9. - 10. März

„Bereitet den Weg des Herrn.“ Lukas 3,4

 

Bevor Jesus seinen Dienst begann, trat Johannes der Täufer auf – als sein Wegbereiter. Mit eindringlichen Worten rief er seine Zuhörer zur Umkehr auf und sagte weiter: „Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen sollen den Heiland Gottes sehen.“

 

Es sind die Täler und Berge unseres Herzens, die verhindern, dass wir die Schönheit und Einzigartigkeit Jesu Christi sehen. Täler des Herzens können durch Entmutigung entstehen, durch Erfahrungen, die uns niederdrücken, uns klein und unbedeutend erscheinen lassen. Eingeschlossen in einem Tal sind wir auch dann, wenn wir uns durch Lebensumstände beengt fühlen. Berge hingegen türmen sich vor uns auf, wenn unser Herz in Sorge ist und uns die täglichen Anforderungen des Lebens erdrücken wollen. Aber auch wenn wir auf andere herabschauen und uns für etwas Besseres halten, müssen „Berge“ erniedrigt werden. Es braucht nicht viel, damit unsere Sicht auf die Wahrheit Gottes versperrt wird. Manchmal bedarf es nur eines Gedankens, der sich in unserem Kopf festsetzt oder eines unguten Gefühls, das unsere Seele befällt, und schon ist der Weg, auf dem uns Christus erreichen will, nicht mehr gerade, sondern krumm und uneben.

 

Als Paulus und Barnabas das Evangelium in Cypern predigten, zeigte sich der dortige Landvogt sehr interessiert. Es gab aber auch einen falschen Propheten und Zauberer, der den Worten der Apostel widerstand und den Landvogt vom Glauben abbringen wollte. Saulus aber sah ihn an und sprach zu ihm: „O du Kind des Teufels, voll aller List und Bosheit, Feind aller Gerechtigkeit, hörst nicht auf, krumm zu machen die geraden Wege des Herrn?“

Hier erkennen wir, wer die geraden Wege des Herrn krumm machen will – der Teufel, der Widersacher unserer Seele. Und wir müssen sorgsam darauf achten, dass wir ihm dabei nicht helfen. Deshalb rät uns die Schrift: „Mehr als alles, was man bewahrt, behüte dein Herz!“

 

Gottes Weg zu unserem Herzen muss gerade werden – eine ebene Bahn, damit wir die Herrlichkeit Jesu erkennen können und er in unserem Herzen Einzug halten kann. Wir wissen aber auch, dass wir die Berge unseres Herzens nicht einfach zur Seite schieben können. Auch Niederungen, in denen wir versunken sind, können wir nicht selbst ausfüllen.

Jesus kann es! Er erreicht uns auch im tiefsten Tränental. Er springt über die Berge, die uns unüberwindlich scheinen. Er ist die Gazelle des Universums! Deshalb sagt die Schrift: „Siehe, er kommt und hüpft über die Berge und springt über die Hügel ... Mein Freund gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch.“

Damit dies aber geschehen kann, müssen unsere Ohren Gottes Wort zugewandt sein. Wollen wir Berge verschwinden sehen und aus den Niederungen unseres Alltags aufsteigen, dann müssen wir immer wieder aufs Neue hören, wer der Herr ist, was er für uns getan hat und zu welchem Ziel er uns führen will. Deshalb sagt die Schrift: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“

Dabei ist auch unser Mund wichtig, denn David sagte: „Singt Gott, lobsingt seinem Namen! Macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt; er heißt Herr. Freut euch vor ihm!“

Wie schnell werden Berge erniedrigt und Täler erhöht, wenn wir Jesus, den Herrn aller Herren, loben und ihm danken. Nichts ebnet ihm den Weg zu unserem Herzen so schnell wie das „Lobopfer unserer Lippen“. Jesus, den Wunderbaren, mit einem Lied zu preisen, „ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön“.

 

Willst du heute den Heiland Gottes sehen, dann achte auf dein Herz. Achte darauf, dass die Wege deines Herzens nicht krumm und uneben sind. Lass nicht zu, dass „Berge“ deine Sicht auf Christus versperren. Bleibe auch nicht entmutigt im Tal sitzen, wenn du versagt hast oder die Wege nicht verstehen kannst, die der Herr mit dir geht. Sorge dafür, dass es in deinem Herzen immer einen geebneten Weg gibt, auf dem dich der Herr erreichen und sich dir offenbaren kann. Eins gemacht mit ihm kannst du aus jedem Tal heraufsteigen, wie tief es auch sein mag. Und wenn sich ein Berg vor dir auftürmt, dann hast du den Glauben Gottes, der zu diesem Berg spricht: „Hebe dich!“, so wird er vor dir im Meer versinken.

Und sollte dir jemand begegnen, der im Tal sitzt oder vor dessen Augen ein Berg aufragt, dann erinnere dich an Johannes den Täufer. Er war die Stimme eines Predigers in der Wüste! Das kannst auch du sein! Bereite den Weg des Herrn! Mach seine Steige eben! Erzähle von dem, der gekommen ist, um zu suchen und zu erretten; der starb und auferstand, um alles neu zu machen und dem nichts unmöglich ist. Du wirst sehen, dass schon eine Stimme genügt, um Täler zu erhöhen und Berge zu erniedrigen.

Dort aber, wo es eine Stimme gibt, die den Weg des Herrn ebnet, kann Jesus in Herzen einziehen und darin Wunderbares vollbringen. Menschen werden den Heiland Gottes sehen!

 

Lk.3,1-6; Mt.3,1-2; Apg.13,6-10; Röm.10.17; Ps.68,5; Hebr.13,15; Hoheslied 2,8-9; Ps.147,1; Sprüche 4,23; Mt.21,21

 
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