„Dies redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater...“  Johannes 17,1

 

Wer Jesu nachfolgen will, weiß, dass dies ohne Gebet unmöglich ist. Für uns, die wir an Christus glauben, in ihm wachsen wollen und ihn auf dieser Erde verherrlichen möchten, ist das Gebet so lebensnotwendig wie das Atmen. Unsere Gebete sollten sich jedoch nicht nur auf unsere täglichen Bedürfnisse  beschränken oder darauf, dass uns Gott, der Vater, in Bedrängnissen beisteht. Gebet ist mehr als nur Bitten und Flehen!

Im Gebet berühren wir Christus. Im Gebet haben wir Gemeinschaft mit dem, der unser Leben ist. Im Gebet betrachten wir seine Herrlichkeit, hier bestaunen wir seine Schönheit und Majestät. Im Gebet kommen wir zu seiner Ruhe, hier schmecken wir seine Lieblichkeit und Güte. Wenn wir beten, kann er uns an sein Herz ziehen!

Wer im Willen Gottes beten will, sollte das Gebet Jesu kennen, das er sprach, bevor er seine Jünger verließ, um am Kreuz zu sterben. Auch der, der für andere Fürbitte leisten möchte, sollte mit diesem Gebet des Menschensohnes aufs Beste vertraut sein. Deshalb wurde es auch, vom Heiligen Geist inspiriert, aufgeschrieben. Deshalb blieb es uns bis zum heutigen Tag erhalten, Wort für Wort und Satz für Satz. Und es ist dieses Gebet Jesu, das uns seinem Herzen ganz nahe bringt, das uns eintauchen lässt in seine innigsten Gedanken. So können wir auch erkennen, was sein Wille für unser Leben ist, was sich der Herr erhofft und wonach er sich sehnt.

Bevor Jesus für seine Jünger betete, hob er seine Augen auf zum Himmel und sprach:

„Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche, wie du ihm Vollmacht gegeben hast über alles Fleisch, dass er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben gebe!

Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte.

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast ... alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, mein...

Jetzt aber komme ich zu dir ... du, Vater, in mir und ich in dir...

Vater ... du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.

Gerechter Vater! ... ich aber habe dich erkannt.“

 

Bevor Jesus für die Bewahrung seiner Jünger bat, suchte er das Angesicht seines Vaters. Ihn stellte er in den Mittelpunkt. Er sagte: Du hast mir Macht gegeben! Ich habe dich verherrlicht! Ich habe dein Werk vollendet! Ich habe den Menschen deinen Namen offenbart! Alles, was du mir gegeben hast, kommt von dir! Alles, was mein ist, das ist dein! Alles, was dein ist, das ist mein! Ich komme zu dir! Vater, du bist in mir und ich in dir! Du liebst mich! Vater, ich kenne dich! Du hast mich gesandt!

Wunderbare Wahrheiten, herrliche Tatsachen, die Jesus voller Glaubensgewissheit proklamierte, vor den Augen des Himmels und der Erde laut verkündigte und ins Licht stellte.

Dann bat er für die Seinen:

„ ... dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

... sie haben dein Wort bewahrt.

Jetzt haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist; denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast.

Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein.

... ich bin in ihnen verherrlicht.

... diese sind in der Welt ... Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, dass sie eins seien wie wir!

... und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben.

Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin.

Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen...

Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.

Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt,

und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie Geheiligte seien durch Wahrheit.

Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien...

Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir – dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt...

Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen.“

 

Das Gebet Jesu in der Gegenwart seines Vaters und seine Fürbitte für die Jünger ist für uns Augen öffnend. Vielleicht hätten wir vermutet, dass der Meister, kurz vor seinem Weggehen, folgendes Gebet gesprochen hätte: Vater, du weißt, welchen Prüfungen meine Jünger in den nächsten Stunden und Tagen ausgesetzt sein werden. Bewahre sie davor, zu versagen und aufzugeben. Ich will, dass sie fest bleiben und mir die Treue halten. Keiner von ihnen soll zurückweichen, keiner mich jemals verleugnen. Sie sollen auch nie vergessen, was sie von mir gehört und an mir gesehen haben. Ich will, dass Großes durch sie geschieht. Sie sollen diese Welt revolutionieren und grundlegend verändern. Meine Jünger sollen wortgewaltige Prediger werden, starke Leiter, die die Menschen begeistern und führen können.

