„Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht“ (Hebr.10,23-25).

Wie kommt es, dass Menschen, die in Jesus Christus ihren Retter erkannt haben, plötzlich die Gemeinschaft SEINER Heiligen verlassen?

Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, doch eine Ursache wird immer vorherrschen: Die Wertschätzung für die Versammlung ist verlorengegangen!

Anderes ist wichtiger geworden!

Denken wir an das Gleichnis, in dem Jesus davon sprach, dass „ein König seinem Sohn eine Hochzeit ausrichtete“ und dazu seine Knechte aussandte, die Gäste zum Festmahl einzuladen.

Doch obwohl der Gastgeber keine Mühe und Kosten gescheut hatte und „seine Ochsen und sein Mastvieh geschlachtet hatte“, wollten die Geladenen nicht kommen.

Uns wird berichtet: „Aber, die verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft“ (Mt.22,1-5).

Noomi und ihr Mann Elimelech hatten Bethlehem verlassen und waren ins Land der Moabiter gezogen, weil in Juda eine Hungersnot herrschte.

Dort aber, im fremden Land, erging es ihnen nicht besser, denn wir erfahren, dass Elimelech einige Zeit später starb und auch die beiden Söhne Noomis (Rut 1,1-5).

Wir erkennen, dass, auch wenn in Bethlehem eine Hungersnot herrscht, die Welt, das Land der Moabiter, für uns keine Alternative darstellt!

Wer wird uns trösten und aufrichten, wer uns stärken und ermutigen, wenn wir in Zeiten der Not, der Angst und der Bedrängnis Worte der Ermutigung, der Stärkung und des Trost benötigen?

Gottes Wort sagt: „So ist’s ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Wehe dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft … Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei“ (Pred.4,9-12).

Wir erkennen, dass das Gemeindeleben, auch wenn es mit persönlicher „Mühe“ verbunden ist, immer besser ist, als ein Christenleben, das allein, fern der Versammlung, gelebt wird!

Doch bevor der Schreiber seine Adressaten davor warnte, die Versammlung zu verlassen, sagte er: „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat“.

Jedes Glied der Gemeinde, jeder Gläubige, muss in einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus stehen.

Wir können einander trösten, ermutigen und im Glauben stärken, doch kein anderer kann für uns das Bekenntnis unserer Hoffnung festhalten!

Das können nur wir selbst tun!

Besonders dann, wenn unser Glaubensleben ins Wanken gerät!

Als Jesus seine Jünger fragte: „Wer sagt denn ihr, dass ich sei?“, antwortete ihm Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“.

Daraufhin sagte Jesus: „Ich sage dir auch … Ich will meine Gemeinde bauen“.

Wer ist Jesus für dich und mich?

Von dieser Erkenntnis wird unser Gemeindeleben bestimmt!

Das macht Gemeinde Jesu aus!

Wenn wir die Offenbarung, die uns Gott geschenkt hat, zu unserem Bekenntnis machen und aussprechen, was wir von IHM, dem wunderbaren Gottes- und Menschensohn, erkannt haben, dann wird Gemeinde gebaut, die von den „Pforten der Hölle nicht überwältigen werden kann“ (Mt.16,16-18).

Nachdem Johannes der Täufer auf Jesus gezeigt und gesagt hatte: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“, folgten IHM zwei Jünger nach, denen der Herr eine Frage stellte, die ER uns allen stellt: „Was sucht ihr?“

„Meister, wo ist deine Herberge?“, hatten sie ihn gefragt. Und er hatte geantwortet: „Kommt und seht!“

Die Schrift berichtet: „Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei IHM. Es war um die zehnte Stunde“ (Jh.1,35-39).

Wie gut für uns, wenn wir dorthin kommen, wo Jesus zu finden ist: In der Gemeinschaft derer, die IHN lieben und danach trachten, IHN immer besser kennenzulernen!

Ekklesia: die Versammlung der Herausgerufenen!

Bevor wir den Entschluss fassen, dorthin zu gehen, wo sich Menschen im Namen Jesu versammeln, hat unser Herr an uns gewirkt und uns herausgerufen!

Davon redete Jesus, als er sagte: „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater“ (Jh.6,44).

Er ist es, der uns aus allem herausruft, was uns gerade beschäftigt, um uns zu offenbaren, was IHM wichtig ist!

Er ruft uns heraus aus allem Eigenen (Jh.16,32) – hinein in seine Gegenwart, gemäß seinem Wunsch: „Vater, ich will, dass wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast“ (Jh.17,24).

Er ruft uns heraus aus unseren Sorgen, Nöten und Ängsten und bringt uns zu seiner Ruhe, in die er selbst eingegangen ist!

