1. - 2. November

„Sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen.“ Epheser 5,15-18

 

Wir können nicht nur von dem leben, was wir gestern empfangen haben. So, wie das Manna alle Morgen neu vom Himmel regnete, um die Israeliten auf ihrer Wanderschaft ins Gute Land zu stärken, so will uns auch unser himmlischer Vater an jedem neuen Tag mit seinem Geist erfüllen. Würde er es nicht tun, würden die Dinge, die uns täglich umgeben, unser Denken, Fühlen und Handeln über das erträgliche Maß hinaus bestimmen und beschweren. Daher müssen wir täglich, ja, beständig mit Gottes Geist erfüllt werden!

 

Wenn Gott will, dass wir zu jeder Zeit und an jedem Ort von seinem Geist erfüllt und durchdrungen sind, dann wird er uns dafür auch einen Weg aufzeigen, den jeder von uns beschreiten kann. Deshalb forderte Paulus seine Adressaten nicht nur auf „lasst euch vom Geist erfüllen“, er zeigte ihnen auch, wie dies geschieht, nämlich: „... ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Gott, dem Vater allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus! Ordnet euch einander untertan in der Furcht Christi.“

 

„Lasst euch vom Geist erfüllen ... singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen!“

Wir werden mit Gottes Geist erfüllt, wenn wir die göttliche Wahrheit in unserem Herzen bewegen, mit unserem Mund proklamieren oder Lieder singen, die Jesus, unseren Herrn, ehren und seine Gnade und Treue rühmen. Wie erquickend und belebend ist es, wenn du Jesus, deinen Erretter, mit einem Psalm lobst, den dein Herz gedichtet hat. Dann kannst du sagen: „Mein Herz dichtet ein feines Lied, einem König will ich es singen; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers: Du bist der Schönste unter den Menschenkindern ... Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, Herr, mein Fels und mein Erlöser.“

 

„Lasst euch vom Geist erfüllen ... sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles!“

Anstatt zu jammern und zu klagen, sagen wir Gott, dem Vater, Dank für seine große Liebe, mit der er uns liebt und die nie aufhört. Wir preisen ihn auch für seine Fürsorge, die er uns unablässig erfahren lässt: Danke, Vater, dass du mir so nah gekommen bist. Danke für deinen lieben Sohn! Danke, dass du mich erwählt, errettet und zu deinem Kind gemacht hast. Danke, dass du auf mich achtest, mich kennst, mich nie alleine lässt und treu für mich sorgst!

Die Erfahrung, mit Gottes Geist erfüllt zu werden, soll sich nicht auf einen Tag in der Woche beschränken, etwa dann, wenn wir uns mit anderen Gläubigen während eines Gottesdienstes im Lobpreis vereinen. Wie sonst könnten wir ihm allezeit für alles danken, also auch für Erfahrungen, die uns nicht schmecken? Wir sollen Jesus allezeit und an jedem Ort erheben, auch mitten im Alltagsgetriebe, beim Einkaufen und bei der Arbeit. Hierzu bedarf es keines großen Zeit- oder Kraftaufwands. Und während wir Jesus, den Herrn, loben, ihn anschauen, ihm danken und freudig seinen Namen anrufen, erfahren wir, dass er die Quelle des Lebens ist.

 

„Lasst euch vom Geist erfüllen ... ermuntert einander!“

Wenn Gott uns mit seinem Geist erfüllt, wollen wir anderen davon berichten, was wir von ihm erkannt haben und was er uns zugesprochen hat. Wie ermutigend klang der Ruf des Johannes, als er den am Ufer stehenden auferstandenen Christus erkannte und denen, die mit ihm die ganze Nacht erfolglos das Netz ausgeworfen hatten, zurief: „Es ist der Herr!“ Auch die Worte des Apostel Paulus müssen in den Ohren der verzweifelten Schiffsbesatzung liebliche Musik gewesen sein, als er mitten im tobenden Sturm, in einer schier ausweglosen Lage, aufstand und ihnen sagte: „Seid unverzagt, denn keiner von euch wird umkommen.“

 

„Lasst euch vom Geist erfüllen ... ordnet euch einander unter in der Furcht Christi!“

Ein Mensch, dessen Herz von Gottes Geist erfüllt ist, wird sich durch eine Tugend auszeichnen, die im friedsamen Zusammenleben unverzichtbar ist: Er wird sich anderen unterordnen können – in Demut und in der Ehrfurcht gegenüber Christus. Er wird keine geistliche Überlegenheit empfinden, weil Gottes Geist nicht zuerst sein Selbstbewusstsein stärkt, sondern sein Vertrauen in Christus, seinen Herrn! Immer wird er sich seiner eigenen Sündhaftigkeit und Unzulänglichkeit bewusst sein, seine Schwachheit erkennen und sich der Kraft Christi rühmen. Er wird von keiner Tugend, Eigenschaft oder Befähigung wissen, deren er sich rühmen könnte. Allein durch Gottes Gnade und seinen Geist, der in ihm wirkt, ist er, was er ist.

 

Warum verglich der Apostel Paulus die Erfüllung mit Gottes Geist mit dem Trinken von Wein?

Während ein Alkoholiker nach und nach in Ausschweifung und Zügellosigkeit verfällt, wird ein vom Geist Gottes erfüllter Mensch Tag für Tag geheiligt, innerlich gereinigt und erneuert und in das Ebenbild Christi umgewandelt. Wer sich mit Wein füllt, erfährt mit der Zeit eine Wesensänderung. Schließlich wird sein ganzes Trachten nur noch darauf gerichtet sein. Was aber geschieht, wenn wir uns permanent von Gottes Geist erfüllen lassen? Wir werden die Dinge Gottes sinnen, Christus vor Augen haben, ihn erkennen und inniglich lieben. Wenn Gottes Geist unser Inneres erfüllt und unser Herz regiert, kann er uns auch mühelos führen, leiten und seinen Willen offenbaren. Mehr noch: Er gibt uns auch die Kraft, seinen Willen zu tun, gemäß seiner Verheißung: „Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.

 

Nutze die Zeit, die Gott dir schenkt! Singe und spiele dem Herrn in deinem Herzen! Lobe ihn mit Psalmen und Lobgesängen! Sage ihm Dank für alles! Ordne dich anderen willig unter! Und werde so von Gottes Geist erfüllt!

 

2.Mose 16,4+21; Ps.45,2-3 a; Kol.3,16-17+23; Jh.21,3-7; Apg.27,20-36; 1.Kor.1,31; 15,10; 2.Kor.3,5; 12,9; Röm.8,5-6+14; 2.Kor.4,16; Hes.36,27

 
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