„Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!“  Matthäus 21,8-9

 

Es war ein Ereignis, das keinen der Beteiligten unberührt ließ. Umringt von einer begeisterten Volksmenge ritt Jesus in Jerusalem ein. Während ihm die Menschen zujubelten, erwiesen ihm einige ihre Ehrerbietung, indem sie ihre Kleider vor ihm auf den Weg legten oder Palmzweige streuten. Der, der hier einzog, war nicht irgendjemand – er war die Hoffnung Israels! Schon der Prophet Sacharja hatte sein Kommen angekündigt. Hier kam der Sohn Davids, der Fürst der Gerechtigkeit und des Friedens. Der ersehnte Helfer war da!

Verständlich, dass die laut rufende Menge in der ganzen Stadt großes Aufsehen erregte. Menschen blieben erstaunt stehen und fragten sich, wer so enthusiastisch begrüßt und gefeiert wurde. Die Schrift berichtet uns: „Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der? Die Menge aber sprach: Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.“

Der Evangelist Lukas berichtet uns, wer den Lobgesang der Menge anführte – es waren die Jünger Jesu, denn wir lesen: „Und da er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing an der ganze Haufen seiner Jünger, fröhlich Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten.“

 

Dankbarkeit und Freude kann man nicht anordnen. Jesus sagte: „Wes das Herz voll ist, des fließt der Mund über.“ Von lautem Jubel und überfließender Freude hatte auch Jesaja gesprochen, als er sagte: „Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.“ Dann nannte er den Grund dieser Freude: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter!“

 

Der Grund unserer Freude ist Jesus Christus! Wir freuen uns über ihn, weil er wunderbar ist. Wir freuen uns aber auch vor ihm, weil er immer bei uns ist. Er ist für uns der Garant einer Ernte, die nie endet und unsere „Scheune“ – unser Herz – überquellen lässt. Ja, Jesus selbst ist unsere Beute und unser ewiger Gewinn! Er ist es auch, der dafür sorgt, dass unser Jubel immer wieder neu entfacht wird – mitten im Alltagsgeschehen.

 

Gott hat uns vor Grundlegung der Welt erwählt, seine Kinder zu sein. Er hat uns von der Macht der Sünde befreit und unsere Schuld vergeben. Er hat uns sein eigenes Leben geschenkt, ein leben, das ewig und unzerstörbar ist, und zu Erben seiner Herrlichkeit gemacht. Er ist nicht nur immer bei uns, er selbst lebt in uns! Er, der Gute Hirte, nimmt sich aller unserer Anliegen an und führt uns zu frischen Wasserquellen. Er lässt uns auch nicht fallen, wenn wir versagt haben. Wenn wir zu ihm kommen, stößt er uns nicht zurück. Niemand kann uns von seiner Liebe scheiden und aus seiner Hand reißen.

Dieses Wissen macht uns froh. Deshalb können wir allezeit jubeln.

 

Angesichts der jubelten Menge gab es aber auch einige, die mit dem, was sie sahen und hörten, nicht einverstanden waren. Empört forderten sie Jesus daher auf: „Meister, weise doch deine Jünger zurecht!“ Sie waren der Meinung, dass lauter Jubel und begeistertes Händeklatschen unangemessen seien. Doch Jesus antwortete ihnen: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“

 

Jesus Christus – die Hoffnung der Armen, Aussätzigen, Lahmen und Blinden, der Befreier der Gebundenen und Trost der Betrübten. Können wir von Menschen verlangen, dass sie ihre Dankbarkeit und Freude zurückhalten, wenn Jesus ihnen Heil und Befreiung gebracht hat? Weil wir uns gestört fühlen?

Was tat der lahme Bettler, als er durch die Gnade Gottes geheilt wurde? Die Bibel berichtet uns: „Er sprang auf, konnte gehen und stehen ... lief und sprang umher und lobte Gott.“

 

Niemand darf uns daran hindern, unseren Herrn und Retter mit lauter Stimme und fröhlichem Munde zu loben, denn er hat es seinem Volk geboten und es gefällt ihm. Dort aber, wo sich die Erlösten gemeinsam der Gegenwart und des Heils ihres Gottes erfreuen, wird ihr Jubel die Mauern ihrer Versammlungsstätte durchdringen, weit hinausschallen und freudlose Menschen aufhorchen lassen.

 

„Halleluja! Singt dem Herrn ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben ... Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.“

 

Sach.9,9; Lk.19,37; 6,45; Jes.9,2+5; Eph.1,4-7; Jh.6,37; 10,27-29; Lk.4,18-19; Apg.3,1-10; Ps.149,1-5; 150; 148,12-14; 51,17

 
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