9. - 10. September

„Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“  Matthäus 5,37

 

Wenn wir uns nach der Erneuerung unseres Herzens sehnen, dürfen wir nicht in Unversöhnlichkeit verharren. Aber auch unmoralisches Verhalten wird unser geistliches Wachstum blockieren. Sobald solche Gedanken in uns aufsteigen, müssen wir sie als Feinde betrachten und, mit Hilfe des in uns wohnenden Heiligen Geistes, untertan machen. Deshalb sagte Paulus: „Die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus.“

 

In seiner Bergpredigt betonte Jesus zuerst unsere Bereitschaft zur Versöhnung, danach sprach er über die Reinheit unserer Gedanken. Dann sagte er: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“

Mit diesen Worten stellt der Herr unsere Zunge auf den Prüfstand. Von ihr sagte Jakobus: „Die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist die Zunge unter unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet ... die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes. Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder.“

 

Wer regiert unsere Zunge? Wer darf sie benutzen und für seine Zwecke einsetzen – Gott oder der Teufel? Die Worte, die wir sprechen, müssen klar und eindeutig sein, dazu frei von jeder bösen Absicht. Wir sollten heuchlerische Floskeln vermeiden und auch auf Schmeicheleien verzichten, denn Christus, der in uns lebt, ist ohne Falsch. Er ist weder unklar, noch zweideutig. Er nennt Licht Licht und Finsternis Finsternis! Da er in seinem Wesen und in seiner Natur durch und durch lauter und transparent ist, sind seine Gedanken geradlinig und nicht krumm oder verworren. Das, was er sagt, ist deshalb für jedermann verständlich. In Jesus gibt es keine Lüge! Hinter dem, was er sagt, verbirgt sich keine versteckte Absicht!

Und so soll es auch bei den Diener Christi sein, weshalb Paulus den Korinther schrieb: „Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist ... der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm.“

 

Einst war unser Mund, wie die Schrift sagt, „ein offenes Grab“. Unsere Zunge war betrügerisch, „voll Fluch und Bitterkeit“. Hier verbarg sich „Otterngift“. Nun aber, nachdem der Sohn Gottes in unser Leben getreten ist, soll unsere Zunge Ausdruck seiner Herrschaft sein. Unser Mund ist nicht dazu bestimmt, unseren Mitmenschen zu fluchen, sondern sie zu segnen. Wir verkündigen damit die Wohltaten Gottes an uns. Unsere Lippen sollen seinen Ruhm mehren, die Wahrheit Christi hervorheben und seinen wunderbaren Namen loben.

 

Als Diener Christi „meiden wir schändliche Heimlichkeit und gehen wir nicht mit List um“. Deshalb konnte Paulus den Thessalonichern schreiben: „Wir sind nie mit Schmeichelworten umgegangen, wie ihr wisst, noch mit versteckter Habsucht – Gott ist Zeuge.“ Und den Ephesern riet er: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.“

 

Erinnern wir uns der Worte Jesu: „Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.“

Demnach ist es Gott nicht egal, was wir reden. Die Worte Jesu verdeutlichen zugleich, dass wir täglich seiner Vergebung bedürfen, denn wie oft kommen unnütze und nichtige Worte über unsere Lippen.

 

Im letzten Kapitel der Bibel wird uns vom Strom Gottes berichtet, der von seinem Thron und dem des Lammes ausgeht. Er ist klar wie Kristall, und täglich können wir von ihm trinkt. Wenn dies geschieht, schwemmt der Lebensstrom Gottes unsere unreinen Gedanken und eigensüchtigen Motive fort, was zur Folge hat, dass Christus immer klarer aus uns hervorleuchten kann. So werden wir für andere Menschen transparent – wie durchscheinendes Glas.

 

Gott lässt sich nicht von der Wortgewalt unserer Rede beeindrucken. Wir sollen vielmehr die Wahrheit reden. Auf unseren Lippen will er Klarheit und Reinheit finden. Deshalb wird von den Erstlingen Gottes und des Lammes, von denen uns das letzte Buch der Bibel berichtet, gesagt: „Diese sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm, und in ihrem Munde wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.“

 

Einst hattest du deine Zunge in den Dienst der Ungerechtigkeit gestellt und mit dazu beigetragen, dass Lügen gemehrt wurden. Nun aber darfst du deine Lippen in den Dienst der Wahrheit und Gerechtigkeit Gottes stellen, damit sie heilig werden und den Ruhm Christi vergrößern. Der Heilige Geist, der in dir lebt, wird dich deshalb ermahnen, sobald du deine Zunge der Sünde, deinem „früheren Dienstherrn“, zur Verfügung stellen willst. Mehr noch: Christus wird deine Lippen immer mehr reinigen, damit du dort, wo er dich hingestellt hat, „das Nötige förderst“, indem du denen, die dich hören, Gnade darreichst und seinen Namen verherrlichst.

 

Herr Jesus, herrsche über meine Zunge!

 

2.Kor.10,4-5; Jak.3,6-10; 1.Jh.1,5; 2.Kor.1,17-19; Röm.3,13-14; 2.Kor.4,2; 1.Thess.2,5; Eph.4,29; 5,4; Mt.12,36-37; Offb.22,1; 14,4-5; Röm.6,19 (Elberfeld)

 
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