29. - 30. März

„Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Haus!“ Lukas 10,5

 

Als Jesus seine Jünger aussandte, zogen sie ohne ihn los. Er, der Meister, kam erst später in jene Orte, die sie besuchten. Wenn uns der Herr heute sendet, kommt er mit uns, denn er lebt in uns. Deshalb sagt er: „Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.“ Wir gehen keinen Schritt ohne ihn. Nicht nur das! Bevor wir einen Ort erreichen, ist er, der Ewige, bereits dort anwesend. Er hat, wohin er uns sendet, bereits wichtige Vorkehrungen getroffen. Deshalb können wir, wie Jesus sagen: „Der mich gesandt hat, ist mit mir“. Er ist vor uns, und er lebt in uns. Er wirkt durch uns und regiert hoch erhoben über uns. Er umgibt uns von allen Seiten! Gleichzeitig wird er, wenn wir uns verabschieden, bei den Menschen bleiben, denen wir das Evangelium gesagt haben. Und er wird weiter in ihren Herzen wirken.

 

Wie sendet uns der Herr? „Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe.“

Wenn wir das Herz unserer Zuhörer für Jesus, den Wunderbaren, gewinnen wollen, dann dürfen wir ihnen nicht in unserer eigenen, gefallenen Natur begegnen. Warum? Weil wir schnell ungeduldig werden und grob reagieren, wenn man uns widerspricht. Auch unsere Langmut und Barmherzigkeit ist nicht unbegrenzt. Wollen wir unserem Nächsten in selbstloser Liebe begegnen, ihm Freundlichkeit und Güte erweisen, benötigen wir die Lammesnatur Jesu. Er sendet uns nicht als Löwen, sondern als Lämmer – sanft, zart, geduldig und einfühlsam! Aus diesem Grund sind wir auf Jesus angewiesen, wenn wir anderen Menschen das Evangelium des Friedens nahebringen wollen. Wir benötigen dabei eine tiefe, innere Berührung mit ihm, dem Lamm Gottes, um seiner Sendung entsprechen zu können.

 

Worin besteht unsere Ausrüstung? Jesus sagt: „Tragt keinen Geldbeutel bei euch, keine Tasche und keine Schuhe, und grüßt niemanden unterwegs.“

Warum sollen wir unseren Geldbeutel zu Hause lassen, wenn wir im Namen Jesu unterwegs sind? Wenn wir die Bedeutung und Tragweite unserer Sendung vor Augen haben, sind wir vielleicht versucht, umfassende Vorkehrungen zu treffen, um allen Eventualitäten vorzubeugen. Doch die Schrift sagt: „Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“

Während du dich um das Wohl anderer kümmerst, kümmert sich der Herr um dich! Er wird dir geben, was du brauchst – zur rechten Zeit. Du benötigst also keine „Tasche“. Lege vielmehr ab, was dich beschwert. Wirf deine Sorgen auf den, der dich sendet – er sorgt für dich. Belaste dich auch nicht mit Befürchtungen, wenn du dich aufmachst, um anderen von Jesus zu erzählen. Sorge dich nicht darum, was du antworten wirst, wenn man dir diese oder jene Fragen stellen wird. Der, der dich sendet, wird dir die richtigen Worte in den Mund legen und Eindrücke schenken, damit du klar sehen kannst. Glaube ihm und bleibe von ihm abhängig! Dann kann er dich führen und leiten, wie es ihm gefällt.

Du darfst auch getrost ohne „Schuhe“ gehen, wenn du das Evangelium verkündigen willst, denn Christus selbst wird deine Autorität sein. Deshalb sagt er zu denen, die er aussendet: „Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden.“

 

Warum aber sollen wir niemand grüßen, während wir für Christus unterwegs sind?

Was passiert, wenn man einen alten Bekannten trifft? Man gerät ins Plaudern, hält Rückschau, redet über dies und das und verliert sich schnell in Alltäglichkeiten. Vielleicht erfahren wir sogar Neuigkeiten, die uns traurig machen. Davor aber will uns der Herr bewahren! Wenn er uns sendet,  soll unser Blick nach vorne gerichtet sein, dann darf uns nichts ablenken.

„Und er (Jesus) sandte sie je zwei und zwei.“ Warum das?

Wir brauchen Ergänzung. Keiner von uns ist unüberwindlich. Vielleicht widerspricht man unseren Worten. Das kann schnell dazu führen, dass wir uns in Argumentationen verstricken. Oder das Gespräch frustriert aufgeben wollen. Doch in diesem Moment meldet sich unser Begleiter zu Wort, der die ganze Zeit ruhig war und zugehört hat. Während wir das Wort führten und uns ereiferten, betete er. So konnte er im Frieden Christi bewahrt bleiben. Als wir wie ein Löwe brüllten und mit Bibelversen um uns schlugen, war er eins mit der Lammesnatur Jesu. Sein Ohr hing auch dann noch am Mund des Herrn, als wir schon längst unsere eigenen Worte redeten.

