„Ihr … habt bereits den Trost (die Ermahnung, Ermunterung) vergessen, der zu euch redet wie zu seinen Kindern (Spr.3,11-12): »Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft (zurechtgewiesen) wirst! Denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen Vater, damit wir leben? Denn jene haben uns gezüchtigt für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserem Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen.“ (Hebr.12,5-10).
Erziehung soll uns zu besseren Menschen machen!
Sie soll unseren Charakter formen!
Gutes Benehmen und gute Umgangsformen sind nicht angeboren!
Man muss sie erlernen!
Man kann also sagen, dass der Mensch von Kindesbeinen an erzogen wird!
Sogar wenn ein Mensch vor den Traualtar tritt und einem anderen Menschen ewige Treue gelobt, beginnt eine Zeit der Erziehung.
Männer werden danach oft einen Satz hören, der sich tief in ihr Herz brennt: „Liebling, das habe ich dir doch alles schon gesagt. Du hast wieder nicht zugehört!“
Wen erzieht Gott?
Menschen, zu denen er sagt: „Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn!“
„Wen der Herr liebhat“!
„Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um“!
Was bewirkt Gottes Erziehung in unserem Leben?
„Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem geistlichen Vater, damit wir leben?“
Gottes Erziehung bewirkt, dass wir uns unserem „geistlichen Vater unterordnen“.
Davon sprach Jesus, als er zu Petrus sagte: „Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst“ ((Jh.21,18).
Die Erziehung unseres himmlischen Vaters bewirkt, dass wir uns nicht mehr selbst führen, sondern von Christus führen lassen!
Wir lassen IHN „Hirte und Hüter unserer Seele“ sein (1.Petr.2,25).
Nicht zu unserem Nachteil, sondern „damit wir leben“.
Immer, wenn uns unser himmlischer Vater erzieht, greift er heilsam in unser Leben ein!
„Denn jene (unsere leiblichen Väter) haben uns gezüchtigt für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserem Besten, damit wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen“.
Wenn uns unser himmlischer Vater erzieht, tut er es „zu unserem Besten“!
Immer, wenn uns unser himmlischer Vater erzieht, tut er es, damit wir „an SEINER Heiligkeit Anteil erlangen“!
Demnach hat Gott, wenn er uns unterweist, ermahnt oder korrigiert, immer ein klares Ziel vor Augen:
Er will, dass wir etwas aufgeben, das nicht von IHM kommt!
Er will, dass wir an seiner Wesensart Anteil haben!
Wenn unser himmlischer Vater es für nötig erachtet, uns zu korrigieren und zurechtzuweisen, dann dürfen wir seine Entscheidung nicht gering achten!
Es ist ein Beweis dafür, dass ER uns liebhat und wir SEINE Kinder sind!
„Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft (zurechtweisen) wirst“.
Wie hat Gott Menschen im alten Bundes erzogen?
Mit harter Hand, denn wer eines seiner Gebote missachtete, war des ganzen Gesetzes schuldig geworden!
Wer also seine Eltern nicht ehrte, war wie ein Ehebrecher oder Totschläger!
Als die Israeliten nicht glauben wollten, dass sie mit Gottes Hilfe alle Riesen Kanaans besiegen konnten, verwehrte Gott allen den Zugang in das Land, das er ihnen zu geben verheißen hatte!
Alle Männer, die über 40 Jahre als waren, starben in der Wüste!
Später dann, nachdem Saul eigenmächtig gehandelt und den König der Agagiter verschont hatte, riss Gott ihm seine Königtum aus den Händen und gab es einem besseren Mann, einem Mann nach seinem Herzen – David (1.Sam.15,28).
Doch als David Ehebruch beging und einen Mord in Auftrag gab, um zu vertuschen, was er getan hatte, wurde er von Gott gestraft: ohne Nachsicht – gemäß dem Gesetz!
Gott sagte: „Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet hast … Siehe, ich will Unheil über dich kommen lassen aus deinem eigenen Haus und will deine Frauen nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, dass er bei ihnen liegen soll in der lichten Sonne. Denn du hast’s heimlich getan, ich aber will dies tun vor ganz Israel und im Licht der Sonne … Weil du die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren wird, des Todes sterben“ (2.Sam.12,10-12).
Wie erzieht uns Gott im Neuen Bund?
Was sagt sein Wort?
„Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm (gottesfürchtig) in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus“ (Tit.2,11-13).
Im neuen Bund erzieht uns Gott durch seine Gnade!
Wer von uns will behaupten, dass er nicht zu ungöttlichem Verhalten fähig ist oder von Begierden beherrscht werden kann, die nicht himmlisch sind.