Dabei ist die Anzahl derer, die sich versammeln, nicht von Bedeutung!

Das Wichtigste ist, dass sich Jesus mit uns versammelt, dass ER selbst in unserer Mitte ist, gemäß seiner Verheißung: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt.18,20).

Gemeinde Jesu ist also nicht zuerst dort, wo sich Menschen versammeln!

Gemeinde Jesu ist dort, wo sich unser Herr mit uns versammelt!

Das macht unsere Versammlung so einzigartig: Jesus selbst ist in unserer Mitte!

Man bedenke: Wenn sich zwanzigtausend Menschen versammeln, hat dies keine Bedeutung für die Ewigkeit!

Zwei Menschen aber, die sich in Christus mit Christus versammeln, bringen Gottes Herrlichkeit auf diese Erde!

Herausrufen will uns Jesus aus eignen Gedanken, Stimmungen und Launen, die uns den Blick auf IHN verhüllen.

Herausrufen will ER uns auch aus eigenen Vorstellungen, damit wir seine Gedanken erkennen können und, was sein Wille für unser Leben ist!

Wir können nicht verbergen, was uns innerlich beschäftigt und umtreibt.

Jeder von uns bringt in die Versammlung mit, was er im Herzen trägt!

In Betanien, im Hause Simons, waren sehr unterschiedliche Menschen versammelt, um „IHM ein Mahl“ zu bereiten (Jh.12,1-9).

Simon, der Gastgeber, war vormals aussätzig und von Jesus geheilt worden (Mt.26,6).

Zweifellos war sein Herz von großer Dankbarkeit erfüllt!

Auch Lazarus, der nach kurzer Krankheit gestorben war und den Jesus auferweckt und aus dem Grab gerufen hatte, war anwesend!

Marta, die Schwester des Lazarus, diente allen!

Auch sie war voller Dankbarkeit, dass Jesus am Ende doch nicht zu spät gekommen war und ihnen seine Liebe so machtvoll bewiesen hatte.

Unter den Jüngern Jesu befand sich auch Judas, der seinen Meister in Kürze verraten würde.

Auch Petrus war anwesend, nicht ahnend, welche Prüfung ihm bevorstanden.

Dann geschah folgendes: „Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete sie mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls“.

Es war Judas, der Maria tadelte und ihren Liebesbeweis als Verschwendung bezeichnete!

Und so gestaltet sich das Gemeindeleben auch heute:

Menschen kommen aus unterschiedlichen Beweggründen zusammen.

Ihre Bedürfnisse sind unterschiedlich!

Ihre Erwartungen sind unterschiedlich!

Auch ihre Wertschätzung für Jesus ist unterschiedlich!

Einige sind voller Dankbarkeit!

Andere sind mit sich selbst beschäftigt!

Einige bezeugen ihre Wertschätzung für Jesus dadurch, dass sie anderen dienen!

Andere bezeugen Jesus ihre Liebe durch „das Lobopfer ihrer Lippen“ (Hebr.13,15), das zum kostbaren Nardenöl wird, von dessen Wohlgeruch das ganze Haus erfüllt wird!

Immer wird es aber auch Menschen geben, die kritisieren, was andere tun, wobei sie vielleicht nicht einmal wissen, was sie dazu bewogen hat.

Während einige voller Freude sind, sind andere innerlich beschwert und entmutigt, weil sie sich in einer Sackgasse wähnen!

Sogar nach der Auferstehung seines Meisters litt Petrus immer noch darunter, dass er Jesus in einer entscheidenden Stunde dreimal verleugnet hatte.

Wir lesen: „Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas … und Nathanael … und die Sohne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. Spricht Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts“.

Doch während einige noch das leere Netz vor Augen haben, steht ein anderer „im Boot“ auf und ruft laut: „Es ist der Herr!“ (Jh.21,3-10).

Auch im Gemeindeleben erleben wir sehr oft, dass uns jemand zu seinem „leeren Netz“ führt und erwartet, dass wir uns an seiner Frustration beteiligen!

Sie sollen wir nicht verachten, denn Gottes Wort mahnt uns: „Was verachtest du deinen Bruder“.

Die Last eines anderen sollen wir nicht gering achten, sondern sie mit tragen (Gal.6,1-2).

Schwache sollen wir tragen (Röm.15,1) und mit den Weinenden weinen (Röm.12,15).

Doch immer sollen wir einander helfen, zu erkennen, dass der auferstandene Christus nicht fern ist:

„Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Spricht Jesus zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte zu Petrus: Es ist der Herr ... Als sie nun ans Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt“ (Jh.21,3-10).

Das Gemeindeleben gedeiht durch die „Speise“, die wir von Jesus empfangen und die die Heiligen mitgebracht haben!

