21. - 22. Februar

„Wer mich ehrt, den will ich auch ehren!“ 1.Samuel 2,30b

 

Wer das Ende Moses betrachtet, wird traurig den Kopf schütteln. Wie konnte es sein, dass der Mann, der die Israeliten aus Ägypten geführt hatte und ihnen in der Wüstenwanderung vierzig Jahre lang vorangegangen war, das ersehnte Ziel, als es zum Greifen nahe war, doch nicht erreichte? Er hatte der Hartherzigkeit Pharaos getrotzt, in der Wüste unsagbare Strapazen erduldet, auf dem Berg Horeb mit dem lebendigen Gott Gemeinschaft gehabt, um dann, an der Grenze Kanaans zu sterben. Unfassbar! Was war geschehen? Warum durfte Mose das verheißene gute Land, das der Herr seinem Volk zum Erbteil gegeben hatte, nur von ferne sehen?

Die Bibel berichtet uns: „Und der Herr redete mit Mose am selben Tage und sprach: Geh auf das Gebirge Abarim, auf den Berg Nebo, der da liegt im Lande Moab gegenüber Jericho, und schaue das Land Kanaan, das ich den Israeliten zum Eigentum geben werde. Dann stirb auf dem Berge, auf den du hinaufgestiegen bist, und lass dich zu deinem Volk versammeln, wie dein Bruder Aaron starb auf dem Berg Hor und zu seinem Volk versammelt wurde; denn ihr habt euch an mir versündigt unter den Israeliten bei dem Haderwasser zu Kadesch in der Wüste Zin, weil ihr mich nicht heiligtet inmitten der Israeliten. Denn du sollst das Land vor dir sehen, das ich den Israeliten gebe, aber du sollst nicht hineinkommen.“ Weiter lesen wir. „So starb Mose, der Knecht des Herrn, daselbst im Lande Moab nach dem Wort des Herrn. Und er begrub ihn im Tal ... und niemand hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag.“

 

Mose war ein Glaubensheld, einer der Großen im Reiche Gottes. Doch eines Tages versagte auch er: Jahrelang hatte er erleben müssen, wie das Volk, das er anführte, murrte, unzufrieden war und sich ständig beschwerte. Ihre Füße waren zwar vorwärtsgerichtet, doch nicht ihre Herzen. Es war ein Volk, das seinem Gott nicht vertraute, obwohl er große Wunder vor ihren Augen getan hatte. Lange, sehr lange, hatte Mose die Hartherzigkeit und den Unglauben der Israeliten ertragen. Ja, er hatte sich sogar mehrmals schützend vor sein Volk gestellt, als es der Herr richtete und schließlich sogar austilgen wollte. Doch dann kam der Tag, an dem Mose der Geduldfaden riss.

Anstatt vor den Augen der Israeliten zu dem Felsen zu sprechen, wie es ihm der Herr geboten hatte, schlug er ihn mit seinem Stab. Damit aber hatte Mose die Anweisung des Herrn missachtet und seinem persönlichen Unmut und Zorn Raum gegeben. Mose hatte nicht mehr den Herrn vor Augen, sondern das widerspenstige Volk. Nicht mehr die Worte des Herrn waren in seinen Ohren, sondern nur noch das laute Murren und die Beschwerden der Israeliten. So aber wurde Gott nicht geehrt, nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern die Schwachheit und Unfähigkeit des gefallenen Menschen. Die Folge war, dass die Wanderschaft Moses nicht im verheißenen Land endete, im Land, darin Milch und Honig flossen, sondern in der Wüste der eigenen Unzulänglichkeit, im Grab menschlichen Unglaubens. Eine ergreifende und bewegende Geschichte, die dir und mir zur Lehre dienen soll.

 

Mose war ein Diener Gottes, beauftragt, dessen Willen auszuführen. Er durfte nicht, inmitten des von Gott erwählten Volkes, seinem eigenen Zorn dienen! Gott wollte vor den Augen seines Volkes geehrt und geheiligt werden. Ja, das Volk war unzufrieden und murrte, doch was tat der Herr in seiner Mitte? Er tat das, was er schon einmal getan hatte: Er ließ Wasser aus einem Felsen fließen und tränkte das durstige Volk! Sie haderten – er gab ihnen zu trinken! Mehr noch: Der Fels, der viele Monate zuvor geschlagen worden war, war den Israeliten gefolgt, um sie auch jetzt zu erquicken.

