21. - 22. Juli

„Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost.“ Jeremia 15,16

 

Das Bekenntnis Jeremias klingt recht ungewöhnlich, denn wir würden sagen: „Dein Wort war für mich richtunggebend. Ich gewann dadurch wichtige Erkenntnisse. Ich erkannte Wahrheiten, die mir zuvor unbekannt waren.“ Jeremia aber sagte: Immer, wenn mich dein Wort erreichte, wurde es mir zur Nahrung!

 

Tag für Tag erreichen uns Informationen, die unser Wissen mehren und neue Erkenntnisse schaffen. Worte helfen uns, Geschehnisse zu verstehen und Zusammenhänge  zu begreifen. Doch wie verhält es sich mit dem Wort Gottes? Ist die Bibel für uns nur eine Informationsquelle?

Gott will uns durch sein Wort nicht nur wichtige Wahrheiten vermitteln. Er will uns innerlich nähren und unseren Glauben stärken. Deshalb konnte Jeremia sagen: „Dein Wort ward meine Speise!“ Für ihn war jedes Wort, das aus dem Munde Gottes kam, Nahrung für seine Seele. Sooft er es empfing, wurde es ihm zur Lebenskraft!

 

Es ist wichtig, dass wir biblische Zusammenhänge verstehen und Prophetien zu deuten wissen. Jedes Forschen in der Schrift ist nützlich und gewinnbringend. Doch es reicht nicht aus, wenn wir damit nur unser Wissen mehren. Gottes Wort soll die Nahrungsquelle unseres geistlichen Lebens sein! Auch wenn wir mit den zentralen Aussagen der Schrift vertraut sind, Bibelverse zitieren können und, wie die Gläubigen zu Korinth, “in allen Stücken reich gemacht sind, in aller Lehre und in aller Erkenntnis“, ist damit noch nichts über unsere geistliche Verfassung ausgesagt. Obwohl die Gläubigen in Korinth „das Wissen“ hatten, waren sie in ihrem geistlichen Wachstum „unmündige Kinder“ geblieben. Ihr Reichtum in „aller Lehre und aller Erkenntnis“ bewahrte sie noch nicht vor Streitigkeiten und Eifersüchteleien.

Wenn wir „würdig dem Evangelium“ wandeln wollen, müssen wir dafür sorgen, dass unser geistliches Leben angemessen ernährt und gepflegt wird. Die Bibel berichtet uns, was geschah, als die Kinder Israel durch die Wüste zogen. Täglich wurden sie von Gott mit Manna versorgt. Wir lesen: "Sie sammelten aber alle Morgen, soviel ein jeder zum Essen brauchte."

 

Jesus, der Herr, lädt uns an jedem neuen Tag ein, an seinem Tisch Platz zu nehmen! Er will uns mit der besten Speise dienen! Er will uns mit den Worten des Lebens nähren. Deshalb sollten wir, wenn wir uns mit seinem Wort beschäftigen, beten: Herr, dein Wort ist die wahre Speise. Sprich Worte des Lebens zu mir! Ernähre mich! Stärke meinen Geist und erquicke meine Seele durch dein Wort. Erleuchte meinen Verstand, durchdringe mein Gefühl mit deiner Liebe und stärke meinen Willen, damit ich an diesem Tag nichts getrennt von dir tue. Lass dein Wort zur Freude und zum Trost meines Herzens werden.

 

Ein Mensch, der geistlich gut genährt ist, ruht in Gott. Er erhebt seinen Blick und sieht die Schönheit und Lieblichkeit Jesu. Von ihm weiß er sich angenommen und geliebt. Daraus erwächst sein Glaube! Auch an Freude und Zuversicht wird es ihm nicht mangeln. Er kann Gott, dem Vater, danken und ihn fröhlich loben. Immer dann aber, wenn wir unzufrieden sind, wird offenbar, dass wir geistlich unterernährt sind!

 

Jesus hatte vierzig Tage lang gefastet, als ihm der Versucher entgegentrat. Doch er bezeugte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ Obwohl Jesus fast sechs Wochen keine physische Speise zu sich genommen hat, waren sein Geist und seine Seele nicht geschwächt. Während der ganzen Zeit hatte er sich von den Worten genährt, die aus dem Mund seines Vaters gekommen waren. Sie waren ihm zur Nahrung und Speise geworden. Sie hatten ihn innerlich gestärkt, sodass er dem Feind widerstehen und ihn mühelos überwinden konnte. Mehr noch: Die Worte, die seine Seele genährt und erquickt hatten, wurden nun in seinem Mund zur scharfen Waffe gegen den Feind. Mit seiner Proklamation „es steht geschrieben“, machte er die listigen Anläufe des Bösen zunichte.

