„Lasst uns … wachsen in allen Stücken!“ Epheser 4,15

 

Wachstum ist nicht nur in der Natur zu erkennen. Auch unser geistliches Leben ist auf Wachstum angelegt. Wir sollen im Glauben wachsen, in der Liebe, in der Gnade und in der Erkenntnis Gottes. Wachsen sollen wir in allen Lebensbereichen „zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“. In dem Maß aber, wie jeder Gläubige wächst, wächst auch der Leib Christi.

Dabei gilt es zu bedenken, dass Wachstum fortwährend geschieht, auch dann, wenn wir geistlich nicht wachsen. Dann nämlich wachsen „Dornen“ in unserem Herzen auf – die „Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum“. Etwas wächst also immer!

Paulus beklagte, dass in Korinth viele Gläubige geistlich immer noch im Kindheitsstadium verharrten und anstatt „fester Speise“ nur „Milch“ vertrugen.

Deshalb müssen auch wir uns die Frage stellen: In welchem geistlichen Wachstumsstand befinde ich mich? Lässt sich geistliches Wachstum überhaupt erkennen? Wenn ja, woran?

 

Antwort auf diese Frage gibt uns der Apostel Johannes, denn er schrieb: „Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. Ich schreibe euch Vätern; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr kennt den Vater. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr kennt den, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden“.

 

„Ihr Kinder! … Eure Sünden sind euch vergeben … Ihr kennt den Vater“.

Unser Leben als Kinder Gottes beginnt mit einer neuen Geburt – wir werden wiedergeboren aus unvergänglichem Samen, dem ewigen Wort Gottes und durch Gottes Geist, der unseren Geist, der tot war, zu ewigem Leben gebiert. Dadurch, dass Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen pflanzt, wird er zu unserem Vater. Nun rufen wir: „Abba, lieber Vater!“

Möglich wurde dieses Wunder der Wiedergeburt jedoch nur, weil Jesus am Kreuz unsere Sünden auf sich nahm, sein Blut vergoss und mit seinem Tod sühnte, was wir verschuldet hatten. Gott ist gerecht! Er wird uns nicht anrechnen, was sein Sohn bezahlt hat! Deshalb ist es eine unumstößliche Tatsache, dass durch das Sühnopfer Jesu alle unsere Sünden vergeben sind und unser Schuldbrief zerrissen wurde.

Aufnahme, Vergebung, Versöhnung und Reinigung! Das war es, was der verlorene Sohn erfuhr, als er ins Vaterhaus zurückkehrte. So dürfen auch wir zweierlei wissen, wenn wir Jesus in unser Herz aufgenommen haben: Gott hat unsere Schuld vergeben! Er ist unser Vater geworden! Wir sind seine Kinder.

Doch was geschieht danach? Warten wir nun nur noch auf den Himmel? Was wünscht Gott, unser Vater, zu sehen, wenn wir seine Kinder geworden sind? Er will, dass wir geistlich wachsen! Daher schrieb Johannes:

 

„Ihr jungen Männer! … Ihr seid stark … das Wort Gottes bleibt in euch … Ihr habt den Bösen überwunden“.

Die Stärke, von der hier die Rede ist, ist nicht mit Muskelkraft vergleichbar. Nein! Stark werden sollen wir am „inwendigen Menschen“. Unser Geist, in dem Christus wohnt, soll so gestärkt sein, dass er unsere Seele – unser Denken, Fühlen und Wollen – erfüllen und regieren kann. Wir alle wissen, dass dies oftmals nicht der Fall ist, immer dann nämlich, wenn unsere Seele über unseren Geist herrscht. Dann sind wir einem Reiter vergleichbar, dem sein Pferd durchgeht. Oder einem Steuermann, der das Ruder aus der Hand gegeben hat und dessen Schiff führerlos dahintreibt. Oder wir sind wie eine Mutter, deren Kind sich schreiend auf dem Boden wälzt, weil es seinen Willen nicht bekommt!

Wir dürfen unserer Seele nicht die Regierungsgewalt übertragen. „Herrschen im Leben“ soll unser Geist! Werden wir von unserer Seele regiert, ärgern wir uns sofort, wenn uns jemand zuwiderhandelt. Dann sprechen wir unbeherrscht aus, was uns gerade durch den Kopf geht. Dann sind wir Sorgen und Ängsten machtlos ausgeliefert. Dann haben wir stolzen, selbstgefälligen Gedanken nichts entgegenzusetzen. Dann sind wir zu schwach, um mit anderen mitfühlen oder ihnen vergeben zu können!

Wodurch aber werden wir geistlich stark? Wenn wir „Jünglinge“ im Glauben sein wollen, muss von uns gesagt werden können: „Das Wort Gottes bleibt in euch!“ Gottes Wort hören ist wichtig – das Gehörte im Herzen bewahren, ist aber ebenso wichtig, denn nur so werden wir innerlich stark. Deshalb nannte Jesus nicht nur diejenigen selig, die Gottes Wort hörten, sondern die, die es bewahrten. Oftmals haben wir das Gehörte schnell vergessen. Die „Vögel“ kamen, um den kostbaren Samen wegzupicken. Warum? Weil wir Gottes Wort nicht im Herzen bewahrten! Wer zu einem „Baum“ werden will, an den Wasserbächen gepflanzt, der muss dem Gehörten nachsinnen, es innerlich bewegen, es festhalten, davon reden und es zu einem Gebet machen. Dann wird das Wort Christi nicht leer zurückkommen, sondern ausrichten, wozu es gesandt wurde – es wird uns innerlich stärken, erleuchten, trösten und erquicken.

