„Und es war ein langer Kampf zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids. David aber nahm immer mehr zu an Macht, und das Haus Sauls nahm immer mehr ab.“  2.Samuel 3,1

 

Nachdem Saul zum König ernannt worden war, dauerte es nicht lange, bis ihn ganz Israel als seinen rechtmäßigen Herrscher anerkannt hatte. Ganz anders verhielt es sich mit David, denn obwohl ihn Gott zum Nachfolger Sauls bestimmt und Samuel ihn mitten unter seinen Brüdern zum neuen König gesalbt hatte, vergingen viele Jahre, bis er seine Regentschaft antreten konnte. Als es dann endlich so weit war, waren es nur zwei Stämme Israels, die ihn als Herrscher anerkannten, nämlich Juda und Benjamin. So lesen wir: „Dreißig Jahre war David alt, als er König wurde, und regierte vierzig Jahre. Zu Hebron regierte er sieben Jahre und sechs Monate über Juda, und zu Jerusalem regierte er dreiunddreißig Jahre über ganz Israel und Juda.“

 

Es war ein langer Kampf zwischen dem Hause Sauls und dem Hause Davids, bis David schließlich das Königtum zufiel. Auch die erforderliche Qualifikation, die nötig war, um Gottes Volk regieren und führen zu können, erwarb sich der Sohn Isais nicht über Nacht. Wer also den Wunsch hat, so wie David, ein Mensch „nach dem Herzen Gottes“ zu sein, der sollte dessen Geschichte sorgfältig studieren und erkennen, wie Gott seinen Diener innerlich formte und zubereitete.

Dazu wird uns folgendes berichtet: Gott hatte einen der Söhne Isais zum Fürsten über Israel erwählen. Samuel sollte ihn nun salben. Die Ankunft des Propheten in Bethlehem erregte die ganze Stadt und alle Ältesten gingen ihm entgegen, um ihn zu begrüßen und den Grund seines Besuches zu erfahren. Samuel erklärte, dem Herrn ein Opfer darbringen zu wollen und lud Isai und dessen Söhne dazu ein. Später jedoch, als der Mann Gottes die jungen Männer einen nach dem anderen betrachtete, stellte er verwundert fest, dass der Herr keinen von ihnen erwählt hatte. „Sind das die Knaben alle?“, fragte er deshalb den Vater. Der antwortete: „Es ist noch übrig der jüngste; siehe, er hütet die Schafe.“

Seltsam! Hatte die Einladung Samuels nicht allen Söhnen Isais gegolten? Warum also fehlte der Jüngste? Entweder hatte man ihn ganz einfach vergessen oder man war der Meinung, er sei zu jung, um einem so bedeutenden Treffen beizuwohnen.

 

Stell dir folgende Situation vor: Eine landesweit bekannte und bedeutende Persönlichkeit meldet sich plötzlich bei deiner Familie und kündigt ihren Besuch an. Zur vereinbarten Stunde erscheint der Ehrengast und man versammelt sich im Wohnzimmer. Die Spannung ist mit Händen zu greifen. Draußen drängeln sich die Leute, viele versuchen, einen Blick durchs Fenster zu werfen. Einige Reporter sind auf Bäume geklettert, um für einen Exklusivbericht Fotos zu schießen. Die ganze Stadt ist auf den Beinen. Nur du bist nicht dabei, obwohl du zur gastgebenden Familie gehörst! Warum? Weil keiner deiner Angehörigen es für nötig hielt, dich zu informieren. Du wurdest einfach vergessen!

Wie wäre dir zumute?

Es schmerzt uns, wenn wir von anderen übergangen und ignoriert werden. Doch wer von uns käme in diesem Moment auf den Gedanken, dass Gott gerade diese Erfahrungen benutzt, um uns tauglich zu machen, mit Christus zu regieren?

