„Lasst uns aber die Wahrheit reden (festhalten) in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.“ (Eph.4,15 Elberfeld)

Auf seine Frage: „Bist du ein König?“, hatte Jesus dem römischen Statthalter in Judäa und Samaria geantwortet: „Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme“ (Joh.18,37-38).

Könige herrschen über andere Menschen! Sie erlassen Gesetze und bestimmen, was man zu tun oder zu lassen hat. Sie nehmen Steuern ein und erwarten von ihren Untertanen treue Gefolgschaft. Ein König aber, der geboren wurde, um die Wahrheit zu bezeugen? Wo in aller Welt findet man einen solchen?

„Was ist Wahrheit?“, hatte Pontius Pilatus Jesus gefragt, als der vor ihm stand und die aufgebrachte Volksmenge schrie: „Kreuzige ihn!“

Das Gegenteil von Wahrheit ist Lüge!

Lüge ist selbstsüchtig, hinterhältig und betrügerisch. Lüge verschleiert und verfälscht! Lüge hat ihren Ursprung im Herzen des Teufels, den Jesus den Vater der Lüge nannte und von dem er sagte, dass die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er redet, lügt er: „Sollte Gott gesagt haben?“ „Ihr werdet keineswegs sterben!“ „Ihr werdet sein wie Gott“ (1.Mose 3,4-5).

Wahrheit bringt Licht und schafft Klarheit! Wahrheit ist unparteiisch und verlässlich! Wahrheit ist ehrlich und geradlinig!

Die Wahrheit, von der die Bibel spricht, ist nicht Ansichtssache! Sie ist unveränderlich und steht ewig fest! Wahrheit ist jedes Wort, das Gott ausgesprochen hat! Gottes Wort ist Wahrheit!

Jesus war nicht nur gekommen, um Zeuge dieser Wahrheit zu sein – er selbst war die Wahrheit – er war das Fleisch gewordene Wort Gottes! Deshalb konnten seine Jünger sagen: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Jh.1,14).

Wahrheit ohne Gnade kann beängstigend sein. Sie kann uns unerreichbar erscheinen. Wahrheit aber, die von Gnade durchdrungen ist, ist erfüllt von Gottes Barmherzigkeit und Liebe. Sie ist die Lebensausteilung Jesu Christi, die uns zu neuen Menschen macht!

Wahrheit ist, dass wir uns vor Gott nicht besser machen können! Wir können – durch eigenes Bemühen – weder die Gerechtigkeit bewirken, die vor Gott gilt, noch können wir unseren geistlichen Mangel aus eigener Kraft ausfüllen. Wir sind nicht in der Lage, uns ein neues Herz zu geben!

Wahrheit, die wir erkennen und festhalten sollen, ist, dass ein Mensch gekommen ist, ein Gerechter, um für uns, die Ungerechten, vor Gott Gerechtigkeit zu erwirken!

Wahrheit ist, dass Jesus Gottes Zorn auf sich nahm und Gottes Gericht erduldete, damit wir völlige Vergebung erlangen konnten!

Wahrheit ist, dass durch den Tod Jesu alle unsere Verfehlungen gesühnt wurden und dass Gott ihrer nicht mehr gedenkt.

Wahrheit ist, dass Jesus, als er starb, nicht allein ins Paradies Gottes einging. An seiner Seite befand sich ein verurteilter Mörder, der in den letzten Stunden seines Erdenlebens in dem Mann, der neben ihm gekreuzigt worden war, den Heiland Gottes erkannte hatte. Nun ging er als ein Gerechter ins ewige Leben ein!

Wahrheit ist, dass unsere alte Geschichte – unsere Geschichte ohne Gott – im Grab Jesu Christi beendet wurde.

Wahrheit ist, dass Gottes Liebe über Gericht und Strafe triumphiert hat!

Wahrheit ist, dass Christus heute in seinen Gläubigen lebt – dass Gott sie Heilige und Geliebte nennt!

Wahrheit ist, dass die Liebe, mit der uns Christus liebt, niemals aufhört – nie schwach wird, sich niemals verändert und zu keiner Zeit von unserer eigenen Leistung abhängig sein wird!

Wenn das die Wahrheit ist, was ist dann unser Teil?

Wir sollen die Wahrheit festhalten und reden! In Liebe!!!!

Wenn wir die Wahrheit, die in Christus wohnt, festhalten und bekennen – in der Atmosphäre SEINER Liebe – dann ist unser ganzes Herz beteiligt!

Unsere Gedanken sind der Wahrheit zugewandt, wir sinnen darüber nach und erkennen, was Gott uns in seinem Wort zuspricht.

Auch unser Gefühl ist beteiligt, denn während wir die göttliche Wahrheit hochhalten, berühren wir die Liebe, mit der uns Jesu liebt. Dadurch werden wir mit Freude und Friede erfüllt!

