„Betet ohne Unterlass!“ 1.Thessalonicher 5,17

 

Haben wir nicht tausenderlei Dinge zu tun, die unsere volle Konzentration erfordern? Wie soll man da ständig beten können? Was aber würdest du sagen, wenn dir ein Arzt folgenden Ratschlag gibt: Wenn Sie leben wollen, dann rate ich Ihnen: Atmen Sie! Atmen Sie überall und zu jeder Zeit! Egal, wo Sie sich gerade befinden und ganz gleich, was Sie auch tun – vergessen Sie nicht, zu atmen! Hören Sie nie damit auf!

Einer solchen Empfehlung bedarf keiner, denn jeder weiß, dass man ohne zu atmen nur wenige Minuten überleben kann. Und eben diese elementare Bedeutung sollten wir auch dem Gebet zumessen, um unser geistliches Leben zu erhalten. Beten ohne Unterlass beschreibt also nicht zuerst eine Gebetsaktion, sondern eine innere Haltung – eine permanente Hinwendung zu Jesus, der Quelle unseres Lebens! Es ist, wie der Psalmist sagt, das „Gespräch unseres Herzens“.

 

Wie empfängt eine Rebe fortwährend den kostbaren Lebenssaft? Indem sie mit dem Weinstock verbunden bleibt! Davon sprach Jesus, also er sagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben … wer in mir bleibt …!“ Bleiben wir ihm zugewandt, erreicht uns auch seine Lebensfülle; bleiben wir nicht in ihm, ernten wir Trockenheit. Das aber soll zu keinem Zeitpunkt geschehen! Immer sollen wir in Christus ruhen und eins mit ihm sein – in allem, was wir tun. Deshalb sagt Gottes Wort: „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ Wie einfach ist es für uns, in Jesus zu bleiben, wenn wir das, was wir gerade denken, fühlen, sagen oder tun, zu einem Gebet machen –  es sei eine Danksagung, eine Bitte oder ein Flehen.

 

Zweifellos erfordert das, was wir täglich zu tun haben, unsere volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Auch Jesus war, als er auf dieser Erde wandelte, ein viel beschäftigter Mann. Oftmals kamen die Leute noch in der Nacht zu ihm, um seine Hilfe zu erbitten. Nicht selten wurde er sogar hart bedrängt, Menschen umringten ihn und stellten ihm Fragen. Gleichzeitig versuchten die Schriftgelehrten und Pharisäer, ihn in eine Falle zu locken. Schließlich folgte Jesus eine große Jüngerschaft, die seine Zuwendung erwartete. Doch bei alledem, was täglich auf ihn einstürmte, blieb Jesus stets in engster Verbundenheit mit dem Vater! Er konnte sagen: „Ich und der Vater sind eins!“

Als Jesus vor dem Grab des Lazarus stand, waren alle Augen auf ihn gerichtet. Was würde er nun tun? Er hob seine Augen auf und sagte: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.“

Auch als er in den Städten Galiläas auf Ablehnung stieß, ließ er sich nicht entmutigen, sondern betete zum Vater: „Ich preise dich, Vater, Herr Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir gefallen.“

 

Bei allem, was Jesus tat, schaute er zum Vater auf, blieb er eins mit ihm. So wie er, getrennt von seinem Vater, nichts tat, sollen auch wir getrennt von ihm nichts tun. Deshalb, um seinen Fußstapfen folgen zu können, sollen wir ohne Unterlass beten!

 

Von Nehemia wird uns berichtet, dass er sogar mitten in einem Gespräch, das er gerade mit dem König von Persien führte, betete und zu seinem Gott flehte. Auch David hatte den Wunsch, immer mit seinem Gott im Gebet verbunden zu sein, denn er sagte: „Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“

 

Übe dich darin, Jesus dein Herz zuzuwenden – bei allem, was du tust. Egal, was heute geschieht – lass es zu einem Gebet werden! Jesus, dein Herr, ruft dir zu: „Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Felswand, zeige mir deine Gestalt, lass mich hören deine Stimme; denn deine Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.“

 

Ps.19,15; Jh.15,5; Kol.3,17; Jh.10,30; 11,41; Mt.11,20-26; Neh.2,1-5; Ps.34,2; Hohelied 2,14

 
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