7. - 8. Juni

„Mir aber ist's ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir zwar nichts bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist's aber, der mich richtet.“ 1.Korinther 4,3-4

 

Im Umgang mit anderen Menschen können wir uns oftmals dabei ertappen, dass wir unser Gegenüber taxieren und einzuschätzen versuchen. Aber Vorsicht, denn die Schrift sagt: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ Demnach bleibt unsere Beurteilung einzig auf das beschränken, was wir sehen oder hören. Die tatsächlichen Beweggründe eines Menschen bleiben uns jedoch verborgen. Wenn wir also nur nach dem Äußeren beurteilen, wird es nicht ausbleiben, dass wir anderen ein „Etikett“ anhängen oder sie in eine bestimmte „Schublade“ stecken. Dann bilden wir uns ein, über diesen oder jenen Bescheid zu wissen.

Doch wie schnell kann sich das Herz eines Menschen ändern! Plötzlich zeigt es sich, dass der von uns so hoch geschätzte Christ seinen Mitbruder verachtet, weil der nicht so hingegeben ist wie er, oder weil dieser dem Herrn auf andere Weise dient. Jener aber, dem wir kaum Beachtung geschenkt haben, hat Tag und Nacht zu Gott geschrien und ihm seine schwierige Veranlagung geklagt. Er war es, der am Ende die heilsame Gnade Christi erfahren hat!

 

Nehmen wir einmal an, wir wären bei folgender Begebenheit, die sich im Haus eines Pharisäers zutrug, anwesend gewesen. Wie hätten wir geurteilt?

Simon, ein Pharisäer, hatte Jesus zum Essen eingeladen. Während man zu Tische saß, trat eine Frau herzu, die in der Stadt keinen guten Ruf genoss. Sie wollte die Füße Jesu salben. Dabei begann sie zu weinen, sodass ihre Tränen die Füße Jesu benetzten. Schließlich benutzte sie ihre Haaren, um die Füße Jesu zu trocknen. Danach küsste und salbte sie sie. Simon aber, der Gastgeber, verachtete nicht nur die Frau, er verurteilte auch den Mann, der das alles widerspruchslos geschehen ließ, denn er sagte sich: „Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er, wer und was für eine Frau das ist, die ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin.“

Wie weit war das Herz dieses Mannes von Jesus entfernt; wie nahe aber war dem Herrn jene Frau, die zu seinen Füßen saß und wegen ihrer Verfehlungen weinte.

 

Wir tun gut daran, wenn wir die Beurteilung anderer Menschen Gott überlassen, denn nur er kennt ihre Herzen! Aber auch wir selbst sind Stunde um Stunde auf seine Gnade angewiesen! Vielleicht wurden wir gestern durch Gottes Liebe gestärkt und getröstet, doch wie steht es heute um uns? Möglich, dass wir die kostbare Erfahrungen des Zuspruchs und der Gegenwart Jesu schnell wieder vergessen haben und uns heute erneut düsteren und sorgenvollen Gedanken hingeben. Daran wird deutlich, dass wir heute erneut auf die starke, rettende Hand unseres Gottes angewiesen sind.

Wenn immer wir uns selbst betrachten, darf es nicht getrennt von Christus geschehen! Wir werden uns sonst in unserer Beurteilung irren!

Gott ist es, der uns beurteilt! Gemäß seiner Einschätzung brauchen wir seinen Sohn – in jeder Minute unseres Lebens! Wir benötigen die Hilfe und Errettung Christi. Wir ermangeln des Wesens und der Natur Jesu.

Wenn wir davon überzeugt sind, können wir uns und unseren Nächsten richtig einschätzen. Dann werden wir auch auf andere nicht stolz oder überheblich herabblicken.

 

Den Gläubigen zu Korinth schrieb Paulus: „Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

 

Du bist ein Mensch in Christus! Erfreue dich heute dieser göttlichen Beurteilung und jubele über diese ewige, unveränderliche Tatsache!

 

1.Sam.16,7; Lk.7,36-50; 2.Kor.5,16-17

 
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