7. - 8. September

„Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib.“ 1.Korinther 6,18-20 (Elberfeld)

 

Wie wichtig unsere Beziehung zu unseren Glaubensgeschwistern ist, zeigt sich darin, dass Jesus in seiner Bergpredigt zuerst darüber sprach. Danach redete er über die Ehe, das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Er sagte: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: 'Du sollst nicht ehebrechen.' Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“

 

Die Bibel berichtet uns von einem folgenschweren Ehebruch und warnt uns eindringlich vor einer derartigen Verfehlung.

 

Das Heer Israels war gegen seine Feinde zu Felde gezogen. Als Oberbefehlshaber hätte David  seine Männer im Kampf anführen sollen. Doch er war zu Hause geblieben und hatte bis zum späten Nachmittag geschlafen. Danach spazierte er gelangweilt auf dem Dach seines Hauses, wobei er eine Frau beobachten konnte, die sich gerade wusch und „von sehr schöner Gestalt“ war. Als er sich erkundigte, erfuhr er, dass es sich um Batseba, die Frau Urias, des Hetiters, handelte. Spätestens in diesem Moment hätte die Angelegenheit für David beendet sein müssen. Doch was tat er? Er missachtete Gottes Gebot: „Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten!“ Indem David die göttliche Warnung ignorierte, näherte er sich dem Abgrund.

Einmal auf dem falschen Weg, nahm das Unheil schnell seinen Lauf – David wurde zum Ehebrecher. Nicht genug damit: Um die Folgen seiner verwerflichen Tat zu vertuschen, scheute er auch nicht davor zurück, den Ehemann der Frau, der einer seiner treuesten Gefolgsleute war, ermorden zu lassen.

Diese abscheuliche Tat erwies sich für David als überaus folgenschwer: Das Kind, das ihm Batseba gebar, erkrankte und starb. Jahre später wurde David durch die moralische Verfehlung seines Sohnes Absalom, die jedoch nicht im Verborgenen geschah, sondern in aller Öffentlichkeit, in Schmach und Schande gebracht. Schließlich verhieß ihm der Herr, dass das Schwert fortan nicht mehr von seinem Hause weichen würde.

Wie es im Herzen Davids aussah, welche Qualen er litt und wie sehr er sich grämte, wird in einem Psalm deutlich, den er dichtete. Darin bekannte er: „Als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen. Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.“

 

Wir alle wissen, wie massiv der Teufel die Menschen gerade auf dem Gebiet der Sexualität angreift, um sie zu beschmutzen. Davor aber will uns unser himmlischer Vater bewahren. In Jesus Christus bietet er uns nicht nur seine Vergebung an, er will uns auch stärken, damit wir nicht in den Fallstrick verderblicher Begierden geraten. Deshalb hat er, wie die Schrift sagt, „den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt“. So aufs Beste ausgerüstet, sind wir in unserem täglichen Kampf gegen die Sünde nicht alleingelassen. Die Entscheidung aber, ob wir im Geist wandeln oder im Fleisch leben wollen, müssen wir selbst treffen! Wir können durch Christus leben, anstatt uns von unseren Lüsten bestimmen und gefangen nehmen zu lassen. Die Schrift sagt: „Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.“

 

Christus, der in uns lebt, ist der Heilige und Gerechte. Er reagiert in uns, wenn unsere Augen zügellos umherschweifen und Begierden geweckt werden. Er warnt uns, sobald uns die Sünde reizt und lockt und „der Tanz auf dem Vulkan“ beginnt. Auch stärkt er in uns das Verlangen nach einem Wandel in Reinheit und Gottesfurcht.

Wir dürfen unsere Fähigkeit, der Versuchung zu widerstehen, nicht überschätzen, denn wir sind schwache, gefallene Menschen. Stattdessen sollten wir den Herrn bitten: Führe mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von dem Übel! Wer jedoch mit dem Feuer spielt, darf sich hernach nicht wundern, wenn seine Kleider in Flammen stehen.

 

Wie verhielt sich Josef im Hause Potifars? Es wird uns berichtet, dass die Frau des Hausherrn an dem jungen Sklaven Gefallen gefunden hatte und ihn zum Ehebruch verleiten wollte. Doch Josef sagte: „Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?“ Als sie ihn eines Tages hart bedrängte, ließ er sein Kleid in ihrer Hand und floh eilends aus dem Haus.

An diesem Beispiel lässt sich erkennen, dass unter Umständen auch eine räumliche Distanz nötig ist, wenn man der Versuchung nicht erliegen will. Wenn Männer und Frauen Tag für Tag auf engstem Raum zusammenarbeiten, bleibt es nicht aus, dass man sich gegenseitig Dinge anvertraut, die man einem Fremden nicht mitteilen würde. Dabei gilt es, wachsam zu bleiben und Distanz zu bewahren, damit keine Grenze überschritten wird.

Josef wollte sein Herz nicht nur rein und unbefleckt halten, er wusste auch, dass er für seine Taten Gott gegenüber verantwortlich war.

 

Wir gehören nicht uns selbst! Unser Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Wir sind teuer erkauft und sollen Gott auch mit unserem Leib verherrlichen.

 

Paulus schrieb seinem jungen Mitarbeiter Timotheus: „Fliehe die Begierden der Jugend ... mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.“ Es wird Tage und Stunden geben, in denen du den Anfechtungen nicht allein entfliehen kannst. Dann brauchst du den Beistand derer, die wie du, an Christus glauben und ihm nachfolgen wollen. Halte dich zu denen, die den Herrn lieben und ihn aus reinem Herzen anrufen. Gemeinsam ist es einfacher, den Lüsten und Begierden dieser Welt zu entfliehen. Wäre David bei seinen Männern gewesen, um ihnen im Kampf gegen die Feinde Israels beizustehen, wäre er sicherlich nicht so leicht zu überwinden gewesen.

 

Alles, was wir unserem Ehepartner an Liebe, Fürsorge und Verständnis zukommen lassen, wird uns selbst zugutekommen, denn das, was wir säen, werden wir auch ernten. Wer seinen Ehepartner vernachlässigt und ihm die notwendige Zuwendung und Herzenswärme versagt, der wird eines Tages Mangel erleiden. Wer jedoch in seiner Ehe Liebe, Achtung, Respekt, Verständnis und Entgegenkommen sät, dem wird gleiches zuteil werden.

 

Während uns der Schreiber des Hebräerbriefs auffordert, die Ehe in Ehren zu halten und einander treu zu bleiben, erinnert er uns an eine göttliche Verheißung. Der Herr verspricht dir und mir: „Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen! … So dürfen auch wir getrost sagen: Der Herr ist mein Helfer; ich will mich nicht fürchten!"

 

1.Jh.2,9-10; 4,20-21; 5,1; 2.Sam.11; 12,9-14; 2.Mose 20,17; Ps.32,3-4; Gal.4,6; 5,16; Mt.6,13; 1.Mose 39,7-12; 2.Tim.2,22; Eph.5,2+28; Hebr.13,4.5b-6

 
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