So gesehen ist es überaus hilfreich, wenn wir im Dienst des Evangeliums nicht allein unterwegs sind, sondern einen Bruder oder eine Schwester an unserer Seite haben. Während wir unserem Herrn gemeinsam dienen, kann er noch etwas sehr Wichtiges tun: Er kann unsere Herzen in seiner Liebe zusammenzufügen, was ein unschätzbarer Gewinn ist.

 

Wohin sendet uns der Herr? Er sagt: „Wenn ihr in ein Haus kommt ...“. Jesus sendet uns in die Häuser! Warum?

Die Zeit, in der wir leben, ist knapp bemessen. Unstet eilen die Menschen von Ort zu Ort. Hektik und Stress bestimmen ihren Alltag! Von dieser Unruhe bleibt kein Haus verschont. Deshalb gibt es Streit und Auseinandersetzungen in fast jedem Haus, obwohl sich alle nach einem harmonischem Zusammenleben sehnen. Deshalb will Jesus in die Häuser kommen, um dort seinen Frieden auszubreiten. Dies ist seine Strategie! Während der Teufels darauf abzielt, jede Hausgemeinschaft zu zerstören, ist Jesus gekommen, um Frieden zu schaffen. Deshalb sagt er: „Wenn ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Haus!“

Gott will auch in dein Haus! Da, wo du wohnst, will er seinen Frieden ausbreiten. Hier soll nicht gezankt und gestritten werden! Jesus will, dass in deiner Wohnung Jubel und Gesang erschallen. Dort, wo du deinen Lebensmittelpunkt hast, soll das Loblied der Erlösten zu hören sein. Christus will nicht nur dein Herz gewinnen – er will auch dein Haus erretten. Deshalb sagte er zu dem Oberzöllner Zachäus, als er ihn auf dem Baum erblicke: „Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren!“ Und Paulus verhieß dem Kerkermeister zu Philippi: „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig!“

Als das Evangelium seinen Eroberungszug begann und auch zu den Heiden kam, fand die erste Versammlung nicht auf einem Marktplatz statt. Die Menschen trafen sich auch nicht in einer großen Versammlungshalle. Nein! Gott schenkte seine Errettung allen, die im Haus des Kornelius zusammengekommen waren. Und das will er auch in deinem Haus tun.

Als Jesus seine Jünger in die Häuser sandte, sagte er weiter: „In demselben Haus aber bleibt, esst und trinkt, was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem Haus zum anderen gehen.“

Wir wurden nicht ausgesandt, um einen Erfolgsplan zu erfüllen! Wir führen auch keine Statistik, in der wir die Anzahl der besuchten Häuser erfassen. Das alles würde den Frieden empfindlich stören, den wir in die Häuser bringen sollen. Wir wären unruhig und hätten unseren Blick auf ein Ziel gerichtet, das nicht Gottes Ziel ist. Unser Herr will, dass wir uns den Menschen zuwenden, die vor uns sitzen. Sie sind sein Ziel! Ihnen will er dienen, herzlich und umfassend, persönlich und direkt. Unser Dienst soll aber keine Einbahnstraße sein, sondern ein Geben und Nehmen. Wir sollen essen, was uns vorgesetzt wird! Würden wir die Speise unserer Gastgebers verachten oder sogar kritisieren, wäre dies sicherlich das Ende eines vertrauten Miteinanders. Durch ein gemeinsames Essen aber entsteht eine angenehme und entspannte Atmosphäre, die der Gegenseitigkeit dient und die Gemeinschaft fördert. Weil wir Menschen nicht nur einen Geist besitzen, der genährt und gestärkt werden muss, sondern auch einen Leib, achtet Gott darauf, dass kein Bereich unseres Seins unversorgt bleibt – er stärkt Geist, Seele und Leib!

„Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.“

Erneut wird deutlich, wie sehr wir auf Jesus angewiesen sind, wenn wir in ein Haus kommen und den Menschen seinen Frieden bringen wollen. Er ist der Arzt! Er kann heilen, weil er am Kreuz alle Krankheiten getragen und alle Schmerzen auf sich genommen hat. Wie wohltuend ist es für einen Kranken und Geplagten, wenn wir für ihn beten und sein Leid und seinen Schmerz dem Sieger von Golgatha anbefehlen. Ihm ist nichts unmöglich! Deshalb sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“ und er fügte hinzu: „Auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden.“

Auch dafür dürfen wir dem Herrn vertrauen, der uns sendet.

 

Die Ernte ist groß. Doch es gibt nur wenig Arbeiter. Darum sagte Jesus: „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.“

Spürst du das Anliegen Jesu? Erkennst du die Wichtigkeit und den Nutzen seiner Sendung? Erlaube ihm, dass er zuerst dein Herz und danach auch dein Haus zu seinem Erntefeld macht. Wie wunderbar ist es, wenn ein Mensch sagen kann: „Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“ Dann komm und lass dich von Jesus senden, damit sein Friede auch in anderen Häusern einkehren kann.

 

2.Kor.5,20; Jh.8,29; Mt.6,31-33; Apg.16,31; 10,22-24; Mt.8,16-17; Mk.16,18; Jos.24,15b

 
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