Gott, der Vater, möchte dich zum Wohl und Nutzen anderer gebrauchen. Er will sich durch dich verherrlichen, und du sollst seinen Willen tun! Für diese hohe Berufung rüstet er dich zu, nicht aber in der Öffentlichkeit, sondern im Verborgenen, dort, wo keiner zuschaut. Dazu gehört auch die Erfahrungen, von Mitmenschen übersehen und missachtet zu werden. Wirst du dich dann enttäuscht zurückziehen oder andere von deinen Fähigkeiten überzeugen wollen? Solche Gedanken und Empfindungen sind Türen des Herzens, die Jesus aussperren. Bleibe im Verborgenen, da, wo auch dein himmlischer Vater ist und halte das Festmahl mit ihm! Jesus, der Auferstandene, ruft dir zu: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“ Und er sagt weiter: „Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.“

Wenn du mit Christus ein Festmahl hältst, wirst du die Bitterkeit überwinden können, die entsteht, wenn du von Menschen übersehen wirst, man dir mit Geringschätzung begegnet oder dich ungerecht behandelt. In der Gemeinschaft mit Jesus wirst du erkennen, wie kostbar du ihm bist! Hat er nicht um deinetwillen sein eigenes Leben hingegeben, dazu Verachtung, Spott und Hohn erduldet – er, der Edelste und Schönste unter den Menschenkindern?

Lass es dir genug sein, dass er dich vor Grundlegung der Welt erwählt hat, sein Eigentum zu sein. Lass es dir genug sein, dass er dich liebt, von allen Seiten umgibt und auf jeden deiner Schritte achtet. Im Genuss seiner Liebe wirst du erkennen, dass er immer nur dein Bestes sucht. Ist seine Liebe nicht kostbarer als die Anerkennung der ganzen Welt? Warum soll es dich bekümmern, wenn du von Menschen verachtet wirst oder dich unwert fühlst? Hat nicht Gott, dein Vater, das erwählt, was in den Augen der Welt schwach, unwert und verachtet ist, um zuschanden zu machen, was sich stark und edel erachtet?

Gerade in den Stunden, in denen du dich einsam fühlst oder traurig bist, weil dich Menschen enttäuscht haben, klopft er, der Herr des Himmels und der Erde, an die Tür deines Herzens. Gerade dann will er ein Festmahl mit dir halten – dich liebevoll in seine Arme nehmen und Gemeinschaft mit dir haben. Er möchte sich dir ganz schenken und dich Worte des ewigen Lebens hören lassen. Und wer ist größer, wichtiger und bedeutender als er?

 

Christus hat dich nicht nur erlöst und von der Macht Satans befreit, er hat dich auch „zu einem König und Priester gemacht vor Gott, seinem Vater“. Du sollst wissen, dass ein Tag kommen wird, an dem er die unumschränkte Herrschaft über das ganze Universum antreten wird. Dann wirst du an seiner Herrschaft teilhaben!

Die Gläubigen zu Korinth schienen sich dieser Tatsache nicht bewusst zu sein, denn Paulus schrieb ihnen: „Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? … Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten werden?“

Heute ist dein Leben in Christus verborgen! An dem Tag aber, an dem er offenbar werden wird, wirst auch du mit ihm offenbar werden – in Herrlichkeit!

 

Die Bibel berichtet uns von dem Tag, an dem David plötzlich aus der Verborgenheit und Abgeschiedenheit hervortrat. Bereits nach kurzer Zeit war sein Name in aller Munde. Alle rühmten und lobten ihn. Grund dafür war sein Sieg über den Riesen Goliath.

Zunächst hatte Saul an den Fähigkeiten Davids gezweifelt, als der sich anschickte, dem Philister entgegenzutreten, denn er erkannte, dass David, im Gegensatz zu dem hünenhaften Goliath, kein Kriegsmann war. Doch dann erzählte ihm der junge Mann von seinen Erlebnissen bei den Schafen: Als ein Bären und danach ein Löwe versuchten, eines seiner Schafe zu stehlen, hatte er sich ihnen mutig in den Weg gestellt. Und als ihn einer der Räuber angriff, packte er ihn und schlug ihn tot.

