27. - 28. Oktober

„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters!“  1.Johannes 2,15

 

Bei der Beantwortung der Frage, was „Welt“ ist, gehen die Meinungen sicherlich weit auseinander. Was der eine als „weltlich“ bezeichnet, mag für den anderen eine ganz banale Sache sein, der er keine große Beachtung beimisst. Johannes definierte „Welt“ so: „Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.“

Leidenschaften und Begierden kennt jeder, ebenso Stolz und Hochmut. Es sind Gefühle und Empfindungen, die keinem von uns fremd sind. Demnach ist die „Welt“ nicht außerhalb von uns – sie ist ein Teil von uns. Entscheidend ist allein, wie wir mit dem Weltlichen in uns umgehen, denn Johannes sagte weiter: „Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.“

Wenn also unsere Liebe zum Vater abnimmt, ist die „Welt“ in unser Herz eingezogen. Was aber kannst du tun, wenn die Flamme der göttlichen Liebe nur noch schwach in dir brennt?

Bekenne Jesus freimütig, wonach dein Herz verlangt. Sage ihm, was du begehrst. Verberge nicht vor ihm, was dich innerlich zieht. Danke ihm zugleich dafür, dass seine Liebe zu dir nicht schwach wird, auch dann nicht, wenn deine Seele anderen Dingen anhängt. Sein Herz brennt immer für dich – ungeteilt. Seine Treue zu dir bleibt unerschütterlich. Deshalb kann nichts, was dir die Welt bietet, mit ihm verglichen werden. Bekenne ihm, „der dich liebt und erlöst hat von deinen Sünden mit seinem Blut und zu einem König und Priester gemacht hat vor Gott, seinem Vater“: Herr Jesus, ich liebe dich! Ich liebe dich mehr als alles andere. Nichts ist mir so kostbar wie du! Du überragst alles andere! Fülle mein Herz mit deiner verzehrenden Liebe! Und bewahre mich in ihr.

 

Unsere vorrangige Bestimmung ist es, Gott zu lieben! Dazu wurden wir geschaffen, und nur in der Liebe zu Gott finden wir Menschen unsere Erfüllung. Deshalb lautet das wichtigste Gebot: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt.“

Wenn unser Herz von der Liebe Gottes erfüllt ist, wird nichts von dem, was in der Welt ist, Raum darin finden können. Schwindet jedoch unsere Liebe zum Vater, gewinnt die „Welt“ in uns die Oberhand. Deshalb sagte Jesus: „Niemand kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben; oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten.“

 

Als Paulus an die Galater schrieb, hielt er plötzlich inne, um seine große Wertschätzung und Liebe, die er für Jesus Christus empfand, zum Ausdruck zu bringen. Er sagte: „... der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“ Kein Zweifel, dass Paulus in diesem Moment die Liebe Jesu ganz neu und frisch berührte.

 

Wenn vor unseren Augen das Angesicht Jesu erstrahlt, wir uns nach ihm sehnen und ihm in Liebe anhangen, dann erscheint uns alles andere klein und unbedeutend. Warum? Weil im Licht der Herrlichkeit Christi die Welt mit ihrem Schein verblasst. Deshalb fordert uns der Herr auf: „Bleibt in meiner Liebe!“ Nur das tägliche Eintauchen ins Meer der göttlichen Liebe kann uns davor bewahren, dass wir der „Welt“ unser Herz öffnen.

 

Bade heute im Ozean der Liebe Gottes! Danke deinem Retter, dass er dich inniglich liebt und sich für dich hingegeben hat. Er liebt dich nicht, weil du so herausragende Eigenschaften besitzt. Jesus liebt dich um deiner selbst willen! Er hat dich schon geliebt, als du noch nicht an ihn gedacht hast. Und selbst wenn du ihn heute keines Blickes würdigen würdest, würde er dich immer noch lieben.

Bleibe in dieser überragenden, nie endenden Liebe und berge dich darin. So aufs Beste geschützt, wird dir nichts, was in der Welt ist, begehrenswert erscheinen. Jesus Christus ist größer, schöner, lieblicher und kostbarer als alles, was dir die Welt zu bieten hat. Die Tatsache, dass der Herr aller Herren und König aller Könige, dich lieb hat, sollte dein Herz heute mit Freude und Zufriedenheit erfüllen. Oh, wie wohltuend, wenn du dich geliebt weißt und in der Liebe Gottes ruhst!

 

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.“

Wenn wir von Drangsal hören, denken wir zumeist an äußere Widerstände oder beängstigende Ereignisse, von denen wir weltweit hören. Doch es sind nicht zuerst diese negativen Eindrücke, die täglich auf uns einstürmen, es ist das permanente Werben der „Welt“ um unsere Aufmerksamkeit, das uns zu schaffen macht. Unentwegt schießen Gedanken durch unseren Kopf, die oftmals sehr zwiespältige Gefühle auslösen. Ständig geschehen Dinge, die unsere volle Konzentration beanspruchen. Und plötzlich stellen wir fest, dass unsere Liebe zu Jesus nicht mehr so heiß und innig, nicht mehr so leidenschaftlich ist.

 

Wer hätte gedacht, dass die Leuchtkraft einer ganzen Gemeinde zu verblassen drohte, nicht etwa, weil Gemeindeglieder ins Spielkasino gingen oder in krumme Geschäfte verwickelt waren. Nein! Die Gemeinde in Ephesus hatte in der Arbeit für Gott, im Mühen und im Einsatz für seine Sache, das Wichtigste aus den Augen verloren – die Liebe zu Jesus!

 

Johannes schrieb: „Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Du besitzt das Leben, das aus Gott ist – das Leben Jesu Christi! Er hat die Welt überwunden und lässt dich heute an seinem Sieg teilhaben. Deine Wertschätzung für diese wunderbare, einzigartige Person, die in dir lebt, bringt dir den Sieg über alles, was in der Welt ist. Dein Glaube ist der Sieg! Und während du Gott, dem Vater, deine Liebe bezeugst, wird seine brennende Liebe dein Herz erfüllen.

 

Offb.1,5-6; Lk.10,27; Mt.6,24; Gal.2,20; Jh.15,9; 16,33 (Elberfeld); Offb.2,1-5; 1.Jh.5,4; Eph.3,19

 
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