Unser Wille ist ebenfalls aktiv, denn wir halten die Wahrheit fest, indem wir sie mit unserem Mund bekennen und Himmel und Erde wissen lassen, was Christus für uns getan hat und war er uns geworden ist. Wir tun, was auch David tat, denn er sagte: „Von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich“ (Ps.40,11).

Die Fragen, die uns täglich bewegen, benutzt der Feind, um uns zu ängstigen und in Unruhe zu versetzen: Was wird morgen sein? Wird meine Kraft ausreichen? Kann ich allen Anforderungen und Erwartungen gerecht werden?

Der Teufel, den Jesus einen Dieb und Mörder nannte, bedrängt uns mit Lügen. Mit Lügen will er uns erschrecken, berauben, erwürgen und umbringen (Jh.10,10a).

Die Wahrheit Christi aber macht uns frei (Jh.8,32+36). Sie befreit von Angst, Sorgen, Bedrückung und Selbstanklagen!

Wenn uns die Wahrheit erreicht, wird Licht von Dunkelheit geschieden! Dann liegt es an uns, ob wir das, was zu unserem Heil dient, annehmen und „auferstehen“ oder Widerspruch erheben und zu „Fall“ kommen!

Davon redete Simeon, als er Jesu segnete und zu dessen Mutter sagte: „Siehe, dieser (Jesus) ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen – damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden“ (Lk.2,34-35).

„Das Wort Gottes“ – das Wort der Wahrheit – „ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebr.4,12).

Wahrheit, die uns von Angst befreit, ist, dass unsere Namen im Himmel angeschrieben wurden, die Haare auf unserem Kopf gezählt sind!

Wahrheit, die uns befreit, ist, dass wir uns um den morgigen Tag nicht sorgen müssen. Unser himmlischer Vater weiß, was wir benötigen und ER wird für uns sorgen!

Wahrheit, die uns befreit, ist, dass wir selbst nicht stark sein müssen. Christus in uns ist unsere Stärke!

Wahrheit, die uns befreit, ist, dass der Teufel von uns weichen muss, wenn wir die Wahrheit bekennen und sagen: „Es steht geschrieben“ (Mt.4,3-11).

Wenn wir die Wahrheit Christi bekennen, bekennen wir, was ewige und unwandelbar ist. Unser äußerer Mensch, unsere leibliche Hütte, mag verfallen. Der innere Mensch aber, unser Leben, das heute mit Christus in Gott verborgen ist (Kol.3,3), wird von Tag zu Tag erneuert! Bedrängnisse, die wir heute erleben, sind zeitlich begrenzt. Die Herrlichkeit aber, die an uns offenbart werden wird, ist ewig (2.Kor.4,16-18). Deshalb war Paulus der tiefen Überzeugung, dass „dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fällt gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Röm.8,18).

Damit wir die Wahrheit Christi auch in der Hektik unseres Alltags nicht vergessen, wurde uns ein kostbarer Helfer zur Seite gestellt: der „Geist der Wahrheit“, den die Welt nicht kennt und nicht empfangen kann (Jh.14,17). Wir aber kennen ihn! Er ist nicht nur immer bei uns – er wohnt in uns, um uns „in alle Wahrheit zu leiten“ (Jh.16,13). Immer ist es sein Anliegen, Christus zu verherrlichen und zu offenbaren, was uns von Gott geschenkt wurde (Jh.16,14; 1.Kor.2,12).

Lass die Wahrheit Christi dein Herz erfüllen. Sinne darüber nach! Bitte den Herrn, dass er die Augen deines Herzen erleuchtet (Eph.1,18), damit du erkennst, was Wahrheit ist und die Lüge ablegen kannst. Du wirst erkennen, dass, wenn du von dieser Wahrheit redest und sie bekennst – dein Denken, Fühlen und Trachten – in helles Licht getaucht sein wird. So wird der Weg, der vor dir liegt, nie im Dunkeln sein! Dein Fuß wird nicht gleiten, weil du „in der Wahrheit wandelst“ (3.Jh.3-4). Sie wird dir „Schirm und Schild“ sein (Ps.91,4). Wer „seine Lenden mit Wahrheit umgürtet“, fühlt sich gestärkt. Er kann auch an einem „bösen Tag Widerstand leisten“ (Eph.6,13-14).

Wenn wir die Wahrheit, die in Christus wohnt, festhalten und bekennen – in der Atmosphäre SEINER Liebe – müssen wir uns um unser geistliches Wachstum nicht sorgen! Wir werden wachsen – in Christus hinein, der unser Haupt ist – in allen Belangen und allen Lebensbereichen!

Wenn es uns ein Herzensanliegen ist, dass „der Leib Christi wächst und sich selbst auferbaut in Liebe“, dann müssen wir „die Lüge ablegen und die Wahrheit reden – ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind“ (Eph.4,16+25).

 
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