Nein! So betete Jesus nicht! Seine Fürbitte war voller Glauben! Und er sah sogar schon vollendet, was seine Jünger in diesem Moment noch nicht erfahren hatten.

Jesus war voller Vertrauen in das Wirken des Vaters! In seinem Gebet pries er die Vollmacht, die ihm der Vater über das gefallene, rebellische Fleisch gegeben hatte. Auch erwähnte er die Tatsache, dass er beauftragt worden war, uns Menschen – dir und mir – das ewige Leben Gottes zu geben. Er sprach davon, dass er uns den Namen seines Vaters offenbart hat und, dass er in uns verherrlicht ist. Wir sollen Herrlichkeit vor Augen haben – seine Herrlichkeit! Ihn sollen wir sehen und dort sein, wo er ist! Mehrmals rühmte Jesus die Liebe des Vaters, und er betonte, dass uns der Vater mit der gleichen Liebe liebt, mit der er auch seinen Sohn liebt. Des Weiteren sprach Jesus von der Wahrheit, welche Gottes Wort ist, und der Tatsache, dass uns diese Wahrheit heiligt. Nicht nur das, Jesus selbst heiligte sich für uns, damit wir in der Wahrheit geheiligt seien. Dann bat er den Vater, uns seine vollkommene Freude zu schenken und darum, dass er dich und mich vor dem Bösen bewahrt. Ferner betete er auch schon für jene Menschen, die durch unser Zeugnis an ihn glauben werden. Sein größtes Anliegen aber war es, dass wir, die Gläubigen, seine Herrlichkeit sehen und in seiner Liebe bleiben, um in ihm eins sein zu können – vollkommen eins.

 

Bleibe in dem Gebet, das Jesu sprach, bevor er seine Jünger in jener Nacht verließ! Mache dich eins mit seinem Herzenswunsch und seinem Anliegen! Und wenn du für die Heiligen und geliebten Kinder Gottes Fürbitte tust, dann proklamiere über ihrem Leben dieselbe Wahrheit, die Jesus damals vor den Ohren seine Jünger in den Mittelpunkt stellte. Bete ein himmlisches Gebet – ein Gebet, das vom Herzen Gottes kommt, das seiner Sicht entspricht und auf Wahrheit gegründet ist.

 

Herr Jesus, du hast das Werk vollendet! Dich hat der Vater verherrlicht! Durch die Macht, die dir gegeben wurde, hast du auch mir das ewige Leben geschenkt. Ich wurde dir vom Vater gegeben! Ich bin dein! Du hast dich für mich geheiligt! Du hast mir deinen Namen gegeben! Bewahre mich in deinem Namen und offenbare dich mir, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in mir bleiben kann. Du hast mir dein Wort gegeben, und ich will es in meinem Herzen bewahren! Dein Wort ist die Wahrheit, und deine Wahrheit heiligt mich! Du bewahrst mich vor dem Bösen! Du bist in mir verherrlicht! Du lässt deine Freude in mir vollkommen sein! Ich will dich noch mehr erkennen! Du, Herr Jesus, hast den Vater verherrlicht und in vollkommener Weise zum Ausdruck gebracht! Durch dich kenne ich den Vater! Vater, du liebst mich mit derselben Liebe, mit der du deinen Sohn liebst. Lass diese Liebe heute in meinem Herzen sein, damit ich mit den Gläubigen, meinen Brüdern und Schwestern, so eins sein kann, wie du, Vater, eins bist mit deinem Sohn. Herr Jesus, ich bin nicht von dieser Welt, wie auch du nicht von der Welt bist! Du sendest mich heute aber in diese Welt. Lass Menschen durch mein Wort und mein Leben erkennen, dass der Vater dich gesandt hat. Doch egal, was heute geschieht, Herr Jesus, ich will heute dort sein, wo du bist. Ich will deine Herrlichkeit sehen und in deiner Liebe bleiben.

 

Bibeltext nach Elberfeld

 
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