Gemeinsam halten wir dann das Mahl und staunen darüber, wie Jesus unsere innere Leere in himmlische Freude verwandelt!

Die Gemeinde ist die große Zurschaustellung der Herrlichkeit Jesus!

Hier ist der Ort, an dem wir uns gemeinsam an Christus erfreuen!

Hier bringen wir IHM geistlichen Opfer dar!

Hier teilen wir miteinander das Brot des Lebens!

Hier erheben wir gemeinsam den Namen dessen, der unser Leben geworden ist!

Hier ist „die Stadt auf dem Berg“, die, wenn wir unser Licht leuchten lassen, nicht verborgen bleiben kann (Mt.5,14).

Hier spricht der Herr der Gemeinde zu uns – durch den Mund derer, die IHN kennen und lieben!

„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist der Gemeinde sagt“ (Offb.2,7).

Die Gemeinde ist der Ort, zu dem uns Christus gebracht hat, nachdem er uns im Staub dieser Welt verletzt und verwundet aufgelesen hat!

„Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme“ (Luk.10,33-35).

An dem Tag, an dem in Jerusalem durch die Predigt des Petrus und das Wirken des Heiligen Geistes 3000 Menschen gerettet wurden, trat auch die Gemeinde Jesu Christi ins Dasein, denn wir lesen: „Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen“ (Apg.2,41).

Wem wurden diese Menschen „hinzugefügt“?

Der Gemeinde Jesu Christi!

Was geschah danach?

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apg.2,42).

Da ist es, was die Gemeinde lebendig erhält:

Hier wird Gottes Wort gepredigt und gelehrt!

Hier wird Christus „erhöht“, groß gemacht und den Zuhörern „vor die Augen gemalt“ (Jh.3,14; Gal.3,1).

Hier wird die göttliche Wahrheit verkündigt!

„Die Gemeinde, das Haus des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit“ (1.Tim.3,15).

Das aber, was gepredigt wird, wird zur Grundlage der Gemeinschaft der Gläubigen!

Darüber wird geredet, davon wird gesprochen!

„Hin und her in den Häusern“ (Apg.4,42+46).

Das, was man gehört hat, wird miteinander geteilt, wie das Brot, das von Jesus gesegnet, unter den Hungrigen ausgeteilt und so vermehrt wurde!

Schließlich kommen wir zusammen, um gemeinsam das Mahl zu halten – das Brot zu brechen, des Leidens und Sterbens Jesu zu gedenken und uns an dem zu erfreuen, was ER für uns getan hat!

Aber auch, um in unserer Mitte das Wiederkommen unseres Herrn lebendig zu erhalten, denn die Schrift sagt: „Sooft ihr von diesem Brot esst oder aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt (1.Kor.11,26).

Die Gemeinde ist der Ort, an dem wir dem Herrn unser Lobopfer darbringen!

„So lasst uns durch IHN Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Hebr.13,15).

Hier gießen wir unser Salböl aus – über IHM – ohne dass uns jemand tadeln darf!

Hier werden unsere Gebete – unser Bitten und Flehen –zu kostbarem „Räucherwerk“, das aufsteigt zum Thron des Höchsten und IHM wohlgefällig ist (Offb.5,8).

„Sie waren täglich einmütig beieinander“ (Apg.2,46).

Hier, in der Gemeinde, der Versammlung der Heiligen, ist unser geistlicher Lebensmittelpunkt!

„Die gepflanzt sind im Hause des Herrn werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein“ (Ps.92,15).

Hier, im Haus des Herrn, lernen wir, aufeinander zu achten – einander zu lieben – einander zu erbauen – einander zu dienen – einander untertan zu sein!

Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Haus als wohnen in der Gottlosen Hütte“ (Ps.84,11).

„Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN (um die Lieblichkeit des HERRN zu schauen) und seinen Tempel zu betrachten. Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen. Und nun erhebt sich mein Haupt über meine Feinde, die um mich sind; so will ich opfern in seinem Zelt mit Jubel, ich will singen und Lob sagen dem HERRN“ (Ps.27,4-6).

Die Gemeinde ist der Ort, an dem wir uns „zur bösen Zeit“ bergen können, wenn wir uns bedroht fühlen und uns Angst beschleicht!

Hier, in der Gemeinschaft der Heiligen, hebt uns der Herr aus dem Staub – wenn wir IHN selbst – unser Haupterheben!

Als Mose und Aaron vor den Pharao traten, sagten sie: „So spricht der Herr, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, dass es mir ein Fest halte in der Wüste“ (2.Mose 5,1).

Das ist es, was uns unser Gott und Vater in seinem Haus bereitet hat, einen gedeckten Tisch, damit wir mit IHM ein Fest feiern können!

Hier hat jeder Bruder, jede Schwester „Zugang in einem Geist zum Vater“.

