend ist es dann, wenn die Stimmen der „Wächter Zions“ erschallen. Sie beklagen nicht zuerst das Zerbrochene! Nein! Sie rufen laut und rühmen miteinander! Sie verkünden gute Botschaft! Wir hören, dass Jesus nahe ist und uns liebt. Er ist unser König! Welcher Tyrann kann sich seiner Herrschaft widersetzen? Gibt es ein Joch, das unser Erretter nicht zerbrechen, eine Fessel, die er nicht zerreißen kann? Er, der Auferstandene, hat den Staub dieser Welt abgestreift, die Bande des Todes gesprengt. Der Hüter unserer Seele schläft und schlummert nicht! Wie herrlich ist der erhöhte Menschensohn geschmückt! Sein Schmuck ist unser Schmuck, sein Sieg ist unser Sieg!

Wie lieblich sind die Stimmen derer, die uns diese kostbare Botschaft verkünden! Wenn wir sie hören, werden wir getröstet. Dann wendet sich unser Herz Christus zu. Dann fällt der Staub von uns ab, dann erheben wir uns vom Schlaf. Wie herrlich ist der Herr, wie lieblich seine Erscheinung. Und während wir ihn anschauen und zu ihm kommen, kleidet er uns mit dem Rock seiner Gerechtigkeit. Er schmückt uns mit seiner Liebe und gürtet uns mit der Kraft seines Auferstehungslebens.

 

Vielleicht sind wir der Meinung, dass Gott uns erst dann besuchen und sich in unserer Mitte herrlich erweisen wird, wenn wir feststehen und zusammen aufgebaut sind. Doch er kommt, wenn ihn die „Trümmer“ rühmen! Wir mögen uns zerbrochen und zerschlagene fühlen, doch wenn wir Christus gemeinsam loben, ihm zujubeln und seine Wohltaten preisen, die er täglich an uns tut, dann richtet er uns auf, dann fügt er unsere Herzen in Liebe zusammen. Dazu aber bedarf es der Freudenboten! Ohne sie kann Gott seinen Plan nicht ausführen.

Worin besteht ihr Dienst? Haben sie den Staub vor Augen, der unseren Kleidern anhaftet? Warnen sie unentwegt vor den Tyrannen, die uns bedrohen? Beklagen sie die Schmucklosigkeit des Volkes Gottes? Tadeln sie dessen Schläfrigkeit? Nein! Durch den Mund des Propheten Jesaja sagt uns Gott, worin ihre Aufgabe besteht, nämlich: „Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein.“

Was also zeichnet die Wächter Zions aus? Worüber wachen sie? Sie predigen Christus! Sie erhöhen und verherrlichen ihn! Sie achten darauf, dass er, der Auferstandene, im Mittelpunkt steht. Seine Person und sein Werk sollen groß gemacht werden – sonst nichts. Und wenn dies geschieht, wird ihm, dem Erhöhten und Erhabenen, nichts unmöglich sein. Dann wird ihm alles gelingen!

 

Deine wichtigste Aufgabe besteht heute darin, Jesus zu erhöhen! Wenn du ihn erhebst – über deine Probleme und Schwierigkeiten hinaus –, wenn du ihn lobst und bekennst, dass er größer und mächtiger ist als alle Widrigkeiten des Lebens, dann wird es ihm gelingen. Christus wird dich herrlich schmücken! Er wird den Staub von dir abschütteln und deine Fesseln zerreißen. Ja, wir sind „Trümmer“, doch die Trümmer jammern nicht! Sie loben Gott, dass er sich ihrer angenommen hat.

 

Jes.52,1-15; 1.Thess.5,6; Röm.12,11; 1.Petr.2,9; Jh.3,14; 12,32

 
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