21. - 22. Januar

„Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren, und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. Als ich das sah, nahm ich's zu Herzen, ich schaute und lernte daraus: Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhest, so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.“ Sprüche 24,30-34

 

Gott hatte Abraham verheißen, dass er ihn segnen würde. Er versprach ihm einen Erben und das Land, darauf seine Füße standen. Die Nachkommen Abrahams, Isaak, Jakob und dessen Söhne wurden schließlich in Ägypten zu einem großen Volk, wohingegen das verheißene Land, Kanaan, zur Zeit Josuas eingenommen und erobert wurde. Danach bekam jeder Israelit ein Teil des Landes zugeteilt – Ackerland von bester Qualität und Beschaffenheit, gemäß Gottes Zusage: „Der Herr, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind ... Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land darin es Obstbäume und Honig gibt, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt.“

Damit war jedem Israelit reicher Ertrag und Wohlergehen zugesagt worden. Jeder Nachkomme Abrahams konnte sagen: „Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden.“

Was aber, wenn derjenige, dem ein so schönes Erbteil zuteil geworden war, seinen kostbaren Besitz nicht sorgsam pflegte, nicht darauf arbeitete, nichts aussäte, ihn nicht vom Unkraut befreite oder vor wilden Tieren schützte? Dieser Mensch musste früher oder später Mangel leiden, in Armut versinken und schließlich in Abhängigkeit geraten. Aus einem wohlhabenden Gutsbesitzer würde so schon bald ein Knecht werden!

Diese Tatsache bestätigt auch die Schrift, denn wir lesen: „Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren, und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. Als ich das sah, nahm ich's zu Herzen, ich schaute und lernte daraus: Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhest, so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.“

 

Auch wir sind, durch den Glauben, Kinder Abrahams und somit Erben und Empfänger des verheißenen Segens, der – durch Jesus Christus – allen Nationen zugute kommt. In Jesus, dem geliebten Sohn Gottes, erreicht uns alles, was uns unser himmlischer Vater zugedacht hat, denn sein Wort sagt: „Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ Demnach wurden wir, um im Bild des Alten Testaments zu bleiben, in ein unvorstellbar reiches und fruchtbares Land versetzt, denn in Christus sind wir, wie Paulus bestätigt, zu seiner Fülle gebracht worden. Durch Gott in Christus hineinversetzt, sind wir umgeben von Licht und Lebenskraft, herzlicher Liebe und überfließender Freude, sodass wir, wie Jesus uns verheißen hat, „volle Genüge haben“. Und wenn wir durstig sind, können wir lebendiges Wasser trinken – jederzeit, an jedem Ort!

Doch bedenke, dass der Boden, auf dem die Fülle des Lebens Christi aufwächst und gedeiht, unser Herz ist! Wir sind Gottes Ackerfeld! Was also wird geschehen, wenn wir unseren „Herzensboden“ brachliegen lassen? Wenn uns egal ist, was darauf wächst? Dann kann es sein, dass wir, anstatt „Weizen, Gerste, Granatäpfel, Weintrauben, Feigen, Öl und Honig“ zu ernten, nur Unkraut und Disteln aufwachsen sehen!

 

Wir müssen auf unserem „Acker“ arbeiten, wenn wir reiche Ernte einbringen wollen. Legen wir jedoch unsere Hände in den Schoß oder „schlummern noch ein wenig“, dann wird in unserem Herzen aufwachsen, was wir nicht zu sehen wünschen. Dann werden wir nicht nur Mangel leiden, auch die Mauer, die unserem kostbaren Besitz Schutz bieten soll, wird einfallen: Wir werden für den Widersacher angreifbar und verwundbar.

 

Wahre Speise, Brot des Lebens, das uns innerlich sättigt und zufriedenstellt, kann uns nur der Sohn Gottes geben! Doch auch hierbei erwartet er unsere Mitarbeit, denn er sagt: „Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben!“

Wenn wir also innerlich gesättigt und zufriedengestellt werden wollen, ist unsere Mitarbeit unverzichtbar. Gleiches gilt für die „Mauer“, die uns vor Feinden schützen soll: Wir werden die bösen Mächte und Gewalten nur siegreich überwinden können, wenn wir die Waffenrüstung Gottes ergreifen und im Glauben Widerstand leisten!

 

Wie ist es um deinen „Acker“ bestellt? Was wächst und gedeiht darauf? Wie stark sind deine geistlichen Mauern? Gibt es hier Lücken, die du schließen musst? Und überhaupt: Stehst du im Genuss des Guten Landes oder leidest du Mangel?

