27. - 28. Dezember

„… uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ 2.Kor.4,18

 

Während die Israeliten durch die Wüste zogen, waren ihre Augen nur auf das Sichtbare gerichtet. Sie sahen den Sand, den Staub und die Dürre. Sie sahen die Beschwernisse, die ihre Reise mit sich brachte und beurteilten ihre gegenwärtige Situation nur anhand ihrer eigenen Möglichkeiten. Sobald sie auf Hindernisse stießen, waren sie unzufrieden und murrten. Als sie schließlich Männer aussandten, die das verheißene Land erkunden sollten, hörten sie von Riesen, hohen Mauern und befestigten Städten, woraufhin sie vor Angst erstarrten und die ganze Nacht klagten und weinten. Nur zwei Kundschafter glaubten, dass es möglich war, alle Hindernisse zu überwinden – Josua und Kaleb. Sie hatten das Land nicht nur mit ihren natürlichen Augen gesehen, sondern mit den Augen Gottes. So wussten sie, dass ihnen nichts unmöglich sein würde. Jene aber, die nicht glaubten, fühlten sich angesichts der feindlichen Übermacht wie Heuschrecken, während Josua und Kaleb davon sprachen, die Feinde Israels wie Brot aufessen zu wollen. Warum? Weil sie nicht daran zweifelten, dass der Herr mit ihnen war.

 

Mit welchen Augen betrachtest du deine gegenwärtige Situation? Mit deinen eigenen Augen oder mit den Augen Gottes?

 

Was siehst du? Deine Begrenzung? Deinen Mangel? Dein Versagen? Blickst du auf das, was andere von dir denken und erwarten? Wenn du nur auf dich blickst und mit dem rechnest, was du bist, was du kannst und was du hast, dann wirst du in der „Wüste“ bleiben und das verheißene Gute Land nicht einnehmen können.

 

Wie aber sieht dich Gott, der Herr? Sein Wort sagt: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden“. Und Paulus bekannte: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir“.

Demnach sieht dich Gott, der Vater, nicht mehr getrennt von ihm, sondern in Christus eingeschlossen. Du bist für ihn nicht mehr Teil der alten Schöpfung, sondern Teil seiner neuen Schöpfung. Das Alte, das Vorige, das, was du getrennt von ihm waren, ist vergangen. Eins gemacht mit Christus ist alles neu geworden!

 

Was wird geschehen, wenn du dich so sehen wirst, wie Gott dich sieht? Welche Dimensionen werden sich dir eröffnen, wenn Christus zu deiner Erweiterung wird? Wie groß wird die Fülle sein, die du einnehmen kannst, wenn er deine Breite ist? Wann wirst du das Ende seiner Liebe erreichen, wenn er deine Länge ist? Wo enden die Tiefen der Gottheit, in die er dich führen wird? Und wie hoch wirst du erhoben sein, wenn du mit ihm, dem Adler des Universums, zur höchsten Stelle des Universums auffährst?

 

Christus ist alles geworden, was du warst, damit du alles sein kann, was er ist! Diese Wahrheit ist zu groß, um sie erfassen zu können! Und doch entspricht sie Gottes Sicht!

 

Zur Zeit des Alten Testaments konnte man sagen: „Die Wasserwogen im Meer sind groß und brausen mächtig; der Herr aber ist noch größer in der Höhe“. Die Wahrheit aber, die uns das Neue Testament vermittelt, ist diese: „Der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist“.

Diese Sicht verändert alles! Unser Herr, der größer ist als alles, wohnt nicht nur in der Höhe. Er wohnt heute auch in uns, seinen Gläubigen! Und alles, was wir benötigen, um seine überragende Größe erkennen und erfahren zu können, sind geöffnete Augen des Herzens.

 

Bevor Jesus seine Jünger verließ, um am Kreuz sein Leben für uns hinzugeben, sagte er: „In der Welt habt ihr Angst (Bedrängnisse); aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“. Damit lässt er uns wissen, dass er sich von nichts und niemand einengen lässt. Ihn kann man nicht begrenzen, nicht aufhalten und nicht niederwerfen. Er hat alles überwunden!

Das größte aller Wunder aber ist, dass dieser Überwinder heute in uns lebt! Und zusammen mit ihm können wir alles überwinden, was der Fürst dieser Welt aufzubieten hat. Deshalb erschrick nicht, wenn Bedrängnisse kommen. Betrachte sie nicht nur mit deinen eigenen Augen! Werde eins mit Jesus im Geist und sieh, was er sieht. Lass die Mächte und Gewalten, die dich angreifen, zum Schemel deiner Füße werden. Triumphiere mit Christus über sie! Dann kannst auch du das Toben der „Könige der Erde“ belächeln. Wie vergeblich ist doch ihr Murren wider den Herrn, wie vergeblich ihre Versuche, die Bande abzustreifen, mit denen sie der Gesalbte gebunden hat. Alle ihre Ratschläge wird er zunichte machen!

 

Als Jesus unter uns Menschen wohnte, wurden zweierlei Sichtweisen deutlich. Viele, die ihm begegneten, sahen seine Herrlichkeit nicht. Da war keine Gestalt, die ihnen gefiel. Nur an einem Tag ließ Jesus erkennen, welche Herrlichkeit in ihm verborgen war – auf dem Berg der Verklärung. Und so ist es auch bei uns! Heute ist Christus in uns verborgen und ebenso die Herrlichkeit, die in ihm wohnt. Dann aber, wenn er erscheinen und vor allen Augen offenbar werden wird, werden auch wir mit ihm offenbar werden. Dann wird die Herrlichkeit, die heute in uns verborgen ist, hervorbrechen wie die Morgenröte. Christus in uns ist die Hoffnung der Herrlichkeit.

 

4.Mose 13,28-14,9; 2.Kor.5,17; Gal.2,20; Kol.2,9-10; Eph.3,18-19; Jes.40,31; 1.Kor.2,10; Ps.93,4; 1.Jh.4,4; Eph.1,18; Jh.16,33; Ps.2,1-4+6; Jes.53,2; Mk.9,2-3; Kol.3,4; 1,27

 
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