Hier gibt es keine „Gäste und Fremdlinge“!

Hier gibt es nur „Hausgenossen Gottes“!

Durch das Kreuz Christi sind alle „in einem Leib versöhnt“!

Hier werden wir „miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist“ (Eph.2,16-19) .

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ (Hebr,13,14).

Auch deshalb ist es wichtig, dass wir im Gemeindeleben verwurzelt sind, weil wir hier immer wieder darauf hingewiesen werden, dass wir auf Erden keine bleibende Stadt haben und im Himmel eine bessere und bleibende Habe auf uns wartet!

Egal, was wir heute unser Eigen nennen: Wir wissen, dass unser wahrer Besitz – unsere ewige Habe – nicht irdischer Natur ist!

Die örtliche Gemeinde wird von den Pforten der Hölle hart bedrängt – und doch nicht überwältigt!

Warum?

„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein. Da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie festbleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Die Heiden müssen verzagen und die Königreiche fallen … Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz“ (Ps.46,2-8).

Hier, inmitten seiner Gemeinde, wandelt der auferstandene und erhöhte Herr und Christus!

„Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich“ (Offb.1,12-13).

Gott selbst ist in unserer Mitte!

Er selbst ist unsere Zuversicht und Stärke!

Wir sind die „heiligen Wohnungen des Höchsten“!

Ein Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes!

Und weil hier „Brünnlein“ fließen, gibt es keinen Mangel an lebendigem Wasser!

Solange es in unserer Mitte Menschen gibt, die an Jesus glauben, „wie die Schrift sagt“, – werden von ihrem Leib „Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Jh.7,38).

Deshalb, weil Christus in jedem seiner Glieder lebt und in unserer Mitte ist, brauchen wir uns vor nichts zu fürchten!

Wir können voller Freude sein!

„Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht“ (Hebr.10,23-25).

Aufeinander acht haben: liebevoll, fürsorglich!

So, wie Eltern auf ihre Kinder achten!

So, wie Geschwister aufeinander achten!

Einander anspornen – zur Liebe und zu guten Werken!

Einander ermahnen (ermuntern), indem wir einander erinnern, dass der Tag nahe ist, an dem unser Herr uns zu sich holt und wir vor IHM stehen werden!

Darauf achten, dass in unserer Mitte keiner die Gnade versäumt und eine bittere Wurzel aufwächst, die Gläubigen schaden kann (Hebr.12,15).

Auch weil unser Wissen, unsere Erkenntnis nur „Stückwerk ist“ (1.Kor.13,9), bedürfen wir alle der Ergänzung!

Wer von uns blickt in das Vollkommene?

Wer kann die Größe Jesu Christi ermessen?

Wer kennt seine Breite, Länge, Höhe und Tiefe?

Wie sollen wir seine Dimensionen erfassen können – wenn nicht „mit allen Heiligen“?

„So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen (erfassen), welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle“ (Eph.3,18-19).

Wo werden wir „zum Werk des Dienstes zugerüstet“?

Wo werden wir „zur Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes“ gebracht? (Eph.4,12-13).

Wo sind die Hirten, die der Herr dazu berufen hat, seine Schafe zu weiden? (1.Petr.5,2)

Wo sind die Väter und Mütter in Christus? (1.Thess.2,7-12).

Wo sind die Vorbilder im Glauben, von denen Gottes Wort sagt: „Gedenkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt ihrem Glauben nach (Hebr. 13,7).

Wo lernen wir, einander zu vergeben? (Eph.4,32; Kol.3,13)

Wo sind Menschen, die uns „mit sanftmütigen Geist wieder zurecht helfen“, wenn wir „von einer Verfehlung übereilt“ wurden“?

Wo sind die „Genossen des Glaubens“, denen wir „Gutes tun“ sollen? (Gal.6,1-2+10)

„Einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht“.

„Der Geist und die Braut sprechen komm!“

Wir wissen, dass unser Herrn kommen wird, wenn sich „seine Braut bereitet hat“ (Offb.19,7).

Was also können wir Besseres tun, als mit dazu beitragen, dass es in unserer Mitte keinen Mangel gibt an der Gnade, an der Offenbarung Jesu Christi, an der Liebe Gottes, SEINEM reichen Trost und herzlichen Erbarmen!

Was wird von denen gesagt, die bemüht sind, solches zu tun?

„Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde gesetzt hat, dass er ihnen zur rechten Zeit Speise gebe? Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen“ (Mt.24,45-47).

Festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung!

Unsere Versammlung nicht verlassen!

Aufeinander achten!

Einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken!

Einander ermahnen!

Und das umso mehr, als wir sehen, dass der Tag nahe ist!

 
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