1. - 2. Dezember

„Und als Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da, der Israel ins Unglück stürzt? Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deines Vaters Haus dadurch, dass ihr des Herrn Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach.“ 1.Könige 18,17-18

 

Ahab, der König Israels, hatte den Gott seiner Väter verlassen. Mitten in Samaria, der Hauptstadt des Landes, errichtete er dem Baal, einem abscheulichen Götzen, einen Tempel und ging hin, um dort anzubeten. Auch von der Göttin Aschera ließ er ein Abbild anfertigen. Schließlich setzte er achthundertfünfzig Götzendiener ein, die er versorgte und tatkräftig unterstützte. Mit verantwortlich für sein gottloses Treiben war Isebel, die Tochter des Königs der Sidonier. Seitdem Ahab sie zur Frau genommen hatte, war ihr Einfluss nicht nur am Königshof, sondern im ganzen Land stetig gewachsen. Die Schrift sagt: „... so dass Ahab mehr tat, den Herrn, den Gott Israels, zu erzürnen, als alle Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.“

 

Gott hatte sein Volk unmissverständlich vor den Folgen des Götzendienstes gewarnt und gesagt: „Du sollst nicht andern Göttern nachfolgen, den Göttern der Völker, die um euch her sind – denn der Herr, dein Gott, ist ein eifernder Gott in deiner Mitte –, dass nicht der Zorn des Herrn, deines Gottes, über dich entbrenne.“

Auch die Beziehung Israels zu seinen Nachbarn war durch göttliche Anordnung eindeutig geregelt: „Du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern ... ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne.“ Mit diesem Gebot wollte Gott sein Volk schützen, denn er sagte: „Denn sie werden eure Söhne mir abtrünnig machen, dass sie andern Göttern dienen; so wird dann des Herrn Zorn entbrennen über euch ... Du bist ein heiliges Volk dem Herrn ... Wenn ihr diese Rechte hört und sie haltet und danach tut, so wird der Herr, dein Gott, auch halten den Bund und die Barmherzigkeit, wie er deinen Vätern geschworen hat, und wird dich lieben und segnen und mehren ... Gesegnet wirst du sein vor allen Völkern ... Die Bilder ihrer Götter sollst du mit Feuer verbrennen ... denn das ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel. Darum sollst du solchen Gräuel nicht in dein Haus bringen ... sondern du sollst Ekel und Abscheu davor haben; denn es steht unter dem Bann.“

 

Obwohl die Warnung eindeutig war, wandten sich die Israeliten doch anderen Göttern zu, um sie anzubeten. Damit aber schienen die Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs alles vergessen zu haben, was der Herr in der Vergangenheit zu ihrer Errettung getan hatte.

Verständlich, dass Gott nicht tatenlos zusehen wollte, wie er seinem auserwählten Volk immer mehr entfremdet wurde. Deshalb erweckte er sich einen Propheten – Elia. Er sollte das nahende Gericht verkünden. Wir lesen: „Und es sprach Elia ... zu Ahab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: es soll dieses Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn.“

Die Dürre, die den Worten Elias folgte, dauerte dreieinhalb Jahre. In dieser Zeit fiel kein Tropfen Regen, sodass das ganz Land schließlich unter einer großen Hungersnot litt. Elia war während dieser Zeit wie vom Erdboden verschwunden. Sogar in benachbarten Ländern ließ Ahab nach dem Mann Gottes suchen, weil er wusste, dass nur er die schlimme Trockenheit beenden konnte. Solange Elia abwesend war, blieb der Himmel über dem ganzen Land verschlossen, netzte kein Tau die Erde, setzte kein kühler Regenguss den Qualen von Mensch und Tier ein Ende.

Als Elia sich endlich zeigte, sagte Ahab zu ihm: „Bist du nun da, der Israel ins Unglück stürzt?“ Den Worten Ahabs ist zu entnehmen, dass er sich keines Unrechts bewusst war. Grund für die Misere, in der sich das ganze Land und seine Bewohner befanden, war für ihn nicht seine Gottlosigkeit. In seinen Augen war dafür allein Elia verantwortlich. Doch der Mann Gottes antwortete ihm: „Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deines Vaters Haus dadurch, dass ihr des Herrn Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach.“

Die Folge war, dass das Volk unter der Regentschaft Ahabs große Not litt, gemäß dem Wort der Schrift: „Wenn der Gottlose herrscht, seufzt das Volk.“

 

Gott möchte unser Land segnen und allen seinen Bewohnern Gutes tun! Er hat kein Gefallen daran, dem Regen zu wehren und die Erden auszutrocknen. Wie gerne will er Ströme der Gnade auf uns herabregnen lassen und unser Land mit erquickendem Tau bedecken, damit alles, was lebt, wachsen und gedeihen kann und sich seiner Güte erfreut. Wenn also der Himmel über uns verschlossen bleibt, ist es nicht Gottes Schuld. Nicht er ist der Verursacher von Trockenheit und Dürre, Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit, Hungersnöten und teurer Zeit, Kriegen und Kriegsgeschrei, Seuchen und Katastrophen, sondern wir Menschen.

