25. - 26. Dezember

„Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.“ Markus 9,8

 

Eben noch war Jesus vor den Augen seiner Jünger verklärt worden. Seine Kleider leuchteten in einem übernatürlichen Licht – heller als die Sonne. Mose und Elia waren erschienen und redeten mit ihm. Doch plötzlich überschattete sie eine Wolke und sie hörten die Stimme des Vaters, der sagte: „Das ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören!“ Und als die Jünger um sich blickten, waren sie mit Jesus allein.

 

Warum hatte Gott, der Vater, Mose und Elia gesandt? Uns wird gesagt: „Diese erschienen in Herrlichkeit und besprachen seinen Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte“.

Gott wollte seinen geliebten Sohn ermutigen! Jesus hatte das Kreuz vor Augen! Er war gesandt, die Sünde der Welt zu sühnen. Gericht und Strafe erwarteten ihn, den Gerechten! Er würde unseren Fluch tragen und als „Übeltäter“ erachtet werden. Schließlich sollte er für uns in den Tod gehen, „aus dem Lande der Lebendigen weggerissen“ werden. Doch nicht nur Schmach, Erniedrigung und bitteres Leid erwarteten den Sohn des Höchsten. Würde er „sein Leben zum Schuldopfer“ geben, hätte er, wie Jesaja weissagte: „Nachkommen“. Er würde „in die Länge leben“ … „das Licht schauen und die Fülle haben.“ Gott, der Vater, würde Jesus auferwecken und alle Bande des Todes auflösen. Danach würde Jesus zum Thron des Höchsten auffahren und zum Herrn und Christus gekrönt werden. Ehre, Herrlichkeit und Ruhm erwarteten den Menschensohn.

 

Warum hatte Gott gerade Mose und Elia gesandt?

Mose war einst von Gott zu Pharao gesandt worden. Er sollte sein Volk aus der Sklaverei Ägyptens führen. Doch von der Herrschaft der Sünde, der Macht Satans und aus den Banden des Todes konnte Mose niemand befreien. Ebenso wenig konnte das Blut, das die Israeliten damals an die Türpfosten ihrer Häuser strichen, ihre Sündenlast tilgen. Das Lamm, das sie vor ihrem Auszug aßen, gab ihnen kein ewiges Leben! Die damaligen Ereignisse deuteten nur schattenhaft auf den kommenden Erretter hin – auf Jesus Christus, das wahre Lamm Gottes. Mit seinem Kommen war der Dienst Moses beendet!

 

Auch der Dienst Elias gehörte nun der Vergangenheit an: Einst hatte er die Kinder Israel vor die Entscheidung gestellt, wem sie dienen wollten – dem lebendigen und wahren Gott oder den stummen, toten Götzen. Danach hatte er den zerbrochenen Altar des Herrn wieder aufgebaut und erlebt, wie Gott Feuer vom Himmel fallen ließ. Doch auch sein Dienst erwies sich als zu schwach und offenbarte, dass ein Größerer und Stärkerer kommen musste. Gott wollte seinen Altar in unseren Herzen errichten! Er wollte das unauslöschliche Feuer seiner Liebe in uns entfachen! Deshalb sandte er seinen Sohn!

 

Petrus wollte drei Hütten bauen, für Jesus, Mose und Elia. Damit aber war der Vater nicht einverstanden! Und er wird diesem Wunsch auch heute nicht zustimmen! Doch wann bauen wir Mose und Elia eine Hütte? Wir tun es immer dann, wenn wir Forderungen erheben – an uns selbst oder unsere Mitmenschen –, die nur Christus erfüllen kann. Wenn die Schrift sagt: „Christus ist das Ende des Gesetzes“, dann zeigt sie an, dass der Dienst Moses erfüllt ist, weil Jesus Christus alle gerechten Forderungen Gottes erfüllt hat. „Wer an den glaubt, der ist gerecht!“

Als „Diener des Neuen Bundes“ appellieren wir daher auch nicht an die Kraft und Stärke der Menschen, wie Elia es einst auf dem Berg Karmel tat. Nein! Wir dienen ihnen mit der Gnade Gottes und vertrauen dabei auf das Wirken seines Geistes, gemäß seiner Verheißung: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen.“

 

Wenn wir heute unsere Augen aufheben, werden wir erkennen, dass es im Reich Gottes außer Christus nichts anderes gibt, das Bedeutung hat. Er ist der Erste und der Letzte! Er ist der Lebendige. Er ist vor allem und alles besteht in ihm. Er erfüllt alles! Er trägt alles! Sein Werk ist vollkommen, sein Sieg allumfassend! Seine Fülle reicht aus!

Christus ersetzt Mose und Elia! Ihr Dienst konnte die Verheißungen nicht erfüllen, die Gott uns gegeben hat. Und er kann es auch heute nicht. Sie deuten nur schattenhaft auf den hin, der nach ihnen kommen sollte – Jesus. Sobald wir also „Mose“ und „Elia“ eine „Hütte“ bauen wollen, haben wir das uns vorgesteckte Ziel verfehlt! Dann wird ein Tag kommen, an dem wir die Entmutigung, Resignation und Verzweiflung Elias erfahren werden. Und mit Mose werden wir das verheißene Land nur von fern sehen können. Ja, wir werden sogar mit ihm in der Wüste sterben. Deshalb sagt Gottes Wort: „Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.“

 

Christus ist die Wirklichkeit aller Gottesverheißungen! Er erfüllt alle gerechten Forderungen Gottes. Er tauft uns mit dem Heiligen Geist. Er gibt uns ein neues Herz und macht uns so zu Menschen, die in Gottes Geboten wandeln. Für die, die in Christus sind, gibt es keine Verdammnis mehr. Deshalb hören wir auf, uns selbst verändern zu wollen. Stattdessen rühmen wir das vollbrachte Werk Jesu Christi. Er ist der Mittler des Neuen Bundes. Er wird uns das verheißene Erbe Stück für Stück austeilen und dafür sorgen, dass es uns an nichts fehlt. Ihn erhöhen wir vor allen Augen, damit jeder seine Herrlichkeit sehen kann! Dabei achten wir sorgsam darauf, dass wir „Mose“ und „Elia“ keine „Hütte“ bauen. So erfahren wir, was auch die Jünger erlebten: „Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.“

 

Dies ist auch heute der Wille unseres himmlischen Vaters!

 

Lk.9,30-31 (Elberfeld); Jes.53,3-12; 2.Mose 12,3-13; 1.Kön.18,19-21.30-39; Jh.1,29.33; 3,14-16.36; Röm.10,4; 1.Kön.18,21; Sach.4,6; Offb.1,17-18; Kol.1,17; 2,9-10; 1.Kön.19,1-4.10; 5.Mose 34,1-5; 2.Kor.1,20-22; Hes.36,26-28; Röm.8,1,4; Hebr.9,15

 
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