Diese Wahrheit sollte sichtbar werden, nicht der Ärger, nicht der Unmut Moses.

 

Gott will, dass wir ihm allein die Ehre geben und ihn erheben, auch über unsere eigene Schwachheit und unser Unvermögen hinaus. Auf unserem Weg ins verheißene Land dürfen wir uns daher nicht von Unglauben, Murren und klugen Einwänden zurückhalten lassen. Auch unser Zorn über das Versagen anderer darf uns nicht davon abhalten, der Stimme des Herrn zu folgen. Wir dürfen von unseren Mitmenschen nicht einfordern, was sie Gott schulden: Glaube, Gehorsam, Treue, Hingabe, Liebe. Nein! Wir sollen ihn groß machen, ihn erhöhen, damit ihn jedermann sehen kann!

 

Ehre und erhebe Jesus auch dann, wenn du mitten in der „Wüste“ bist, umgeben von menschlicher Unzulänglichkeit und Schwachheit. Verherrliche und erhebe den Wunderbaren, anstatt mit Menschen zu hadern, die, wie die Schrift sagt, „ein böses, ungläubiges Herz haben, das abfällt von dem lebendigen Gott“.

 

Der „geschlagene Fels“ ist Jesus! Durch seinen Tod am Kreuz hat er ein Opfer für die Sünden gebracht, das ewig gültig ist. Er muss kein zweites Mal „geschlagen“ werden. Heute ist Christus, wie Paulus bezeugte, der „mitfolgende Fels“, der, wenn wir zu ihm kommen und „zu dem Fels sprechen“, uns Wasser des Lebens zu trinken gibt – an jedem Ort und zu jeder Zeit. Diese Botschaft sollen wir verkündigen und damit Gott ehren. Wir sollen verkündigen, was Christus für uns getan hat, dass er sich um unsertwillen erniedrigen, schlagen, kreuzigen und töten ließ. Wir sollen verkündigen, dass er auch der mitfolgende Fels ist, der Tag für Tag dafür sorgt, dass wir nicht in der Wüste unseres Unglaubens sterben.

 

Da durch Mose das Gesetz gegeben worden war, war er selbst unter dieses Gesetz gestellt. Was aber geschieht, wenn man auch nur ein einziges Gebot übertritt? Die Schrift sagt: „Wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig“.

Wo wären wir, wenn wir zur Zeit Moses leben würden? Bereits eine Verfehlung könnte uns daran hindern, die Fülle des „Guten Landes“ zu genießen!

Wie dankbar dürfen wir sein und wie sehr können wir uns freuen, dass wir, wie Paulus schrieb, heute „nicht unter dem Gesetz sind, sondern unter der Gnade“.

 

Betrachten wir das Ende Moses, wird noch etwas deutlich. Die Bibel berichtet uns: „Und er (Gott) begrub ihn im Tal, im Lande Moab gegenüber Bet-Peor. Und niemand hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag.“

Wie werden wir reagieren, wenn wir hören, dass ein Mann Gottes, der dem Herrn viele Jahre treu gedient hat und vielen Menschen zum Segen wurde, plötzlich in den Fallstrick des Versuchers geraten ist? Wollen wir uns dann daran beteiligen, den Diener Christi zu „begraben“? Wollen wir für ihn ein Grab ausheben? Nein! Wir sollten nicht zu Handlangern des Verklägers der Brüder werden! Gott wird nicht dulden, wenn wir „Pilgerreisen zum Grab gestrauchelter und in der Wüste niedergestreckter Heiliger“ organisieren.

Rede deshalb nicht negativ über andere Gläubige! Mache das Versagen deines Bruders nicht öffentlich! Bete vielmehr, dass Gott, der Herr, sich seiner annimmt und ihm in Liebe geholfen wird. Wir alle stehen und fallen unserem Herrn! Deshalb sagt die Schrift: „Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tode, so mag er bitten, und Gott wird ihm das Leben geben.“

 

4.Mose 21,7; Jh.3,14; Hebr.3,12; 1.Kor.10,4; Röm.10,12; Jh.4,10; 7,37; Hebr.9,12.28; 10,12-12; Jak.2,10; Jh.1,17; Röm.6,14; 5.Mose 32,48-52; 34,1-6; 1.Joh.5,16

 
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