21. - 22. Mai

„Es war aber ein Mensch ... der kam zu Jesus bei Nacht.“ Johannes 3,1-2

 

Als Jesus auf dieser Erde lebte, gab es viele, die nur deshalb zu ihm kamen und an ihn glaubten, weil er Zeichen und Wunder tat. Er selbst ließ sich davon nicht beeindrucken, denn er kannte das Herz und die Motive jedes Einzelnen. Die Schrift berichtet uns: „Als er aber am Passahfest in Jerusalem war, glaubten viele an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat. Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle und bedurfte nicht, dass ihm jemand Zeugnis gab vom Menschen; denn er wusste, was im Menschen war. Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. Der kam zu Jesus bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.“

 

Da unser Gott täglich Wunder tut und ihm nichts unmöglich ist, sollten wir auch täglich auf sein übernatürliches Eingreifen hoffen und Außergewöhnliches von ihm erwarten. Besonders dann, wenn wir die frohe Botschaft hinaustragen, sind wir auf die Unterstützung unseres Retters angewiesen. Schließlich geschieht unsere Verkündigung mitten im Feindesland, weshalb wir auf sein machtvolles Wirken nicht verzichten können. Bevor Jesus nach seiner Auferstehung zu seinem Vater auffuhr, befahl er seinen Jüngern,  das Evangelium in alle Welt zu tragen. Danach berichtet uns die Schrift: „Nachdem der Herr mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.“

Doch auch wenn wir mit Zeichen und Wundern rechnen, die Gott tut, dürfen wir eins nicht übersehen: Obwohl der Herr große Machttaten wirkte, um sein Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens zu befreien und vor den Augen seines Volkes viele Zeichen und Wunder tat, während sie durch die Wüste wanderten, lesen wir doch: „An den meisten von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie wurden in der Wüste erschlagen.“ Warum das? Weil die Israeliten das Wirken Gottes nur äußerlich erfahren hatten. Dann aber, als der Herr ein viel größeres Werk tun wollte – nämlich in ihren Herzen – verweigerten sie ihm ihre Mitarbeit. So aber darf es bei uns nicht sein!

Wenn du nur nach besonderen Erfahrungen Ausschau hältst oder nach spektakulären Beweisen seiner Gegenwart trachtest, wirst du Gottes Wirken  in deinem Leben stark einschränken. Dann kann es sein, dass du sein Werk, das er gerade jetzt – mitten in deinem Alltag – an dir tut, übersiehst und nicht erkennst. Vielleicht fieberst du einer Versammlung entgegen, in der du dir von einem wortgewaltigen Redner Lösungen für dein Leben erhoffst. Oder du eilst zu einem bekannten Seelsorger, um bei ihm Hilfe zu suchen, während Jesus, der Herr, gerade jetzt neben dir steht, Worte des Lebens zu dir redet und dich an sein Herz ziehen will. Aber du hörst ihn nicht und hast kein Auge für ihn, weil du auf anderes gerichtet bist! Möglich auch, dass du deine Aufmerksamkeit einer besonderen Lehre gilt, während dein Gott und Vater darauf wartet, dass du seinen Sohn anschaust, zu ihm kommst, seine Stimme hörst und ihm nachfolgst.

Willst du der Gabe Gottes mehr Beachtung schenken als dem Geber selbst? Das Größere ist nicht das, was Gott tut, sondern das, was er ist!

Der Herr mag noch so viel für uns tun, ja, er mag sogar Großes durch uns wirken – doch wenn wir uns dadurch von ihm selbst ablenken lassen, dann haben wir ihn selbst verpasst und das Ziel seines Wirkens nicht erkannt.

 

Damals folgten Jesus viele Menschen nach. Sie alle waren begeistert und glaubten an ihn. Doch nur einigen wenigen vertraute er sich an. Es gab auch nur einen, der in der Nacht zu ihm kam, um ihn persönlich kennenzulernen. Sein Name war Nikodemus!

 

Der Herr möchte sich dir heute anvertrauen. Er will dich in sein Herz blicken lassen, dir seine Gedanken offenbaren und seine Liebe erweisen. Das aber wird er nur tun können, wenn du zu ihm kommst und seine Gemeinschaft suchst.

Möge heute – am Ende dieses Tages – auch von dir gesagt werden können: Es war aber ein Mensch – der kam zu Jesus!

 

Jh.2,23-3,1-18; Mk.16,15.19-20; 1.Kor.10,5; Mt.7,22-23; 1.Kor.1,9

 
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