Durch die Worte, die aus Gottes Mund kommen, empfangen wir die Stärke, um Christus loben zu können, wenn es unserer Seele nicht danach ist. Unser Glaube wird stark, sobald wir die Wahrheit Gottes aussprechen. Immer dann, wenn wir das, was wir mit dem Herzen glauben, auch mit dem Mund bekennen, übergeben wir unserem Geist die Herrschaft über unsere Seele. Auch unsere Liebe zu Jesus wird gestärkt, wenn wir in seiner Rede bleiben.

Gottes Wort hilft uns aber auch, den Feind zu überwinden. Deshalb wird zu den Jünglingen gesagt: „Ihr habt den Bösen überwunden!“

Ohne Gottes Wort fehlt uns ein wirksames Schwert, mit dem wir die Lügen des Feindes zerschlagen können. Lügen können nur durch Wahrheit überwunden werden. Daher ist Gottes Wort im Kampf gegen die Mächte des Bösen unverzichtbar. Auch Jesus widerstand dem Versucher, indem er ihm Gottes Wort entgegenhielt: „Es steht geschrieben“. Dann aber, wenn das Wort Christi reichlich in uns wohnt, werden wir nicht schwach und kraftlos sein! Im Gegenteil, wir werden auf „Schlangen und Skorpione“ treten können und … nichts wird uns schaden.

 

„Ihr Väter! … ihr kennt den, der von Anfang ist“. Was wird geschehen, wenn wir uns täglich der Vergebung Gottes erfreuen, sein stärkendes Wort in uns bleibt und wir im Kampf gegen den Bösen siegreich bleiben? Wir werden Christus immer mehr erkennen! Ihn zu lieben wird unser höchstes Ziel sein. Das helle Licht, das in Gottes Wort erstrahlt, soll nicht zuerst unsere Erkenntnis mehren. Wir sollen dadurch die Herrlichkeit Jesu Christi erkennen und zu ihm kommen, um zu empfangen, was wir von ihm gesehen haben. Freuen sollen wir uns nicht zuerst darüber, dass uns die bösen Geister untertan sind. Jubeln sollen wir darüber, dass wir in Christus sind und er unser Leben geworden ist.

Väter in Christus wandeln mit dem, der immer derselbe bleibt – gestern, heute und in Ewigkeit. Sie kennen den, der war, der ist und der da kommt – den Allmächtigen, den Ewigen. Ihn zu sehen, ihn vor Augen zu haben, soll auch unser Ziel sein.

Ihn zu erkennen, dessen Liebe nie endet, dessen Eifer und Hingabe nie erlahmen, dessen Reinheit und Klarheit vollkommen sind, der von Herzen demütig und sanftmütig ist – ihn zu erkennen, soll unser höchstes Begehren sein. Von diesem Verlangen war auch Paulus ergriffen.

Wenn du die Herrlichkeit Jesu betrachtest, sollst du dich darüber freuen, dass dieser Wunderbare, den du bestaunst, eins mit dir geworden ist – und du eins mit ihm. Es soll in deinem Leben keine Stunde geben, in der du nicht erkennst, dass Christus in dir lebt. Davon sprach Jesus, als er sagte: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“.

 

Väter in Christus sind keine vollkommenen Menschen. Doch sie leben und wandeln mit dem, der sie vervollständigt und jeden Mangel in ihnen auszufüllen vermag. Väter in Christus sind auch nicht stark in sich selbst. Christus ist zu ihrer Kraft und Stärke geworden. Er wurde zu ihrer höchsten Freude und Zufriedenheit – zu ihrem täglichen Fest. Väter in Christus wissen, dass sie alles, was sie tun, mit Worten oder mit Werken, in Einheit mit ihm tun können. So wandeln sie mit dem Ewigen, ohne zu ermüden und zu ermatten!

 

2.Thess.1,3; 1.Thess.3,12; 2.Petr.3,18; Eph.4,15-16; Mt.13,7+22; 1.Kor.3,1-2; 1.Jh.2,12-14; 1.Petr.1,23; Jh.3,5-6; Gal.4,6; Röm.3,24-26; Eph.1,7; Kol.2,13-14; Lk.15,29-24; Jh.1,12-13; Eph.3,16; Ps.32,9; Röm.5,17; Lk.2,19+51; 11,28; Mt.13,4+19; Ps.1,2-3; Mt.4,4.7.10; Röm.10,8-10+17; 2.Kor.4,13; Gal.5,16-18; Eph.6,17; Jh.8,31-32; Kol.3,16; Lk.10,19; Jh.5,39-40; Lk.10,20; 2.Kor.5,17; Phil.1,21; Hebr.13,8; Offb.1,8; Phil.3,10; 1.Kor.6,17; Jh.14,20; 2.Kor.12,9-10; Phil.4,4.13.19; Kol.3,17; Jes.40,29-31

 
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