 

Gott will, dass uns sein Wort zur Speise wird! Seine Worte sind Geist und Leben! Wie aber können wir dazu beitragen, dass Gottes kostbares, schöpferisches Wort nicht nur unseren Denksinn erreicht, sondern uns auch innerlich ernährt und stärkt?

 

Wenn wir die Bibel lesen, will Gott zu uns reden. Wenn er aber zu uns redet, dann sollten wir ihm auch antworten!

 

Nehmen wir an, wir lesen die ersten Verse von Psalm 91: Sofort können wir unserem Gott und Vater für seine wunderbaren Verheißungen danken und sagen: Danke Vater, dass du mich unter deinen persönlichen Schutz genommen hast. Ich sitze unter deinem Schirm, dem Schirm des Höchsten. Doch während ich vor dir sitze und mich geborgen fühle, will ich auch zu dir sprechen. Ich will sagen: Du bist meine Zuversicht, meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe! Du, Herr, bist wirklich der Höchste. Niemand ist höher als du. Du überragst alles und jeden! Du überragst auch meine Situation, in der ich mich gerade befinde. Ich darf heute unter deinem Schirm sitzen und unter deinem Schatten, dem Schatten des Allmächtigen, bleiben. Du, Herr, bist allmächtig. Dir ist nichts unmöglich. Du wirst mich heute erretten - von dem Strick des Jägers und auch von der verderblichen Pest. Du deckst mich mit deinen Fittichen. Unter deinen Flügeln finde ich Zuflucht. Deine Wahrheit, oh Herr, ist mein Schirm und mein Schild. Daran muss jeder Pfeil des Bösen abprallen. Deshalb erschrecke ich auch nicht vor dem Grauen der Nacht. Ich muss mich auch nicht vor den Pfeilen fürchten, die der Feind an diesem Tag abschießt. Auch vor der Pest, die im Finstern schleicht und der Seuche, die am Mittag Verderben bringt, habe ich keine Angst. Herr, ich glaube deinem Wort, dass, wenn auch tausend zu meiner Rechten fallen und zehntausend zu meiner Linken, so wird es mich doch nicht treffen. Ich werde mit meinen Augen sehen, wie den Gottlosen vergolten wird. Herr, bewahre mich davor, auch nur einen Schritt ohne dich zu tun. Ich will nicht gottlos sein! Lass auch diese Verheißung in meinem Leben wahr werden: „Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen“. Himmlischer Vater, bewahre mein Haus vor dem Verderber! Keine Plage soll sich meiner Hütte nahen, kein Übel mir begegnen! Warum? Weil du versprochen hast, dass mich deine Engel behüten auf allen meinen Wegen. Herr, ich danke dir, dass du deinen Engeln den Befehl erteilt hast, auf mich zu achten. Auf allen meinen Wegen willst du mich bewahren! Weil du mich auf deinen Händen trägst, werde ich mich an keinem Stein stoßen. Herr, erinnere mich an dieses Wort, wenn mir heute ein Mensch zum Anstoß wird. Trage mich dann auf deinen Händen, damit ich nicht strauchele. Du verheißt mir sogar, dass ich über Löwen und Ottern gehen werde, junge Löwen und sogar Drachen niedertreten kann. Herr, zermalme alle Schlangen und Ottern, die mich angreifen und mein Inneres vergiften wollen. In dir ist der Sieg über Satan, den Drachen! Ja, Herr Jesus, ich liebe dich! Ich liebe dich mehr als alles andere! Du bist das Kostbarste in meinem Leben! Du wirst mich erretten, heute, morgen und an jedem neuen Tag! Ich kenne deinen Namen. Dein Name ist ein ausgegossenes Salböl, voller Heilung und Kraft. Dein Name ist hoch erhöht und erstrahlt über alle anderen Namen! In deinem Namen ist meine Errettung! Deshalb rufe ich dich an: Herr Jesus! Du hörst mich! Du bist bei mir! Du wirst mich herausreißen und zu Ehren bringen! Du speist und sättigst mich mit deinem ewigen, unzerstörbaren Leben! Du wirst mir heute dein Heil zeigen - wo immer ich mich befinde. Dich lobe ich! Dir allein sei die Ehre!

 

„Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast! Iss diese Schriftrolle ... Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir die Rolle zu essen und sprach zu mir: Du Menschenkind, du musst diese Schriftrolle, die ich dir gebe, in dich hinein essen und deinen Leib damit füllen. Da aß ich sie, und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.“

 

„Tu deinen Mund weit auf … lass mich ihn füllen!“

 

1.Kor.1,5; 3,1-3; 2.Mose 16,21; Phil.1,27; Mt.4,4-11; Ps.91; Hes.3,1-3; Ps.81,11

 
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