15. - 16. November

„Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.“ 1.Mose 15,6

 

Obwohl sich Abrahams und seine Frau Sara schon lange nach einem Kind sehnten, war ihr Wunsch bisher unerfüllt geblieben. Wie groß muss daher die Freude gewesen sein, als Gott dem Abraham verhieß: „Ich will dich zum großen Volk machen ... All das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit und will deine Nachkommen machen wie den Staub auf Erden ... Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? ... So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“ Danach lesen wir: „Abraham glaubte dem Herrn!“

Wir dürfen annehmen, dass sich Abraham und seine Frau auf Grund der göttlichen Zusage in gespannter Erwartung befanden. Doch uns wird berichtet: „Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind.“

 

Abraham glaubte Gott und wartete auf die Erfüllung seiner Verheißung. Doch seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Gewiss, er und seine Frau wussten genau, dass nur Gott ihren Wunsch erfüllen konnte, denn Sara war unfruchtbar. Folglich musste ein Wunder geschehen, wenn sie ein Kind haben wollten. Doch Monate und Jahre vergingen, ohne dass sich etwas änderte. Der so sehnlich erwartete Nachwuchs blieb aus. Verständlich, dass der anfänglichen Euphorie mehr und mehr die Ernüchterung folgte. Schließlich war es Sara, die den Mut fand, das auszusprechen, was sie schon seit längerer Zeit dachte: „Siehe“, sagte sie zu ihrem Mann, „der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann.“

Warum, so mag Sara argumentiert haben, finden wir uns nicht endlich mit der Realität ab. Gott hat meinen Mutterleib verschlossen und daran wird sich nichts ändern. Zwar will er uns ein Kind schenken, doch es ist offenkundig, dass ich nicht dessen Mutter sein kann. Wir sind an Grenzen gestoßen, die wir akzeptieren müssen. Auch Gott muss die biologischen Gegebenheiten anerkennen und kann sie nicht umgehen. Die Zeit des Wartens ist vorbei! Jetzt müssen wir die Sache selbst in die Hand nehmen und eine andere Lösung finden.

Sara wusste auch schon, wie ihr Problem gelöst werden konnte, denn sie machte ihrem Mann folgenden Vorschlag: „Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme.“ Die Bibel berichtet: „Und Abraham gehorchte der Stimme Sarais.“

 

Eine folgenschwere Entscheidung, deren Frucht auch heute noch zu erkennen ist, denn noch immer befinden sich Hagar und ihr Sohn Ismael in Auflehnung gegen Isaak, den Sohn der Verheißung. Warum? Weil Gott dessen Nachkommen „das Land zwischen dem Strom Ägyptens und dem großen Strom“ zum Erbteil gegeben hat. Und bis jetzt ist kein Friede in Sicht!

 

Als Abraham und seine Frau Haran verließen, war Abraham 75 Jahre alt. Elf Jahre später, im Alter von sechsundachtzig Jahren, gebar ihm Hagar, die Magd seiner Frau, einen Sohn, dem sie den Namen Ismael gaben. Erst dreizehn Jahre danach erschien Gott dem Abraham erneut. Dazwischen lag also eine lange Zeit des Schweigens. Doch dann sagte der Herr zu ihm: „Ich bin Gott, der Allmächtige; wandle vor meinem Angesicht und sei Vollkommen ... ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und will dich über alle Maßen mehren ... Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden.“

Als der Herr dem Abraham verhieß, ihn zum Vater vieler Völker machen zu wollen, geschah folgendes: „Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Soll mir mit hundert Jahren ein Kind geboren werden, und soll Sara, neunzig Jahre alt, gebären?" Abraham war davon nicht überzeugt, denn er sagte zu Gott: "Ach dass Ismael möchte leben bleiben vor dir!" Doch der Herr wollte davon nichts wissen, denn er antwortete: "Nein, Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm.“

Danach hören wir von einem denkwürdigen Besuch im Hain Mamre: Gott selbst kam mit zwei Engeln und besuchte das Zelt Abrahams und fragte ihn: „Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?“ Dann ließ er ihn wissen: „Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.“

 

Gott wird jede Verheißung einlösen, die er uns gegeben hat. Oder sollte ihm etwas unmöglich sein? Es kann jedoch sein, dass wir bis zur Erfüllung seiner Zusagen einige Jahre warten müssen. Doch der Psalmist versichert uns: „Des Herrn Wort ist wahrhaft, und was er zusagt, das hält er gewiss.“

Durch den Propheten Habakuk lässt Gott uns wissen, wie wir mit seinen Verheißungen umgehen sollen. Er sagt: „Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft! Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben. Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“

 

Zehn Jahre hatten Abraham und Sara auf die Erfüllung der göttlichen Verheißung gewartet, dann war ihre Geduld erschöpft. Gewiss hätte ihnen der Herr schon viel früher einen Sohn schenken können, doch er wartete, bis Abraham hundertjährig und seine Frau neunzigjährig waren.

 

Vielleicht drängt sich uns hin und wieder der Eindruck auf, als liebe es Gott, die Dinge zu komplizieren, doch er verfolgt ein anderes Ziel: Er will, dass wir ihm vertrauen – Tag für Tag, in dunkelster Nacht und auch dann, wenn alles der Erfüllung seiner Zusagen zu widersprechen scheint. Er ist der Allmächtige! Er ist auch unser Versorger! Vor ihm sollen wir wandeln – egal, wie sich die Umstände gestalten! Er wird uns seine Hilfe nicht zu spät zukommen lassen. Er wird tun, was er sich vorgenommen hat, auch dann, wenn „Sara“ unfruchtbar und neunzigjährig und der Leib „Abrahams“ erstorben ist.

Was Gott dir in seinem Licht verheißen hat, das behält auch in dunklen Stunden Gültigkeit. Halte fest, was dir der Herr zugesagt hat, schreibe es auf und bewege es in deinem Herzen. Und all jenen, die deinen Weg kreuzen und dir den Rat geben, die Dinge doch endlich in die eigene Hand zu nehmen, ihnen sage: Ich glaube dem Herrn und weiß, dass er seine Verheißung zu seiner Zeit erfüllen wird. Wenn du zweifelst und halsstarrig bist, wirst du in deinem Herzen keine Ruhe haben! Vertraust du jedoch dem Herrn, wirst du durch deinen Glauben Leben empfangen!

 

Dein Glaube wird geprüft und geläutert werden und sich bewähren müssen! Doch während du auf Gottes Eingreifen wartest, wird er dir, wie er es bei Abraham tat, immer wieder neu begegnen und zu dir sprechen. Und auch wenn deine gegenwärtige Situation allem zu widersprechen scheint, was Gott dir verheißen hat, so harre aus. Sein Wort sagt dir: „Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“

 

1.Mose 11,30; 12,2.4.7; 13,15-16; 15,5.18; 16,1-4.16; 17,1 (Elberfeld) 2.4; 18,1-3.10.14; 21,9; Gal.4,29; 1.Mose 17,1-4.16-19; 18,14; Ps.33,4; Hab.2,2-4; Röm.10,11

 
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