Geistlichen Mangel kann man nicht verheimlichen, denn innere Unruhe, Freudlosigkeit und Unzufriedenheit kann man nicht verbergen. Wenn also in unserem Herzen eine „bittere Wurzel“ aufgewachsen ist, werden nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Mitmenschen darunter zu leiden haben. Wie aber konnte das geschehen? Gottes Wort sagt: „Seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden.“

Demnach konnte eine bittere Frucht entstehen, weil Gottes Gnade verpasst wurde. Jener Mensch hatte nicht auf seinem Acker gearbeitet! Er hatte nicht auf sein Herz geachtet!

 

Was muss man tun, um Dornen, Disteln und Unkraut aufwachsen zu sehen? Nichts!!! Einfach nur weiter schlafen, schlummern und die Hände ineinander legen! Vielleicht sagst du: Das ist halt so! Das lässt sich nicht ändern! So bin ich halt! So war ich schon immer! Mit dieser Einstellung aber wird das „Unkraut“ weiter sprießen!

 

Lass deinen „Acker“ nicht brachliegen! Warte nicht, bis dich der Mangel überfällt – schleichend, unbemerkt, wie ein „Räuber“, oder plötzlich, heftig, massiv, so, als würde ein „gewappneter Mann“ über dich herfallen. Lass nicht zu, dass in deinem Herzen Dinge aufwachsen, die dich verunreinigen, beschweren und belasten. Halte dein Herz rein und unbeschwert!

Vielleicht fragst du: Wie kann ich dazu beitragen?

Empfange unablässig die Vergebung Gottes! Danach vergibt denen, die an dir schuldig geworden sind. Lass in deinem Herzen keine Bitterkeit aufwachsen!

Wirf deine Sorgen fortwährend auf Christus, deinen Herr und vertraue ihm, dass er für dich sorgen wird!

Unversöhnlichkeit und Sorgen sind „Dornen“, die das Leben Christi in deinem Herzen ersticken und so das Licht in dir dämpfen, sodass du schließlich die Herrlichkeit Jesu nicht mehr sehen kannst. Gleiches gilt für die Dinge dieser Welt, die permanent um unsere Aufmerksamkeit buhlen und uns gefangen nehmen wollen. Davon redete unser Herr, als er von dem Wort Gottes sprach, dass unter die Dornen gesät worden war. Er sagte: Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht“.

Auch das Streben nach Anerkennung und Bestätigung wird auf deinem „Acker“ keine gute Frucht aufwachsen lassen! Achte deshalb auf deinen „Acker“! Achte darauf, was in deinem Herzen aufwächst!

„Unkraut des Herzens“ sind auch alle Lügen, die der Teufel in unser Herz gepflanzt hat. Sie können wir nur ausjäten, wenn wir Wahrheit in unser Herz aussäen! Das wiederum setzt voraus, dass wir in dem bleiben, was uns Jesus zugesprochen hat, denn nur sein Wort macht wahrhaft frei!

 

Deinen „Weinberg“ zu pflegen, bedeutet: Wende dein Herz immer wieder Jesus zu! Empfange seine Liebe, genieße seinen Frieden, bleibe in seiner Freude – was immer geschieht! Bleibe in Jesus!

Ja, wir sind die Geliebten Gottes, des Vaters! Und doch werden wir aufgefordert, die Liebe Christi zu erkennen, denn nur dann können wir in seiner Liebe eingewurzelt und gegründet werden, nur dann werden wir mit der ganzen Gottesfülle erfüllt!

 

Du allein kennst dein Herz! Du entscheidest, was auf deinem „Acker“ wächst: Ungeduld, Reizbarkeit, Eifersüchteleien und Neid – oder die Freundlichkeit, Geduld, Nachsicht, Treue, Demut und Sanftmut Jesu.

Deshalb schrieb Paulus an die Galater: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird von dem Geist das ewige Leben ernten“.

 

Kümmere dich um deinen „Acker“! Lass nicht zu, dass Unkraut darauf gedeiht! Stehe dagegen! Schlafe nicht! Sei wachsam! Richte dein Herz darauf, Christus zu erkennen, in allem, was du tust. Ergreife das Leben, das er in deinen Geist gepflanzt hat, damit die Menschlichkeit Jesu Christi in dir aufwachsen kann!

 

„Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens“.

 

1.Mose 12,2+7; 5.Mose 8,7-9; Ps.16,6; Röm.8,32; Gal.3,14+16; Röm.8,17; Kol.2,10; Jh.10,10; 4,14; 1.Kor.3,9; Jh.6,27; Eph.6,11-13; Hebr.12,15; Eph.4,31+32; Mt.13,22; Jh.8,31-32; 15,5+9;  Eph.3,17+19; Gal.6,7-8; 5,22; Spr.4,23

 
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