 

Gott wird nicht zulassen, dass wir das Geschöpf höher achten als ihn, den Schöpfer! Er sagt: „Sie“, (die Menschen dieser Welt), „die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit.“ Er wird auch nicht tatenlos zusehen, wenn wir unsere eigenen Errungenschaften anbeten, anstatt ihm Dank zu sagen. Schließlich ist er es, der uns täglich „Leben und Odem und alles gibt“. Und wie sehr sind wir auf seine Güte und Langmut, seine Barmherzigkeit und Treue angewiesen – an jedem neuen Tag.

Was also wird Gott tun, wenn ein Volk diese Wahrheit ignoriert? Er wird diesem Land seinen Segen verwehren! Besonders dann, wenn er sieht, dass der Schwache unterdrückt, der Elende verachtet und der Fremdling verhöhnt und davongejagt wird. Wenn also Ungerechtigkeit und Bosheit im Land überhand nehmen, schließt Gott die Fenster des Himmels zu, sodass das Land unter der „Dürre“ ächzt und stöhnt! Der Herr wird sein Angesicht so lange verbergen, bis wir für unsere Abtrünnigkeit Buße getan haben.

 

Dreieinhalb Jahre hatte es in Israel nicht geregnet. Inzwischen war die Erde ausgedörrt, das Gras vertrocknet, als sich ein Mann auf den Berg Karmel begab, um für sein Land vor dem Thron des Höchsten einzustehen. Er nahm seinen Kopf zwischen die Knie und betete siebenmal zu dem Gott Israels. Und auch als am Himmel noch keine Wolke zu sehen war, wusste Elia genau, dass Gott sein Gebet erhört hatte und schon bald den ersehnten Regen senden würde. Und so geschah es auch, denn die Bibel sagt uns: „Und ehe man sich versah, wurde der Himmel schwarz von Wolken und Wind, und es kam ein großer Regen.“

 

Wenn wir wollen, dass Gott unser Land segnet, dann müssen wir sein Angesicht suchen und für unser Volk eintreten. Als Elia dies tat, hielt der Herr den Regen nicht länger zurück. In unserem Gebet bitten wir Gott, dass die Bürger unseres Landes Jesus, den Herrn, erkennen und durch ihn Gerechtigkeit erlangen. Und wie sehr wird das dem Wohl unserer Nation nützen, sagt doch die Schrift: „Wenn der Gerechten viel sind, freut sich das Volk.“ Und „Wenn die Gerechten Oberhand haben, so ist herrliche Zeit.“

 

Welchen Rat gab Jeremia den Israeliten, die Gott nach Babel hatte wegführen lassen? Er sagte: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl.“

 

Es ist unsere Aufgabe, für unsere Stadt, unser Land, unser Volk und seine Regierung zu beten. Deshalb schrieb Paulus an Timotheus: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte,Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für die Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

Gott wird diese Gebete gewiss nicht unbeantwortet lassen! Und auch wenn das Herz eines Volkes weit vom Herrn entfernt ist, so gilt doch die Verheißung des Propheten Hosea: „Kommt, wir wollen wieder zum Herrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, dass wir vor ihm leben werden. Lasst uns darauf acht haben und danach trachten, den Herrn zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.“

Sacharja sagte: „Bittet den Herrn, dass es regne zur Zeit des Spätregens, so wird der Herr, der die Wolken macht, euch auch Regen genug geben für jedes Gewächs auf dem Felde.“

 

Himmlischer Vater, segne die Stadt, in der ich lebe. Segne die, die Verantwortung tragen! Gib ihnen Weisheit und lass sie Entscheidungen treffen, die dem Wohl aller dienen. Lass sie deinen Willen erkennen und danach tun! Verhilf dem Recht zum Sieg und schaffe, dass die Gerechten an Zahl zunehmen. Stelle alle falschen Götter bloß, die dich ersetzen. Lass die Menschen erkennen, wer du wirklich bist. Erwecke dir treue Hirten, die deine Schafe weiden und dir führen. Öffne die Schleusen des Himmels über unserem Land und gib uns gnädigen Regen, damit dein Name allerorts gepriesen und verherrlicht werde. Herr Jesus, lass dein Reich kommen, lass es wachsen und zunehmen – das Reich, in dem Gerechtigkeit und Frieden wohnen.

 

1.Kön.16,29-33; 18,19; 5.Mose 6,14-15; 7,3-6.12-14.25-26; 1.Kön.17,1.7; 18,2.5.10; Röm.1,18-25; Jer.7,3.5-7.9-15; Jes.59,1-15; Hes.22,24-31; 1.Kön.18,41-45; Spr.29,2; 28,12; Jer.29,7; 1.Tim.2,1-4; Hos.6,1-3; Sach.10,1-2

 
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