Auch wenn wir von Neuem geboren wurden, gibt es in unserem Leben immer noch Bereiche, in denen Christus nicht Herr ist – die nicht seine Herrlichkeit widerspiegeln!
Das Gesetz besaß keine verändernde Lebenskraft, weshalb sich seine Gebote und Satzungen, seine Anweisungen und Verordnungen, als zu schwach erwiesen, dem „ungöttlichen Wesen“ und den „weltlichen Begierden“ Einhalt zu gebieten!
Diese Tatsache bestätigt die Bibel, denn sie sagt: „Was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott“ (Röm.8,3).
Was tat Gott?
„Er sandte seinen Sohn“ (Röm.8,3).
Als Jesus Christus kam, kam Gottes Gnade zu uns!
„Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen“!
„Gnade ist durch Jesus Christus geworden“ (Jh.1,17).
Gnade bedeutet, dass Gott selbst vollbracht hat, was wir nicht vollbringen konnten!
Gnade bedeutet, dass Gott uns nicht das gibt, was wir verdient haben!
Gnade bedeutet, dass Gott uns das gibt, was wir nicht verdient haben!
Gnade bedeutet, dass Gott in uns vollbringt, was wir nicht vollbringen können!
Gnade ist Gottes Einladung, aus der Fülle Jesu Christi zu nehmen (Jh.1,16), ohne dass wir etwas dafür tun müssen!
Mit der heilsamen Gnade Gottes empfangen wir das Leben aus Gott, das Leben Jesu Christi, das uns befähigt, Ungöttlichem abzusagen und heilig, gerecht und gottesfürchtig zu leben – in dieser Welt!
Nehmer wir an, du hättest drei Kinder, die täglich Dinge tun, die dir zuwider sind!
Sie sind aufsässig, widerspenstig und uneinsichtig!
Alle deine Ermahnungen bleiben ungehört!
Du liebst deine Kinder, siehst dich aber in ihrer Erziehung völlig überfordert!
Du suchst einen erfahrenen Erzieher, der aus deinen Kindern bessere Menschen machen soll!
Zwei Männer, die beste Referenzen vorweisen, werden von dir zwei Wochen lang auf die Probe gestellt:
„Herr Gesetz“ erweist sich als unbarmherziger Zuchtmeister, der deine Kinder beim geringsten Verstoß bestraft!
Er wirkt einschüchternd!
Mitgefühl kennt er nicht!
Gnadenlos deckt er jeden Fehler auf!
Er fordert völligen Gehorsam!
Wer von ihm persönliche Unterstützung erwartet, eine helfende Hand, eine Ermutigung oder einen tröstlichen Beistand, der sieht sich bitter enttäuscht!
„Herr Gnade“ ist völlig anders!
Wenn er das Zimmer betritt, wird es licht und hell!
Er ist ein freundlicher, gütiger Mensch!
Seine Worte sind aufbauend, ermutigend, voller Weisheit!
Sie vermitteln Kraft und geben Zuversicht!
Herr Gnade ist voller Barmherzigkeit und Mitgefühl!
Unermüdlich bietet er deinen Kindern seine Hilfe und seinen Beistand an!
Sogar mitten in der Nacht trocknet er Tränen, spendet er Trost!
„Herr Gnade“ scheint nie entmutigt zu sein!
Der Friede, den er verströmt, ist heilsam und wohltuend!
Welchem Erzieher räumst du größeren Erfolg ein?
Gibt es einen besseren Erzieher als die heilsame Gnade, die in und mit Jesus Christus zu uns gekommen ist?
Unser himmlischer Vater nimmt keinen Stock, um uns zu erziehen!
Nein! Alle Schläge, die wir verdient haben, hat sein Sohn längst auf sich genommen!
ER sagt: „Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften“ (Jes.50,6).
Jede Strafe, die wir verdient haben, wurde auf Jesus gelegt, denn Gottes Wort sagt: „Die Strafe liegt auf IHM, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes.53,5).
Schickt Gott uns Krankheiten, um uns zu erziehen?
Dann würde ER etwas benutzen, das durch die Sünde in die Welt gekommen ist und das er seinem Sohn aufgeladen hat, denn sein Wort sagt: „Er trug unsere Krankheit, lud auf sich unsre Schmerzen“ (Jes.53,4).
Es war nicht Gott, der Hiob mit Krankheit schlug!
Es war der Teufel, der Versucher, der einen Gerechten dadurch zu Fall bringen wollte (Hi.2,7).
Unser himmlischer Vater gibt uns keinen Stein!
