19. - 20. Mai

„Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter; sondern er untersteht Vormündern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat.“ Galater 4,1-2

 

Stell dir vor, es gäbe einen sehr vermögenden Menschen, der dich zu seinem Erben eingesetzt hat. Was aber, wenn du davon nie etwas erfährst? Kannst du ein Erbteil genießen, von dem du keine Kenntnis hast?

 

Wenn Gott uns zu Erben gemacht hat, dann müssen wir uns die Frage stellen: Wie werden wir Nutznießer dieses Erbteils?

Paulus schrieb an die Galater: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“

Durch den Tod Jesu Christi wurde zwar das Neue Testament in Kraft gesetzt, doch damit sind wir noch nicht zu mündigen Erben geworden. Hierzu bedurfte es einer weiteren Sendung – der des Geistes in unser Herz. Deshalb fuhr Paulus fort und sagte: „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.“

Die erste Sendung Gottes – die Sendung Jesu in diese Welt – beseitigte alle Hindernisse, die uns den Zugang zu unserem himmlischen Erbteil verwehrten. Doch erst die zweite Sendung – die Sendung des Geistes in unser Herz – machte uns zu Kindern Gottes. Als uns unser himmlischer Vater den Geist seines Sohnes gab – den Geist Gottes und Christi, pflanzt er sein eigenes Leben in uns hinein. Nun rufen wir, genau wie der erstgeborenen Sohn Gottes: „Abba, lieber Vater!“

Ohne Christus blieb das uns zugedachte Erbteil unerreichbar. Doch weil Gott uns in Christus gerechtfertigt, geheiligt und lebendig gemacht hat, wurden wir auch zu seinen Erben. Deshalb sagte Paulus: „In ihm haben wir auch ein Erbteil erlangt.“ Wir erkennen aber auch, dass unser Erbe unmittelbar und untrennbar mit Christus verbunden ist. Jesus sagte: „Alles, was der Vater hat, das ist mein.“ Wenn wir also unser himmlisches Erbteil kennenlernen wollen, dann müssen wir Christus kennenlernen, denn nur in ihm erreicht uns das, was uns der Vater schenken will. Was immer wir von seinem Sohn erkennen, reicht uns Gott dar – es wird zu unserem Anteil und Besitz! In ihm, dem Einzigartigen und Wunderbaren, erben wir alles, was Gott ist und was er uns zugedacht hat.

Wie können wir unser Erbteil kennenlernen? Indem wir Gottes Wort lesen und dabei unser Augenmerk auf Christus richten. In ihm erkennen wir, was uns von Gott geschenkt wurde. Deshalb ist die Bibel unser „Testament“ genannt. Unser himmlisches Erbe, das uns in und mit Christus erreicht, gehört aber nicht uns allein – es gehört allen, die in Christus sind. Deshalb betete Paulus: „Er (Gott) erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, ... was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ... ist.“

Wenn sich der Reichtum unseres Erbes aber in allen Heiligen befindet, dann ist jeder, der an Christus glaubt, Teil unseres himmlischen Erbteils. Wenn wir also mündige Erben sein wollen, dann brauchen wir zuerst unser Testament – das Wort unseres Gottes. Doch auch wenn wir es in Händen halten und darin forschen, bleiben wir stets die Hilfe und Unterstützung des Heiligen Geistes angewiesen, denn er ist es, der uns „in alle Wahrheit leiten wird“. Er offenbart uns die Wirklichkeit Christi und lässt uns daran teilhaben. Wie groß und umfassend unser himmlisches Erbe aber ist, erkennen wir nur in der Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. Erst „mit allen Heiligen“ können wir die Dimensionen Christi erfassen – seine Breite, Länge, Höhe und Tiefe. Einer allein wird den „unausforschlichen Reichtum Christi“ nicht erfahren können.

 

David betete: „Du bist ja der Herr! Ich weiß von keinem Gut außer dir. An den Heiligen, die auf Erden sind, an den Herrlichen hab ich all mein Gefallen ... Der Herr ist mein Gut und mein Teil; du erhältst mir mein Erbteil. Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden ... Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich festbleiben.“

Und das Neue Testament ermuntert uns: „Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht!“

 

Eph.1,11.18 (Elberfeld); Jh.16,13-15; Eph.3,8; Ps.16,2-3.5-6.8; Kol.1,12

 
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