Doch nicht allein der Mut Davids überzeugte Saul, sodass er schließlich seine Einwilligung zu dem ungleichen Kampf gab. Es war auch das Vertrauen Davids in Gott, das Saul beeindruckte, denn der junge Mann bekannte: „Der Herr, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister.“

Wo also erfuhr David die Hilfe und den Beistand des Gottes Israel zuerst? Nicht erst im Kampf gegen Goliath, sondern bereits während er die Schafe hütete! Der Herr begegnete ihm an seinem Arbeitsplatz! Und dort will der Herr auch dir begegnen und dir seinen Sieg schenken.

 

Was tust du, wenn sich dir, während du deiner alltäglichen Beschäftigung nachgehst, plötzlich ein „Bär“ oder ein „Löwe“ in den Weg stellt? Den Prankenhieb eines „Bären“ spürst du, wenn du sehr unfein und plump angegangen wirst, wenn man dir mit groben Schuldzuweisungen begegnet oder dich rüde anschnauzt. Erfolgt der Angriff des Widersachers hingegen auf sehr hinterhältige und subtile Weise, dann hat sich dir ein „Löwe“ auf leisen Sohlen genähert.

Die Absicht Satans, des Diebes und Mörders, der sich hinter solchen Angriffen verbirgt, ist eindeutig – er will dein Zeugnis als Christ untergraben, wenn möglich sogar zerstören. Das erreicht er vielleicht schon dadurch, dass er dich in verbale Auseinandersetzungen verwickelt, bei denen du deine Geduld verlierst und andere anschreist. Was wirst du danach tun? Den Arbeitsplatz wechseln? Nein! Bring die Attacken des Bösen unter deinen Fuß, indem du dich für dein Fehlverhalten entschuldigst – ohne Wenn und Aber.

Bleibe nicht passiv und ziehe dich nicht ängstlich zurück, wenn dich ein „Bär“ oder ein „Löwe“ angreift: Erlaube es dem Feind nicht, wenn er dich durch unreine Gedanken schwächen und von Christus abschneiden will. Auch stolzen und überheblichen Gedanken solltest du sofort entgegentreten, indem du sie im Namen Jesu kreuzigst und von dir weist.

Überlasse dem Dieb und Mörder auch dann nicht das Feld, wenn er „eines deiner Schafe angreift“ – wenn er deine Familie attackiert oder in der Gemeinde den Frieden rauben will.

Bleibe kein passiver Zuschauer, wo Satan Zwietracht und Neid sät und Entzweiung schafft. Widerstehe ihm fest im Glauben und streife von dir ab, was Christus in seiner Auferstehung abgestreift und überwunden hat.

 

Der, der in dir lebt, nämlich der wunderbare Sohn Gottes, ist größer und stärker als der, der in der Welt sein Unwesen treibt. Als ein Kind Gottes, des Allerhöchsten, bist du dazu berufen, die Werke der Finsternis unter deinen Fuß zu treten. Rühme und preise den Sieg Jesu über die alte Schlange und du wirst sehen, dass der Widersacher von dir flieht, wenn du ihm im Glauben widerstehst.

 

Es ist von großer Bedeutung, wie du im Verborgenen mit dem „Bären“ und dem „Löwen“ umgehst. Hast du dort die Hilfe und den Sieg des Auferstandenen erfahren, wird er dich auch ins „Lager“ seines Volkes senden können, damit du dort seinen Sieg verkündigst und die Herzen derer, die entmutigt und verzagt sind, zu Gott wendest.

 

Sei gewiss, dass ein Tag kommen wird, an dem dich Jesus aus der Verborgenheit hervortreten heißt – zum Wohl und Nutzen anderer Menschen und zur Ehre seines Namens.

 

2.Sam.5,4-5; Apg.13,22; 1.Sam.16,1-13; Offb.3,20-21; Eph.1,4-5.7; Ps.139,2-5.16; 1.Kor.1,27-28; Jh.6,68; Offb.1,5-6; 1.Kor.6,3-4; Kol.3,3-4; 1.Sam.17,33-37; Jh.10,10a; 1.Petr.5,8-9; Eph.4,26-32; Gal.5,24; Kol.2,15; Jh.13,23; 15,4; 1.Jh.4,14; Mt.18,18; Röm.16,20; Jak.4,7

 
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