Er gibt uns keinen Skorpion!
ER benutz nichts Böses, um Gutes zu bewirken!
Petrus hatte vollmundig erklärte, er sei bereit, sein Leben für Jesus hinzugeben!
Doch noch in derselben Nacht leugnete er dreimal, seinen Herrn und Meister zu kennen!
Hatte Jesus beschlossen, seinem Jünger eine Lektion zu erteilen, um ihm zu zeigen, was wirklich in ihm steckte?
Nein!
Es war der Teufel, der Petrus sichten wollte wie den Weizen!
Jesus hatte für seinen Jünger gebetet, dass dessen „Glaube nicht aufhört“ (Lk.22,31-34).
Was benutzt Gott, um uns zu erziehen?
Auf welche Weise erzieht uns unser himmlischer Vater?
Wir lesen: „Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst!“
Etwas erdulden oder ertragen zu müssen, löst in uns keine Freude aus!
Wir empfinden es eher als leidvoll!
Denken wir nur an David, der viele leidvolle Erfahrungen machen musste, bis er endlich König über Juda und Israel wurde!
Auch wenn wir von Menschen geschmäht werden und Widerspruch erdulden müssen, ist Gottes erziehende Hand am Werk.
Dann heißt es: „Gedenkt an den, der soviel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst“.
Wenn wir zu Herzen nehmen, was der Schreiber des Hebräerbrief weiter sagte, erkennen wir, wie wichtig Gottes erziehende Hand in unserem Leben ist!
„Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und tut sichere Schritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden; dass nicht jemand sei ein Hurer oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte“ (Hebr.12,12-16).
Das ist es, was unser himmlischer Vater durch seine Eingreifen in unserem Leben bewirken will: Er will, dass wir nicht entmutigt aufgeben, wenn sich Schwierigkeiten ergeben!
Er will unsere müden Hände und die wankenden Knie stärken!
Er will unseren Schritten Festigkeit geben!
Er will uns vor dem Straucheln bewahren!
Er will uns dazu bringen, dass wir den Frieden lieben und ihm nachjagen, gegenüber jedermann!
Dazu gehört auch, dass wir einander vergeben, wie „Gott uns vergeben hat in Christus“ (Eph.4,32).
Unser himmlischer Vater will, dass wir zu keiner Zeit seine Gnade verpassen!
Er will, dass in unserem Herzen keine bittere Wurzel aufwächst!
Er will verhindern, dass wir Unfrieden anrichten und andere verunreinigen!
Er will, dass wir unser Erstgeburtsrecht nicht verkaufen!
Denken wir an Esau, dem ein Teller Linsensuppe wichtiger war, als sein Erstgeburtsrecht!
„Siehe, ich muss doch sterben; was soll mir da die Erstgeburt?“ (1.Mose 25,32).
Was beinhaltet unser Erstgeburtsrecht?
Unser Erstgeburtsrecht beinhaltet „oberste Würde“, „oberste Macht“ (1.Mose 49,3) und „doppelten Anteil von allem“ (5.Mose 21,15-17).
Wenn Gottes erziehende Hand in unser Leben eingreift, werden wir sie nicht freudig begrüßen!
„Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit“ (Hebr.12,11).
Sei also nicht traurig, wenn du von Gott erzogen wirst!
Es gibt immer ein DANACH!
Erkenne die Frucht, die dadurch gewirkt wird: „Frieden und Gerechtigkeit“!
Der Schreiber betonte, dass Gottes Erziehung „alle erfahren haben“.
Daher sollte sich nicht der Sorgen machen, der Gottes erziehende Hand erfährt, sondern der, der ohne göttliche Erziehung bleibt!
„Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen“ (1.Petr.5,10).
Unsere Leidenszeit ist kurz!
Gottes Herrlichkeit in Christus, zu der wir berufen sind, ist ewig!
Denke also immer auch an das „Danach“!!!
„Selig ist, wer Anfechtung (Versuchung) erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben“ (Jak.1,12).
Auf jede Bedrängnis folgt etwas Größeres – Wichtiges – Bedeutsames!
„Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig“ (2.Kor.4,17-18).
In seinem Brief an die Gläubigen in Korinth berichtete Paulus von Bedrängnisse, die so schwerwiegend waren, dass er und seine Mitarbeiter verzweifeln wollten:
„Denn wir wollen euch, Brüder, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asien widerfahren ist, wo wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; und es bei uns selbst für beschlossen hielten, wir müssten sterben. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten“ (2.Kor.1,8-10).
„Das geschah aber darum …“
„… damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt!“
„… der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird“.
„Auf IHN hoffen wir, ER werde uns auch hinfort erretten“.
Alles, was geschieht, geschieht deshalb, damit wir Christus mehr erkennen!
Alles, was geschieht, geschieht deshalb, damit wir an SEINER Natur Anteil haben!
Alles, was geschieht, geschieht deshalb, damit wir den Gott allen Trostes erfahren, der die Toten auferweckt!
Alles, was geschieht, geschieht zu unserem Besten!
Alles, was geschieht, geschieht deshalb, damit wir dem Ebenbild Christi gleichgestaltet werden (Röm.8,28-29).
Jede Not, jede Bedrängnis, jedes Leid, das wir erfahren, soll uns innerlich „aufrichten, stärken, kräftigen, gründen“!
Unser himmlischer Vater will nicht, dass wir in leidvollen Stunden verzagen!
Was aber, wenn es doch geschieht?
Nachdem Elia gehört hatte, dass Isebel, die Frau König Ahabs, ihn umbringen wollte, „lief er um sein Leben“.
Der Mann, der zuvor Feuer vom Himmel fallen ließ, brach jetzt innerlich zusammen!
„Er wünschte sich zu sterben!“
„Es ist genug“!
„Nimm nun, Herr, meine Seele“!
„Ich habe geeifert für den Herrn, den Gott Zebaoth“!
„Israel hat deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und dein Propheten mit dem Schwert getötet, und ich bin allein übriggeblieben und sie trachten danach, dass sie mir das Leben nehmen“ (1.Kön.19,2-10).
Die Umstände, in denen ich lebe, sind verzweifelt schlimm!
Keiner liebt mich!
Keiner fragt nach Gott!
Was ich tue, bringt keine Verbesserung!
Alle haben den Herrn verlassen!
Ich bin allein übriggeblieben!
Wie hat Gott diesen angsterfüllten, hoffnungslosen Propheten erzogen?
Was tut Gott, wenn wir uns nur noch um uns selbst drehen und sagen: Ich bin ganz allein! Alle anderen sind gegen mich!
Zunächst ließ Gott seinen völlig erschöpften Diener schlafen!
Danach schickte der Herr seinen Engel, der Elia ein geröstetes Brot und einen Krug Wasser brachte!
Dann durfte der Prophet weiterschlafen!
Nachdem Elia erneut gegessen und getrunken hatte, gab Gott ihm einen wichtigen Auftrag:
Elia sollte drei Männer salben, einen zum König über Aram, einen zum König über Israel und einen, den Gott zum Propheten berufen hatte und zu Elias Nachfolger (1.Kön.19,15-18).
Einige Zeit danach schickte Gott einen feurigen Wagen, gezogen von feurigen Rossen, um Elia in den Himmel zu holen (2.Kön.2,11).
Zuvor hatte der Herr auch Elias Fehleinschätzung korrigierte und gesagt: „Ich habe 7000 in Israel übrig gelassen, alle die Knie, die sich nicht vor dem Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküsst hat“.
Wie also erzieht uns der Herr, wenn wir völlig entmutigt am Boden liegen und für uns selbst keinen Ausweg mehr sehen?
Was geschah, nach der Auferstehung Jesu?
Seine Jünger hatten denen nicht geglaubt, die ihn auferstanden gesehen hatten!
Sie waren völlig entmutigt und verängstigt!
Aus Furcht vor den Juden hatten sie sich eingeschlossen!
Plötzlich stand Jesus vor ihnen!
ER war durch Wände und verschlossene Türen gegangen!
War ER gekommen, um ihren Unglauben zu tadeln?
ER zeigte ihnen seine durchbohrten Hände und sagte: „Friede sei mit euch“ (Jh.20,19-21a).
ER gab ihnen seinen Geist (Jh.20,21).
ER sandte sie, wie ihn der Vater gesandt hatte!
Einige Tage später, nachdem sie eine ganze Nacht gefischt und nichts gefangen hatten, stand er am Ufer und lud sie ein, mit IHM das Mahl zu halten (Jh.21,12).
Dann stellte er Petrus eine Frage: „Hast du mich lieb?“
Als der, der ihn dreimal verleugnet hatte, sagte: „Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe“, antwortet Jesus ihm: „Weide meine Schafe“ (Jh.21,15-17).
„Ihr habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet, wie zu seinen Kindern: Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn!“
Vergiss diesen Trost nicht, wenn du Gottes erziehende Hand spürst!
Du bist Gottes geliebtes Kind!
Was du erlebst, erleben alle Kinder Gottes!
Es dient zu deinem Besten!
Du sollst an seiner Heiligkeit Anteil haben!